Marek: Jugend muss für sich selber sprechen können und gehört werden    

erstellt am
24. 08. 10

Diskussionsveranstaltung mit Jugendlichen in einer überbetrieblichen Lehrwerkstätte - Gegeneinander der Generationen überwinden
Wien (bmwfj) - "Jugendpolitik hat die Aufgabe, den Jugendlichen eine Stimme in der Gesellschaft zu geben, dafür zu sorgen, dass junge Leute für sich selber sprechen können und dabei auch von der Gesellschaft gehört werden", erklärte Christine Marek, Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, am 23.08. bei einer Diskussionsveranstaltung in einer überbetrieblichen Lehrwerkstätte. Teilnehmer waren rund hundert Jugendliche, zwei Drittel davon mit Migrationshintergrund. Gerade diese, so Marek, seien zu Partizipation, aktiver Mitgestaltung und aktivem Mitreden zu motivieren, da sie vielfach in den Herkunftsländern schlechte Erfahrungen mit Politik und Politikern gemacht hätten.

Die Skepsis der Jugendlichen gegenüber der Politik, setzte die Staatssekretärin fort, bedeute jedenfalls nicht, dass Jugendliche oberflächlich und nicht engagiert seien. Sie kämpfe daher seit langem gegen dieses Vorurteil an. "Vielfach ist in den Medien und von vielen Erwachsenen nur von den Problemen die Rede, die die Gesellschaft mit den Jugendlichen hat. Es gibt jedoch genug Gegenbeispiele, dass Jugendliche sich mit den Problemen der Gesellschaft auseinandersetzen und eigene Lösungsvorschläge präsentieren. Die Jugendpolitik hat daher die Aufgabe, ein Gegeneinander der Generationen abzubauen und den respektvollen Umgang mit den unterschiedlichen Bedürfnissen der Jüngeren wie auch der Älteren zu fördern", so Marek. Jugendpolitik müsse daher als Gemeinschaftsprojekt von Jung und Alt gedacht werden und auch alle Jugendlichen erreichen.

Marek räumte ein, dass die globale wirtschaftliche Lage den Eintritt der Jugendlichen in den Arbeitsmarkt nicht gerade begünstige und manche den stetig steigenden Bildungs- und Ausbildungsanforderungen nicht gewachsen seien. Die Bundesregierung habe daher zahlreiche Maßnahmen wie zum Beispiel die Ausbildungsgarantie und die Lehrlingsoffensive gesetzt, so dass in Österreich die Jugendarbeitslosigkeit im EU-Vergleich sehr niedrig sei. Die Regierung setze daher alles daran, das Bildungsniveau der Jugendlichen zu heben, denn Ausbildung sei das wirksamste Mittel gegen Arbeitslosigkeit, betonte Marek. Jugend dürfe dabei nicht als "Sozialfall", sondern müsse als Partner der Wirtschaft und Gesellschaft gesehen werden.

"Es ist mir ein großes Anliegen, das große Potenzial der Jugend sichtbar zu machen und verstärkt für die Zukunft zu nutzen. Denn die Jugendlichen sind die Experten in eigener Sache und haben daher das Recht, sich bei der konkreten Gestaltung ihrer Lebenswelt einzumischen", schloss Marek.
     
zurück