Land Oberösterreich erhält wertvollen Brief    

erstellt am
01  03. 10

Erzherzog Ludwigs von Österreich
Linz (lk) - Ein besonderes Geschenk übergab kürzlich im Rahmen der Verleihung der Landespreise für Denkmalschutz Dr. Herbert Schmid an Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer: einen Brief von Erzherzog Ludwig von Österreich (1784 - 1864) an den Maler Leopold Kupelwieser (1796 - 1862), in dem Erzherzog Ludwig unter anderem zur um 1850 geplanten Restaurierung des Pacher Altares in der Pfarrkirche St. Wolfgang Stellung nimmt.

Der Flügelaltar von Michael Pacher gehört zu den Meisterwerken spätgotischer Kunst in Mitteleuropa und ist in nahezu unveränderter Form bis heute erhalten geblieben. Die erste umfassende Gesamtrestaurierung des Pacher Altares fand von 1852 bis 1862 statt; es war das erste große Projekt der erst kurz zuvor gegründeten staatlichen Denkmalpflege in Österreich.

Dr. Herbert Schmid hat den Brief 2008 im Wiener Dorotheum ersteigert. Er wird künftig im Oö. Landesarchiv aufbewahrt, wo bereits Unterlagen über die Restaurierung des Pacher Altares vorhanden sind. Die Übergabe erfolgte in Anwesenheit von Landeskulturdirektor Dr. Reinhard Mattes und dem Direktor des Oö. Landesarchivs, Dr. Gerhart Marckhgott.

"Ich freue mich sehr, dass dieses historische Schriftstück in den Besitz des Landes Oberösterreich kommt", betonte Landeshauptmann Pühringer, der sich besonders auch beim Spender Dr. Herbert Schmid bedankte: "Der Brief ist ein kultur- und kunsthistorisch wichtiges Zeugnis, gibt er doch nicht nur Einblicke in die Lebenswege zweier historischer Persönlichkeiten, sondern wirft ein Licht auf die Anfänge des Denkmalschutzes in Österreich."

Der Brief - datiert "Ischl, 23. April 1850" - umfasst zweieinhalb Seiten. Er behandelt verschiedene Themen: Zum einen gibt Erzherzog Ludwig Anweisungen zur Vollendung des Rahmens eines nicht näher genannten Gemäldes, der vergoldet und verzinnt werden sollte. Zum anderen schreibt Erzherzog Ludwig über die Akademie der

bildenden Künste in Wien, an der Leopold Kupelwieser seit 1836 als Professor tätig war. Und schließlich erteilt der Erzherzog dem Maler den Auftrag für eine Deutschlandreise, in deren Rahmen dieser vor allem München und Speyer besuchen solle. Darüber hinaus schreibt Erzherzog Ludwig: "Wenn Sie ohnehin hierher kommen, so werde ich Sie ersuchen, nach St. Wolfgang zu gehen, und den dortigen Altar zu untersuchen. Man hat mir gesagt, dass er sich in einem sehr üblen Zustand befindet. Es nimmt sich niemand darum an und es wäre doch schade, wenn er aus Vernachlässigung zu Grunde ginge."
     
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