Hans Haid mit Otto-Grünmandl-Literaturpreis ausgezeichnet   

erstellt am
01  03. 10

Innsbruck (lk) - Kulturlandesrätin Beate Palfrader überreichte heute im Landhaus dem Tiroler Autor Hans Haid den Otto-Grünmandl-Literaturpreis 2010. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird heuer erstmals und künftig alle zwei Jahre auf Vorschlag des Kulturbeirats für Literatur und Theater verliehen.

„Hans Haid, so hat es den Anschein, kehrt allmählich zu seinen Ursprüngen zurück. Nicht, dass er sie je ganz verlassen hätte – die jeweilige Gegenwart, die Kultur und die Traditionen Tirols haben ihn Zeit seines Lebens als Volkskundler und Autor, als Mahner und Spötter, als Sammler, Kulturveranstalter und Initiator zahlloser Einrichtungen und Projekte nie losgelassen und immer wieder aufs Neue beschäftigt“, betont Kulturlandesrätin Palfrader bei der Preisverleihung.

Mit der Übergabe des volkskundlichen und historischen Teils seiner umfangreichen Sammlung an das Ötztaler Heimatmuseum in Längenfeld und des literarischen Teils seiner Sammlung sowie seines literarischen Vorlasses an das Brenner-Archiv stellt Haid sein immenses Wissen und den Ertrag seines jahrzehntelangen, ruhelosen Sammelns und Schreibens der Öffentlichkeit und insbesondere dem wissenschaftlichen und literarischen Nachwuchs zur Verfügung.

„Hans Haid wird mit diesem Preis als Literat gewürdigt, der, ähnlich wie Otto Gründmandl, seit seinen ersten Gedichten im Ötztaler Dialekt in den frühen 1970-er Jahren das literarische Leben Tirols und das kulturelle Erscheinungsbild des Landes ganz wesentlich mitgeprägt hat. Beide hat Tirol auf ihre ganz eigene Weise zum Widerspruch gereizt. Beide haben ein oft widerständiges Werk geschaffen, ohne das Tirol vielleicht einfacher daher käme, aber eben auch eintöniger. Dass der Dialekt zur Vieltönigkeit dieses Landes gehört und nicht nur als literarische Kunstform taugt, sondern auch zur schonungslosen Offenlegung der Wirklichkeit – das hat uns Hans Haid nachdrücklich vermittelt“, erläutert LRin Palfrader in ihrer Würdigung.

„Mit der heuer erstmaligen Auslobung eines eigenen Landespreises für Literatur ist der an sich bereits sehr dicht bestückte Reigen der Kulturpreise des Landes Tirol bis auf weiteres vollständig“, so die Landesrätin. Während die allgemeine Kulturförderung des Landes mit gutem Grund auf Breite und Vielfalt abzielt und besonderen Wert auf Nachwuchsförderung legt, sind Preise wie dieser eine willkommene Gelegenheit, besondere Qualität in Kunst und Kultur zu fördern. Während die alle zwei Jahre vergebenen Großen Literaturstipendien des Landes Tirol die aktuelle Arbeit von Literatinnen und Literaten fördern sollen, ist der auf Empfehlung des Kulturbeirats für Literatur und Theater 2009 beschlossene Preis einem Gesamtwerk oder außergewöhnlichen Einzelleistungen gewidmet.
     
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