Rotwein-Anteil an Rebfläche klettert auf ein Drittel   

erstellt am
08. 09. 10

Wien (öwpd) - Im Zeitraum zwischen 1999 und 2009 hat sich die Riedenlandschaft in Österreich sichtbar verändert. Wie aus der jüngsten Weingartengrunderhebung der EU hervorgeht, ist die mit Weißweinsorten bepflanzte Fläche in diesen zehn Jahren um rund 18 Prozent auf knapp 30.000 Hektar zurückgegangen. Im Gegenzug dazu haben die Rotweinflächen um über 27 Prozent auf fast 16.000 Hektar zugelegt. Damit besteht die gesamte Rebfläche in Österreich nun zu zwei Dritteln aus Weiß-, zu einem Drittel aus Rotwein.

"Dieses Verhältnis ist in Ordnung, denn es entspricht unseren Markt- und Exportgegebenheiten", erklärt Josef Pleil, Präsident des Österreichischen Weinbauverbandes, gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Ein weiteres Wachstum des Rotwein-Anteils sei nicht wünschenswert, weil "wir bei den Roten ohnehin starken Importdruck spüren, insbesondere im Billigsegment." Nicht nur aus Italien, Frankreich und Spanien würden Tausende Rotweinflaschen in die Regale der heimischen Supermärkte drängen, sondern auch immer mehr aus Produktionsländern außerhalb Europas, wie z.B. Australien oder Argentinien.

Wichtig sei, dass "wir im Handel das gesamte dort vorhandene Preisband mit österreichischen Weinen bedienen können", betont Pleil. Das dürfte schon in naher Zukunft ein schwieriges Unterfangen werden, werden doch die heurigen Wetterkapriolen die Weinproduktion deutlich unter zwei Millionen Hektoliter drücken. In einem Jahr mit normalem Witterungsverlauf sind es 2,5 bis 2,7 Millionen Hektoliter.

Trotz der zu erwartenden geringen Erntemenge rechnet der Weinbau-Präsident mit einem qualitativ sehr guten Jahrgang 2010. "Jetzt brauchen die Trauben einen langen sonnigen Herbst mit warmen Tagen und kühlen Nächten." Anhaltender Regen jedoch berge die Gefahr von Beerenfäulnis, was einen weiteren Mengenverlust bewirken würde.
     
Informationen: http://www.weinausoesterreich.at    
     
zurück