Internationale Anti-Korruptionsakademie in Laxenburg eröffnet   

erstellt am
02. 09. 10

Am 2. September 2010 wurde die Internationale Anti-Korruptionsakademie (IACA) in Laxenburg eröffnet. Sie soll Wissensdrehscheibe im Kampf gegen die Korruption werden.
Laxenburg (bmi) - "Die Korruptionsbekämpfung hat in Österreich in den letzten Jahren eine starke Dynamik erhalten – mit der Gründung der IACA gehen wir zu einem globalen Ansatz über", sagte Innenministerin Dr. Maria Fekter bei der Eröffnung der IACA Gründungskonferenz, die am 2. und 3. September 2010 in der Wiener Hofburg stattfindet. Vertreter aus 23 Staaten unterzeichnen am 2. September 2010 in der Wiener Hofburg den Gründungsvertrag für die "Internationale Anti-Korruptionsakademie" (IACA). Die IACA wurde in Laxenburg eingerichtet; sie soll den Status einer internationalen Rechtspersönlichkeit erhalten.

An der Gründungskonferenz nehmen 800 Experten und Politiker aus 95 Staaten teil, darunter 45 Minister aus 35 Staaten. Auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon wird unter den Gästen sein. Parallel zu der Konferenz findet in Laxenburg das erste Seminar mit 45 Teilnehmern statt.

Die IACA wurde von Österreich initiiert. Als Partner wurden das Büro der Vereinten Nationen für die Drogen und Verbrechensbekämpfung (UNODC) sowie die EU-Betrugsbekämpfungsbehörde OLAF gewonnen. Das Land Niederösterreich unterstützt das Projekt mit dem Palais Kaunitz in Laxenburg als Standort. Das Gebäude aus dem 17. Jahrhundert wurde 2008 renoviert, mit Geldern aus Niederösterreich und dem Innenministerium. Es stehen vier Seminarräume, 19 Einzelzimmer, drei Appartements und zahlreiche Büros zur Verfügung – "und der Park wird der Akademie die Atmosphäre eines Uni-Campus verleihen", sagte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll. Insgesamt steht der IACA eine Nutzfläche von 5.000 Quadratmetern zur Verfügung.

"Mit der Anti-Korruptions-Akademie werden die Teilnehmerstaaten die Gelegenheit erhalten, sich in der Staatengemeinschaft auf diesem Sektor zu vernetzen", sagte Außenminister Dr. Michael Spindelegger. Justizministerin Mag. Claudia Bandion-Ortner betonte, Österreich sei zwar keine Korruptionsoase, "aber uns muss bewusst sein, dass es Korruption auch bei uns gibt – und wir müssen sie mit allen Mitteln bekämpfen."

Das Programm der Internationale Anti-Korruptionsakademie wird fünf Bereiche umfassen:

  • Standardisierter Ausbildungs- und Forschungsaktivitäten – ein Programm zu Standardthemen, wie die Vermögensrückführung oder Vernehmungstechniken in Korruptionsfällen;
  • maßgeschneiderte Ausbildungs- und Forschungsprojekte – Aktivitäten, für die es in einzelnen Staaten oder Organisationen einen konkreten Bedarf gibt;
  • akademische Ausbildungsformen, bei denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer akademisches Know-how erwerben werden können, und zwar auf Bachelor-, Master-Ebene und letztlich auch auf Doktorats-Niveau;
  • die IACA wird als internationale Plattform dienen und eine Basis für Netzwerkaktivitäten bieten, wo es zu einem regen Informationsaustausch kommen soll;
  • die IACA soll zu einer Art "Think Tank" werden, wo neue Maßstäbe in der Korruptionsbekämpfung und –prävention gesetzt werden sollen.


Am Aufbau der IACA werden etwa 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligt sein. Der Seminar- und Veranstaltungsbetrieb wird noch heuer im Oktober mit ersten Aktivitäten anlaufen. Den Echtbetrieb wird die "Internationale Anti-Korruptionsakademie" IACA in der ersten Jahreshälfte 2011 aufnehmen. Der akademische Betrieb wird im Oktober 2011 anlaufen, mit ersten Master-Studiengängen. Seinen akademischen Vollbetrieb, also mit vollständigem Lehrkörper, soll die IACA bis spätestens Jahresmitte 2012 aufnehmen.

     
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