Weniger Verbotenes im Handgepäck   

erstellt am
03  02. 10

Wien (bmi) - Im Jahr 2009 versuchten Passagiere auf Österreichs Flughäfen über 41.000 Gegenstände im Handgepäck ins Flugzeug mitzunehmen, die sie nicht mitnehmen durften. Das waren um fünf Prozent weniger als 2008.

Die Zahl der Gegenstände, die bei Handgepäckskontrollen an Österreichs Flughäfen zurückgewiesen werden mussten, ging 2009 gegenüber 2008 um fünf Prozent zurück. Insgesamt waren es 41.761 heikle Dinge. Zusätzlich wiesen die Mitarbeiter der Flughafenkontrollen pro Tag durchschnittlich 585 Kilo an Gel, Paste und Flüssigkeiten zurück – das meiste davon in Wien (505).

"Hinter keinem dieser Fälle hat es aber eine terroristische Absicht gegeben", berichtet Brigadier Gerhard Moser, der im Innenministerium für das Flugsicherheitswesen zuständig ist. Selbst der Anteil an Gegenständen, die nach dem Waffen- oder einem anderen Gesetz abgenommen werden mussten, liegt im Promillebereich.
"In den meisten Fällen sind die Passagiere erst knapp vor der Kontrolle draufgekommen, dass sie die Gegenstände in ihren Taschen haben", schildert Gerhard Moser. Weil sie nicht gewusst hätten, wohin damit, hätten sie versucht, sie durch die Sicherheitskontrolle zu schleusen.

"In Österreich hat es so gut wie keinen Sinn, einen sicherheitsrelevante Gegenstand vor der Sicherheitskontrolle zu verstecken", sagt Gerhard Moser. "Daher wäre es angenehmer für alle Beteiligten, sie gleich auf den Tisch zu legen."
Die Passagiere sollten auch die durchsichtigen Ein-Liter-Sackerl vorweisen, in denen sie die erlaubten Flüssigkeits-, Gel- und Pastenmengen (je in 100-Milligramm-Gebinden) mit sich führen. "Das würde die Abfertigung beschleunigen", betont Moser. Auf den Flughäfen Wien-Schwechat, Salzburg, Innsbruck, Graz, Linz und Klagenfurt werden pro Jahr elf bis zwölf Millionen Passagiere beim Abflug kontrolliert, neun Millionen davon in Wien-Schwechat.

Das Sicherheitspersonal der kleineren Flughäfen deponiert Gegenstände, die nicht in die Kabine mitgenommen werden dürfen, in "Safebags". Die Passagiere können sie nach ihrer Rückkehr von dort wieder abholen. Auf den kleineren Flughäfen mit Parkplatznähe haben Passagiere meist zudem die Möglichkeit, die nicht erlaubten Gegenstände zurück in ihr Auto zu tragen. In Wien-Schwechat müssen ertappte Passagiere ihre Messer und ihre anderen heiklen Gegenstände entweder per Post nach Hause schicken lassen – das kostet Post- und Versicherungsgebühren – oder sie verzichten darauf.

Zurückgewiesene Gegenstände (beispielhaft):
713 Messer und andere Waffen
150 Schusswaffen und Bestandteile davon
215 Stück Munition
634 Abwehrsprays
781 Schlagwaffen
4.397 Gefahrgüter, z. B. Feuerwerkskörper oder Rum mit mehr als 70 % Vol. Alkohol
     
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