Faymann: "Sozialer Ausgleich ist wichtiger Baustein für ein friedliches Miteinander"   

erstellt am
04. 11. 10

Bundeskanzler Werner Faymann empfing die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars für Friedensnobelpreisträger in Wien
Wien (bpd) - "Für die Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union ist ein Leben in Frieden zur Realität geworden, und das seit mehr als fünfzig Jahren. Eine ganze Generation verdankt ihr Aufwachsen und Leben in einem Umfeld ohne Krieg dem Friedensprojekt der EU", sagte Bundeskanzler Werner Faymann vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des 5. Wiener Nobelpreisträgerseminars. Das am 03. und 04.11. stattfindende Seminar ist dieses Jahr dem Thema Frieden und Menschenrechte gewidmet.

Bundeskanzler Faymann erinnerte an die Österreicherin Bertha von Suttner, die im Jahr 1905 für ihr Engagement gegen Gewalt und Krieg mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde. "Auch unsere heutigen Gäste wurden für ihr ausdauerndes Eintreten für den Frieden ausgezeichnet", so Faymann. Der Kanzler hieß die mit dem Friedensnobelpreis Ausgezeichneten Mohamed ElBaradei, José Ramos-Horta, Melissa Flemings als Vertreterin des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen sowie den Präsidenten von Médecins Sans Frontières, Dr. Unni Karunakara, herzlich willkommen. Am Empfang nahmen auch der Botschafter der Republik Indien, Dinkar Khullar, der Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, Ewald Nowotny, der Präsident der österreichischen Industriellenvereinigung, Veit Sorger, sowie Vertreter der Wirtschaftskammer Österreich teil.

Für ein friedliches Miteinander müsse der weltweite Kampf gegen die Armut in den Mittelpunkt gerückt werden, so der Bundeskanzler. Dieser Auftrag an die Politik würde sich auch in den Prioritäten der Vereinten Nationen widerspiegeln. "Wir müssen alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, um Armut zu beseitigen und einen sozialen Ausgleich zu schaffen". Innerhalb der Europäischen Union müsse daher die soziale Dimension weiter ausgebaut werden. "Auf internationaler Ebene ist es unsere Aufgabe, sozialpolitische Ziele ganz oben auf unsere Agenda zu setzen", sagte Faymann.

Der vormalige IAEO-Generaldirektor und Friedensnobelpreisträger des Jahres 2005, Mohammed ElBaradei, machte in seiner Ansprache auf die Vielfältigkeit des Friedensbegriffes aufmerksam. Friede sei keineswegs einfach "nur" die Abwesenheit von Gewalt und auch kein singuläres Ereignis, sondern ein Prozess. "Für mich steht die soziale Dimension des Friedens im Vordergrund: Es geht um den individuellen Frieden, die Würde und Sicherheit jedes Einzelnen. Das bedeutet letztlich Friede und dafür gilt es, sich einzusetzen." ElBaradei hoffte, dass das in Wien stattfindende Seminar Frieden und Sicherheit in der Welt unterstützen würde können.

Bundeskanzler Faymann dankte abschließend den Organisatoren des Wiener Seminars sowie den Ehrengästen für ihr Engagement: "Die Diskussion und der Erfahrungsaustausch mit internationalen Expertinnen und Experten sind ganz wesentliche Beiträge in unserem Bemühen um mehr Toleranz, Gerechtigkeit und Chancengleichheit in der Gesellschaft und damit für ein friedliches Zusammenleben. In diesem Sinne wünsche ich allen Seminarteilnehmern erfolgreiche Beratungen und einen fruchtbaren Meinungsaustausch".
     
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