Regionalität und Convenience sind Trends beim Lebensmittel-Einkauf   

erstellt am
27  04. 10

Berlakovich plant Stakeholder-Treffen "Unser Esstisch von morgen"
Wien (bmlfuw/aiz) - Bereits neun von zehn Österreichern verwenden bevorzugt Lebensmittel aus der Region, wobei die Bedeutung dieses Faktors deutlich zugenommen hat. Als Hauptgründe dafür werden Frische (80%), Qualität (79%), guter Geschmack (77%) und Natürlichkeit (65%) der heimischen Produkte genannt. Dies ist eines der Hauptergebnisse einer vom Lebensministerium bei "futurefoodstudio" in Auftrag gegebenen Studie, in deren Rahmen hierzulande 1.500 Österreicherinnen und Österreicher im Alter von 15 bis 70 Jahren befragt worden sind.

Die Hochwertigkeit der heimischen Lebensmittel sei allerdings keine Selbstverständlichkeit, betonte Österreichs Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich heute bei einem Pressegespräch in Wien. Der von der nationalen Agrarpolitik eingeschlagene, qualitätsorientierte Weg sei insbesondere vor dem Hintergrund internationaler Lebensmittelskandale als der richtige zu werten, der ganz im Sinne der Konsumentinnen und Konsumenten sowie der kleinstrukturierten, bäuerlichen Landwirtschaft sei. Es sei Ziel, auch die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2013 in diesem Sinne weiterzuentwickeln.

Gleichzeitig wolle er die nationalen Anstrengungen verstärken, die Vorzüge der heimischen Lebensmittel zu vermitteln. Mit dem AMA-Gütesiegel stehe ein Qualitäts- und Herkunftszeichen zur Verfügung, auf das sich die Verbraucher verlassen können. Zudem möchte er die Initiative "Genuss Region Österreich" verstärken, so Berlakovich.

Wie wichtig den Österreichern die Regionalität ihrer eingekauften Lebensmittel ist, verdeutlicht etwa die Tatsache, dass sich 36% der Befragten bereit zeigten, bis zu 10% mehr für heimische Produkte zu bezahlen, 13% sogar bis zu 15%.

Frische und gekühlte Convenience-Produkte gefragt
Neben der Regionalität ist auch die wachsende Bedeutung von Convenience-Produkten ein wesentlicher Trend. "Die Menschen wollen frische Lebensmittel, aber sie möchten wenig Arbeit damit haben", betonte Hanni Rützler von futurefoodstudio. Insbesondere frische und gekühlte Convenience-Produkte sind zunehmend gefragt. Um diesem Trend verstärkte Aufmerksamkeit zu widmen, möchte Berlakovich demnächst diverse Stakeholder aus der Landwirtschaft, der Verarbeitungsindustrie, dem Handel und dem Konsumentenbereich zu einem gemeinsamen runden Tisch unter dem Titel "Unser Esstisch von morgen" einladen. "Es ist ein Zeitdruck spürbar, aber auch ein bewussteres Umgehen mit der Nahrung", fasste Rützler zusammen.

Mehr Convenience bedeutet allerdings nicht, dass weniger gekocht wird. So hat die Anzahl der Personen, die selbst zum Kochlöffel greifen, zugenommen und vor allen die Männer stellen sich zunehmend an den Herd. Dabei spielt der Genussfaktor eine wesentliche Rolle.

93% ist Gentechnik-Freiheit wichtig oder sehr wichtig
Neben der Frische und dem guten Geschmack wird von den Befragten als drittwichtigstes Qualitätskriterium genannt, dass die Lebensmittel nicht gentechnisch verändert sind. 74% der Befragten erachten dies als sehr wichtig, weitere 19% als wichtig. Ähnlich sieht das Ergebnis bei der Frage nach der Konservierung durch Bestrahlung aus (70%, 21%). "Das zeigt, dass die Konsumenten technologischen Produktionsmethoden kritisch gegenüber stehen", so Rützler. Berlakovich betonte, dass er auch auf EU-Ebene das Thema GVO im Auge behalte und sich etwa für ein Selbstbestimmungsrecht beim Anbau einsetze, das nun auf dem besten Wege sei. Laut Rützler werden zudem auch Zusatzstoffe, undifferenziert, ob gesundheitsfördernd oder nicht, weitgehend abgelehnt.

Bio-Bereich gilt als krisensicher
Als nach wie vor krisensicher erweist sich laut Berlakovich der Bio-Bereich, in dem Österreich weiterhin Spitzenreiter sei. Für die Verankerung dieser Sparte in der europäischen und nationalen Agrarpolitik auch für die Zeit nach 2013 möchte der Minister mit Nachdruck sorgen.

Generell steht gutes Essen und Trinken nach einer glücklichen Partnerschaft, einem sicheren Arbeitsplatz, Kindern und einer schönen Wohnmöglichkeit an fünfter Stelle, was die Nennung "sehr wichtig" betrifft. In der Kategorie "wichtig oder sehr wichtig" übertrifft es sogar die Aufzucht von Nachwuchs. Der subjektive Stellenwert von guten Speisen und Getränken habe sich erhöht, betonte Rützler. Dies unterstreicht die Bedeutung, die der Lebensmittelbereich für die Menschen in unserem Land hat.

"Unternehmen Landwirtschaft 2020" behandelt Lebensmittel
Lebensmittel stehen übrigens auch im Mittelpunkt eines der acht Module der Initiative "Unternehmen Landwirtschaft 2020", die kürzlich von Minister Berlakovich gestartet worden ist. Unter dem Motto "Sicher. Echt. Aus Österreich" sollen Bewusstseinsbildung und Wissenstransfer zu diesem Thema verstärkt werden. Weiters ist der Ausbau von Programmen mit gesicherter Lebensmittelqualität, wie etwa das AMA-Gütesiegel oder DAC-Weine, geplant. Ebenso sollen im Rahmen dieses Moduls Initiativen zur Herkunftskennzeichnung im Handel oder in der heimischen Gastronomie forciert werden. Ferner zielen die Bemühungen darauf ab, exportfördernde Aktivitäten zu bündeln und Marktanteile im Binnenmarkt und in Drittländern zu gewinnen.
 
Informationen: http://
     
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