Südtschechien und Waldviertel näher zusammen gerückt   

erstellt am
03  02. 10

NÖ Landesausstellung 2009 förderte Annäherung
St. Pölten (nlk) - Eine vom Projektverein Waldviertel des Regionalmanagements Waldviertel in Auftrag gegebene und kürzlich präsentierte Studie ergab, dass die Grenzregionen Südtschechiens und das Waldviertel im vergangenen Jahr nachbarschaftlich näher zusammengerückt sind. Als einer der Gründe für diese Entwicklung wurde dabei die grenzüberschreitende NÖ Landesausstellung 2009 genannt.

Die Umfragen für die Studie wurden 2008 und 2009 jeweils im November in den Bezirken Waidhofen an der Thaya, Gmünd, Horn, Dacice, Jindrichuv Hradec und Ceske Budejovice durchgeführt, wobei jeweils 500 Personen über die Rubriken Information, Image, Besuchsverhalten, Reiseziele, Landesausstellung und Medien befragt wurden.

Im Bereich Information wurde dabei u. a. festgestellt, dass die befragten ÖsterreicherInnen im Verlauf eines Jahres ihre zuvor bestehenden Defizite deutlich verringern konnten. So konnten beispielsweise 2008 nur drei Prozent der befragten ÖsterreicherInnen zwei oder mehr Gewässer im Nachbarland nennen, 2009 konnten dies bereits 27 Prozent. Auch das generelle Interesse der ÖsterreicherInnen an Tschechien stieg im Untersuchungszeitraum an: 2008 wünschten sich nur 32 Prozent der ÖsterreicherInnen mehr Informationen über das Nachbarland, während es umgekehrt 50 Prozent waren. 2009 stieg die Zahl der interessierten ÖsterreicherInnen in diesem Bereich auf 56 Prozent.

Im Bereich Image wurde beobachtet, dass sich die Nennung von Produkten aus der jeweiligen Nachbarregion im Vergleichszeitraum erhöhte. So wurden Produkte aus der Region bzw. Markennamen wie etwa Sonnentor, Möller oder Olmützer Quargel mit steigender Tendenz genannt. Hinsichtlich des Besuchsverhaltens konnte u. a. festgestellt werden, dass sich jenes der ÖsterreicherInnen im Untersuchungszeitraum kaum verändere, während das der TschechInnen eine leicht steigende Tendenz aufweist. Allerdings besuchten die ÖsterreicherInnen 2009 bereits weitaus mehr Sehenswürdigkeiten als noch 2008 - die Steigerung betrug hier 36 Prozent.

Bezüglich der Reiseziele fand man heraus, dass die Regionen aufgeholt und an Attraktivität gewonnen haben: Gmünd liegt inzwischen an zweiter Stelle vor Linz; Heidenreichstein, Waidhofen an der Thaya, Litschau und Schrems liegen vor Krems und St. Pölten. Auch auf tschechischer Seite haben Reiseziele in der Region an Beliebtheit zugenommen: Auf Prag, wo die Besucherzahlen leicht zurückgingen, folgen inzwischen Ceske Budejovice, die Grenzstadt Ceske Velenice und an vierter Stelle die Landesausstellungs-Stadt Telc.

Zum Bereich Medien hielt die Studie fest, dass sich die BewohnerInnen des tschechischen Grenzgebietes nach dem Jahr 2008 besser über die Nachbarregion informiert sahen. In Österreich gaben 67 Prozent der Befragten an, dass in den österreichischen Regionalmedien mehr über die Nachbarregion zu erfahren war. Generell wünscht sich die Bevölkerung beider Länder für die Zukunft mehr Informationen aus der Nachbarregion, wobei vor allem das touristische und kulturelle Angebot von Interesse ist.
     
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