Bioboom bei Kunststoffen   

erstellt am
11  05. 10

Neues Infoblatt von "die umweltberatung" über Biokunststoffe
Wien (rk) - Immer mehr Biokunststoffe drängen auf den Markt. "die umweltberatung" gibt im neuen Infoblatt einen Überblick über Biokunststoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und biologisch abbaubar sind. Bei der Verpackung von Obst und Gemüse haben diese Stoffe die Nase vorn, und auch Brot und Gebäck bleiben länger frisch.

Erdöl dient als Rohstoffquelle für die Herstellung von herkömmlichen Kunststoffen. Dieser Rohstoff ist jedoch begrenzt verfügbar und bei der Verbrennung von Erdölprodukten entstehen klimaschädliche Emissionen. "Kunststoffe, die auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen produziert werden, sind eine interessante Alternative zu Erdölprodukten", erklärt Mag. DI Christian Fenz, Abfallexperte von "die umweltberatung".

In der Stärke liegt die Kraft
Biokunststoffe aus Stärke sind aufgrund ihres guten Preis-Leistungsverhältnisses am Markt besonders stark vertreten. Die Rohstofflieferanten dafür sind hauptsächlich Mais, Weizen und Kartoffel. Es gibt aber noch einige andere Rohstoffe für Biokunststoffe wie Stroh, Bambus, Gräser, Flachs und Zucker.


Anwendungsgebiete
Biokunststoffe finden in verschiedensten Bereichen ihre Anwendung. Derzeit kommen Biokunststoffe hauptsächlich für die Herstellung von Säcken, Bechern, Folien, Geschirr, Besteck, Pflanzentöpfen oder auch Operationsmaterial wie Nähfäden und Schrauben zum Einsatz.
Langlebige und kurzlebige Produkte

Es gibt sowohl biologisch abbaubare, als auch biologisch nicht abbaubare Biokunststoffe. Biologisch abbaubare Biokunststoffe eigenen sich besonders für kurzlebige Produkte wie etwa Mulchfolien für die Landwirtschaft oder Pflanztöpfe für den Gartenbau. Biologisch nicht abbaubare Biokunststoffe haben den Vorteil, dass sie für langlebige Produkte einsetzbar sind. So können Mehrwegprodukte wie Transportkisten oder Getränkebecher erzeugt werden, die das Müllaufkommen verringern.

Länger haltbar in Bio-Verpackung
Bei der Verpackung von Lebensmitteln hat der Einsatz von Biokunststoff einen großen Vorteil: Durch die besonderen Eigenschaften von Biokunststoffen halten Obst, Gemüse, Brot und Gebäck länger frisch. Die längere Haltbarkeit kann die Menge verdorbener Lebensmitteln verringern, die sonst ungenutzt weggeworfen wird.
Nicht immer von Vorteil

Achtung, die Verwendung von Biokunststoffen ist nicht automatisch ökologisch sinnvoll! Zum Beispiel schneidet ein Einwegbecher aus Biokunststoff in Ökobilanzen deutlich schlechter ab als ein Mehrwegbecher aus konventionellem Plastik. "An erster Stelle steht aus ökologischer Sicht das Vermeiden von Kunststoffabfällen", appelliert der Umweltberater.

Für den Einsatz von Biokunststoffen im großen Stil ist zu bedenken, dass die dafür benötigten Anbauflächen nicht die Anbauflächen für Nahrungsmittel in ärmeren Ländern verringern sollen.
Informationen
     
Informationen: http://www.umweltberatung.at    
 
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