Tagung zur Vermeidung eines frühzeitigen Schulabbruchs   

erstellt am
01  03. 10

Unterrichts- und Sozialministerium initiieren Dialog über Prävention von Schulabbrechern
Wien (bmukk) - Am 01. und 02.03. findet, im Europahaus in Wien eine gemeinsame Tagung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) und des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK) zur Prävention von frühzeitigem Schulabbruch statt ("Vermeidung frühzeitigen Schulabbruchs - Eine gemeinsame Verantwortung").

Trotz intensiver Bemühungen auf unterschiedlichen Ebenen des Bildungssystems, ist die Zahl der Schulabbrecher in den letzten Jahren gestiegen. Strategien zu Verbesserung der Situation werden im nationalen wie auch im EU-Kontext (z.B. EU-Benchmarks, OECD) gefordert. Österreich wird mit einer Quote von über 10% der frühzeitigen Schulabgänger im Alter von 18-24 Jahren den EU-Benchmark voraussichtlich nicht erreichen.

Studien und Praxiserfahrung in Österreich zeigen, dass zielorientierte Vernetzung und Kooperation der Akteure notwendige Voraussetzungen für langfristige Erfolge zur Senkung der Drop-Out-Rate darstellen. Eine wesentliche Aufgabe dieser Tagung ist es deshalb, Vertreter aus jenen Bereichen der Bundesverwaltung, der Bildungsinstitutionen, der Schüler - und Jugendorganisationen, der Elternvertretungen, der Gemeinden, der Sozialpartner und der NGOs, die von den Auswirkungen frühzeitigen Schulabbruchs betroffen sind, zu vernetzen. Die gemeinsame Initiative von BMUKK und BMASK setzt dabei ein besonderes Augenmerk auf die nachhaltige Etablierung übergreifender Präventions- und Reintegrationsmaßnahmen.

Eine Senkung der österreichischen Schulabbrecherquote erfordert einen Blick auf die komplexen Ursachen für die Schul- und Lernunlust der Schüler. Die sozio-ökonomischen Ausgangsbedingungen, der Bildungsgrad sowie der Zugang der Eltern zu Bildung und das Geschlecht, sind neben der Schule besonders stark wirksame Faktoren. Kinder arbeitsloser Eltern haben ein 3x so hohes, Kinder von Migranten ein 4x so hohes Drop-Out Risiko. Die Gefahr als Jugendlicher ohne Abschluss der Sekundarstufe II Hilfsarbeit leisten zu müssen ist 5x so hoch, die Bedrohung durch Arbeitslosigkeit verdoppelt sich.

Dem Thema "Equity" erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken ist daher individuell wie auch gesamtgesellschaftlich von Bedeutung. Gut ausgebildete Schulabgänger

  • sind besser auf den Arbeitsmarkt vorbereitet,
  • sind Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen gegenüber aufgeschlossener,
  • sind besser auf ein befriedigendes Leben in der Gesellschaft, als Staatsbürger, am Arbeitsmarkt, in der Familie vorbereitet und tragen zum ökonomischen Wachstum des Staates bei.


Auf Basis der Studien und Praxiserfahrung sind die übergeordneten Ziele der Tagung, Bewusstsein für den Themenbereich "frühzeitigen Schulabbruch" zu bilden und unter Einbeziehung aller Akteure Handlungsgrundlagen zur Verringerung des Drop-Out Risikos zu schaffen.

     
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