A 9 Pyhrn Autobahn: Bauarbeiten für zweite Tunnelröhre voll angelaufen   

erstellt am
18  02. 10

Vollbetrieb im Richtungsverkehr ab 2015
Linz (lk) - Am 4. Dezember 2009 fiel der symbolische Startschuss für den Bau der zweiten Röhre des Bosrucktunnels. Mittlerweile sind die Bauarbeiten für dieses Projekt voll angelaufen. Vorgetrieben wird sowohl vom Nord- als auch vom Südportal. Die zweite Tunnelröhre soll 2013 in Betrieb genommen werden. Der Vollbetrieb des Bosrucktunnels (beide Tunnelröhren) ist für 2015 geplant.

Die ASFINAG verfolgt mit dem Bau dieser zweiten Tunnelröhre konsequent ihr Tunnelsicherheitskonzept. "Einröhrige Tunnel stellen eine Gefahrenquelle dar. Daher nimmt die ASFINAG viel Geld in die Hand, um dies zu ändern. Das sind wir als dienstleistungsorientiertes Unternehmen unseren Kundinnen und Kunden schuldig", betont DI Gernot Brandtner, Geschäftsführer der ASFINAG Bau Management GmbH. "Um auch in Zukunft größtmögliche Sicherheit gewährleisten zu können, ist der Vollausbau des Bosrucktunnels und in weiterer Folge der bislang teils noch halbausgebauten Tunnelkette Klaus unabdingbar. Das bedeutet bei den Tunneln durchgehend zwei Röhren sowie im Freiland vier Fahrstreifen mit baulicher Mitteltrennung", so Brandtner.

Für Oberösterreichs LH-Stv. Franz Hiesl ist der Vollausbau des Bosrucktunnels ein weiterer Schritt konsequenter Straßenbaupolitik: "Seit 2002 läuft in Oberösterreich die größte Straßenbauoffensive in der Geschichte unseres Bundeslandes. Das steigert einerseits die Mobilität und damit Lebensqualität der Bevölkerung, stellt einen massiven Impuls für die Wirtschaft dar und verbessert die Sicherheit auf unseren Straßen. Gerade in den kritischen, einröhrigen Tunnelbereichen erreichen wir durch den Ausbau zweiter Röhren eine Entspannung der Situation. Frontalzusammenstöße können damit künftig vermieden und Leben gerettet werden", so Hiesl.

Das gegenständliche rd. sieben Kilometer lange Baulos umfasst die Errichtung der 5,5 km langen Weströhre des Bosrucktunnels sowie der zweiten Tragwerke für die dem Tunnel vorgelagerten Brücken (Hangbrücke mit 900 m und Teichlbrücke mit 190 m). Diese wurden bereits errichtet, sodass der Abtransport des Ausbruchsmaterials über getrennte Fahrspuren erfolgen kann und der Verkehrsfluss damit nicht behindert wird.

Nach Fertigstellung der neuen Weströhre wird die Bestandsröhre generalsaniert und für den Richtungsverkehr adaptiert. Der Tunnelvortrieb erfolgt in konventioneller Tunnelbauweise (Sprengvortrieb) nach der Neuen Österreichischen Tunnelbaumethode mit Kalottenvortrieb und nachlaufendem Strossen- und Sohlausbruch von beiden Portalen. Die Sicherung wird je nach angetroffenen Gebirgstypen mittels Spritzbeton, bewehrtem Spritzbeton, Stahlbögen und entsprechenden Ankerungen durchgeführt.

Das Ausbruchmaterial von insgesamt rd. einer Million m3 (= rd. 70.000 Lkw-Fuhren) wird großteils in Deponien verführt. Rd. ein Drittel davon wird für Schüttungen des neu zu errichtenden Schwerpunktrastplatzes Pyhrn-Priel wiederverwertet.

Im Zuge des Vollausbaus des Bosrucktunnels sind rd. 150 Personen über Jahre beschäftigt. Damit ist dieses Bauprojekt auch volkswirtschaftlich von Bedeutung. "Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Projekte wie der Vollausbau des Bosrucktunnels von immenser Bedeutung, weil Infrastruktur-Investitionen sehr schnell konjunkturwirksam werden und nachhaltig positive Effekte haben", betont ASFINAG-Geschäftsführer Brandtner.
Geplanter Vollbetrieb (beide Tunnelröhren): 2015

Gesamtkosten (inkl. Generalsanierung Bestandsröhre): netto ca. 321 Mio. Euro.

Tunnelsicherheit
Die zweite Röhre des Bosrucktunnels wird den hohen Auflagen der Richtlinien für Verkehr und Straßenbau (RVS) entsprechend ausgerüstet, die Bestandsröhre adaptiert und nachgerüstet. Im Vollausbau wird der Tunnel über folgende sicherheitstechnische Einrichtungen verfügen:

  • 5 Abstellnischen im Abstand von 1.000 m
  • 11 Querschläge, davon sechs begehbare und fünf mit Einsatzfahrzeugen befahrbare im Abstand von 1.000 m
  • Je 43 Notruf- und Feuerlöschnischen
  • Betondecke als Fahrbahnbelag
  • Querlüftung
  • Notruf- und Fluchtwegkennzeichnung
  • Helle reflektierende Tunnelwand-Beschichtung (bis zu 4,5 m Höhe)
  • Einfahrts-, Durchfahrts- und Notbeleuchtung
  • Bordsteinreflektoren beidseits der Fahrbahn
  • Tunnelfunkanlage für Verkehrsfunk, Einsatzkräfte und Betrieb

Die Steuerung und Überwachung des Tunnels erfolgt von der Tunnelzentrale Ardning aus.

     
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