Theodor Kramer Preis 2010 an Elazar Benyoëtz   

erstellt am
14  05. 10

Überreichung am 14. Mai in der Minoritenkirche Krems/Stein
St. Pölten (nlk) - Am 14.05. wird ab 19 Uhr in der Minoritenkirche Krems/Stein in Zusammenarbeit zwischen der Theodor Kramer Gesellschaft und dem Unabhängigen Literaturhaus NÖ (ULNOE) sowie mit Unterstützung des Landes Niederösterreich, der Stadt Wien und des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur der zehnte Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und Exil überreicht.

Der diesjährige Preisträger ist Elazar Benyoëtz, der als Paul Koppel 1937 in Wiener Neustadt geboren wurde und 1939 mit seinen Eltern nach Palästina flüchten konnte. Er wuchs in Jerusalem auf, absolvierte ein Rabbinatsstudium, übte den Beruf aber nie aus. 1957 veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband in hebräischer Sprache, sechs weitere Bände folgten. Von 1964 bis 1968 lebte er in West-Berlin, wo er die später in Frankfurt am Main fortgeführte „Bibliographia Judaica" begründete. 1968 kehrte er nach Jerusalem zurück und heiratete die Miniaturmalerin und Kalligraphin Renée Koppel.

Der vielfach - u. a. mit dem Chamisso-Preis 1988 und dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse der Republik Österreich - ausgezeichnete Schriftsteller lebt in Jerusalem und schreibt auf Deutsch und Hebräisch. Zu seinem Werk zählen Essays, Gedichte, Aphorismen und Briefe; sein hebräischer Name Benyoëtz bedeutet „Sohn des Ratgebers". Die Laudatio hält Daniela Strigl, die musikalische Umrahmung steuert Alexander Shevchenko (Klezmer Wien) bei; der Eintritt ist frei.

Zuvor wird am Freitag, 14. Mai, ab 17 Uhr im ULNOE an Franz Zeller, den Namensgeber des Platzes vor der Kunsthalle Krems, erinnert: Franz Zeller wurde 1941 gemeinsam mit Ferdinand Strasser und Johann Hoffmann von der Gestapo verhaftet, angeklagt, verurteilt und im September 1942 hingerichtet. Das „Verbrechen" der drei Männer bestand in ihrer marxistischen Gesinnung, ihrem Widerstand gegen den Nationalsozialismus, der Verbreitung illegaler Flugschriften und in ihren Aktivitäten, im Rahmen der „Roten Hilfe" Geld für Familien von Inhaftierten zu sammeln.

Das Projekt „Nun Gute Nacht" im Rahmen des diesjährigen Viertelfestivals bezieht seinen Namen aus der Schlusszeile des letzten Briefes von Franz Zeller. Im Zuge der Veranstaltung wird aus Zellers Abschiedsbriefen gelesen. Zudem referiert Robert Streibel zum Thema „Der vergessene Widerstand in Krems"; der Eintritt ist frei. Vom 26. Juni bis 31. August wird dann eine Lichtskulptur mit den Worten „Nun Gute Nacht" am Franz-Zeller-Platz zu sehen sein und an das Schicksal des Widerstandskämpfers erinnern.
     
Informationen: http://www.theodorkramer.at/.    
 
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