Burgenland rettet Privatuni Stadtschlaining   

erstellt am
05  02. 10

LR Bieler: Nach unkoordiniertem Vorgehen der Universitätsleitung übernimmt das Land die Ausfallshaftungen.
Eisenstadt (blms) – Nach der Rückstellung des Antrages auf Umwandlung in eine Privatuniversität durch den Österreichischen Akkreditierungsrat (ÖAR) springt das Land für die Friedensuniversität Stadtschlaining (EPU) nun als Retter in letzter Minute ein. „Mit dem ÖAR wurde eine Ausfallshaftung zur Absicherung des Studienbetriebes vereinbart. Zudem wird die jährliche Förderung von bisher 72.000,- Euro auf 100.000,- Euro erhöht“, erklärte Kulturlandesrat Helmut Bieler.

Für Landesrat Bieler war das unkoordinierte Vorgehen der Universitätsleitung für die Turbulenzen rund um die Umwandlung der EPU in eine Privatuniversität verantwortlich. „Obwohl wir von Seiten des Landes die EPU stets mit einer jährlichen Förderung des Studienbetriebes unterstützt und vor allem in den letzten Jahren mit der Übernahme eines Annuitätendienstes zur Rettung des Hotelbetriebes unter die Arme gegriffen haben, teilte Präsident Mader erst Mitte November nach erfolgter Meldung von erhöhten Förderungen an den ÖAR diese Erhöhung mit“, betonte Bieler. Allein heuer wird das Land die Friedensuni – die Erhöhung bereits eingerechnet – mit „mehr als 400.000 Euro unterstützen“.

Als die daraufhin eingeforderten Finanzierungsnachweise von Bund und Gemeinde nicht vorgelegt werden konnten, sei es gelungen nach Rücksprache mit dem ÖAR Missverständnisse auszuräumen und Falschinterpretationen seitens der EPU richtig zu stellen. Es habe sich herausgestellt, dass die ursprünglich von Mader geforderte Erhöhung der Landesförderung nach Auskunft des ÖAR gar nicht erforderlich sei. Der Landesrat legte der Presse dazu heute in einer Pressekonferenz den Schriftverkehr zwischen der Universitätsleitung und der Landesregierung vor.

„Ich habe immer wieder betont, dass wir hinter der EPU und dem Standort Stadtschlaining stehen und bin überzeugt davon, dass auch der Bürgermeister von Stadtschlaining statt einer wenig aussagenden Absichtserklärung eine konkrete Zusage seitens der Gemeinde tätigen sollte, um die Unterstützung der Gemeinde für deren Kultur- und Wirtschaftsleben so wichtige Institution zu dokumentieren“. Das Land Burgenland übernehme nun die Ausfallshaftungen, erhöhe die Förderungen und habe damit die Anforderungen mehr als erfüllt. Die entsprechenden Zusicherungen seien gestern an den ÖAR abgeschickt worden. Damit sei die Friedensuni gerettet, so Landesrat Helmut Bieler.
     
zurück