Großes Silbernes Ehrenzeichen für Univ.-Prof. Dr. Peter Schuster   

erstellt am
22  02. 10

Universitätsprofessor für Theoretische Chemie und Präsident der Akademie der Wissenschaften i.R. ausgezeichnet
Wien (rk) - Bürgermeister Dr. Michael Häupl überreichte am 22.02. das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien an den Präsidenten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften i.R., Univ.-Prof. Dr. Peter Schuster. Häupl betonte in seiner Laudatio den "umfangreichen Lebenslauf" und die "breite internationale Karriere" des Geehrten. Wiens Bürgermeister bedankte sich besonders für die "Kooperation und Zusammenarbeit zwischen der Akademie der Wissenschaften und der Stadt Wien", zu der Prof. Schuster maßgeblich beigetragen habe. Er habe sich stets bemüht "Wissenschafter aus Leidenschaft und Funktionär aus Überzeugung zu sein." Diesen Aufgaben habe er versucht im Sinne der Stadt Wien nachzugehen, bedankte sich der Wissenschafter. Unter den Gratulanten befanden sich neben Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft.

Autor wissenschaftlicher Fachbücher - Leistungen vielfach gewürdigt
Peter Schuster wurde 1941 in Wien geboren und studierte an der Universität Wien Physik und Chemie. Anschließend an seine Promotion im Jahr 1967 war der Geehrte bis 1971 Post-Doc-Assistent am Max Planck Institut für Physikalische Chemie in Göttingen, Deutschland. 1971 habilitierte sich der Wissenschafter für Theoretische Chemie an der Universität Wien und wurde zwei Jahre später zum ordentlichen Universitätsprofessor an der Universität Wien ernannt. In den Jahren 1972 bis 1992 sowie von 1996 bis 2009 war Prof. Schuster unter anderem Vorstand des Instituts für Theoretische Chemie und Strahlenchemie der Universität Wien. Zusätzlich war er von 2000 bis 2003 Vizepräsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und von 2006 bis 2009 deren Präsident.

Prof. Schuster ist Autor von neun Fachbüchern, sowie Herausgeber zahlreicher wissenschaftlicher Zeitschriften und Buchreihen. Seine wissenschaftlichen Hauptarbeitsgebiete waren und sind die Theorie der Wasserstoffbrücken und Protonenübertragungsreaktionen, die Aufklärung und Modellierung der Strukturen von Ribonukleinsäuren, die Untersuchung der Mechanismen der biologischen Evolution mit Hilfe von molekularen Modellsystemen, das Design von Molekülen für vorgegebene Funktionen, die Konstruktion analytischer Näherungen für nichtlineare Differentialgleichungen aus Physik, Biologie und Neurobiologie sowie die mathematische Untersuchung und Modellierung von Netzwerken der Genregulation und des zellulären Metabolismus.

Seine Leistungen wurden unter anderem mit dem Theodor-Körner-Forschungspreis und dem Erwin-Schrödinger-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet. 1993 wurde der Wissenschafter mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst, 1995 mit der Josef-Loschmidt-Medaille der Gesellschaft Österreichischer Chemiker, sowie 1997 mit dem Preis der Stadt Wien für Natur- und Technische Wissenschaften geehrt.
     
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