Denken ohne Grenzen   

erstellt am
24. 11. 10

Wirtschaftsparlament tagte in Eisenstadt
Eisenstadt (wkbgld) - Unter dem Motto „Denken ohne Grenzen“ wurden im Wirtschaftsparlament am 23.11. die Veränderungen durch die Umsetzung der Dienstleistungsrichtlinie und das Inkrafttreten der Arbeitnehmer-Freizügigkeit diskutiert.

Ab Mitte nächsten Jahres ist der gemeinsame Wirtschaftsraum mit Ungarn Realität. Dann tritt die von der EU geforderte Dienst­leistungsrichtlinie und die Arbeitnehmer-Freizügigkeit in Kraft. Arbeitskräfte und Firmen können ohne große Auflagen grenzenlos arbeiten. „Das bringt viele Chancen über die Wirtschaft hinaus, aber manche Menschen fürchten sich auch vor diesen Veränderungen“, erklärte Wirtschaftskammerpräsident Peter Nemeth bei der Herbstsitzung des Burgenländischen Wirtschaftsparlaments in Eisenstadt.

40 Jahre Leben am Eisernen Vorhang hätten die Burgenländerinnen und Burgenländer – aber auch die Menschen in Ungarn – geprägt. „Es gibt noch Vorbehalte und Unsicherheiten“, so Nemeth.

Mit einem groß angelegten Projekt, das beim Wirtschaftsparlament erstmals vorgestellt wurde, möchte die Wirtschaftskammer Burgenland nun Ängste nehmen, informieren und konkrete Servicepakete anbieten. „Das Einhalten rechtlicher Rahmenbedingungen, ein Informations- und Aufklärungskampagne sowie die Entwicklung einer starken Marke Burgenland sind die Schwerpunkte dieses Projekts“ sagte Wirtschaftskammerdirektor Anton Bubits.

Konkret kündigte Bubits einen Kontroll-Gipfel mit Vertretern aus Politik, Behörden und Institutionen an. Im Dezember werde man die Landesregierung über das Projekt informieren und mit der Info- und Aufklärungskampagne im Februar 2011 starten.

Verantwortung für Generationen
Unter dem Motto „Denken ohne Grenzen“ wurden im Wirtschaftsparlament am 23. November 2010 die Veränderungen durch die Umsetzung der Dienstleistungsrichtlinie und das Inkrafttreten der Arbeitnehmer-Freizügigkeit diskutiert.

(Eisenstadt/23. November 2010). Auch wenn Wirtschaftsprognosen wieder positiv sind, die Budgetkonsolidierung sei alles andere als klar und schlüssig. Einige Kritikpunkte äußerte Wirtschaftskammerpräsident Honorarkonsul Ing. Peter Nemeth in seiner Analyse des Steuerpakets an eben diesem. Etwa die Einhebung eines Beitrags an die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) oder die Einführung einer Abgabe für Einweggebinde von bis zu 20 Cent. Nemeth: „Das schadet unseren Betrieben in der Lebensmittelbranche massiv. Auch ist klar, dass diese Maßnahmen die Produkte heimischer Unternehmen für die Konsumenten verteuern würden.“

Lob des Wirtschaftskammerpräsidenten erntete das neue politische Klima im Land. „Wir sind ein kleines Bundesland, das in den letzten Jahren enorm viel geleistet und einen Riesenaufholprozess erlebt hat. Gegenseitige Beleidigungen sind hier nicht besonders intelligent.“

Nemeth unterstrich in diesem Zusammenhang die Leistungen, die Wirtschafts­kammer und Land gemeinsam für die Wirtschaft erreichen konnten: „die Einführung eines Risikokapitalfonds, die Förderungen für Internationalisierungs­maßnahmen oder den Start der Innovationsoffensive 2020, das alles sind wichtige Maßnahmen, die unsere Wirtschaft weiterbringen werden“, so Nemeth.

Verbesserungsbedarf ortet Wirtschaftskammerpräsident Nemeth in der Raum­ordnung. „81 % der Gesamtverkaufsflächen im Handel sind an der Peripherie. Das ist österreichweit einzigartig.“ Nemeth fordert hier, dass die Raumordnung als echtes Regulativ eingesetzt wird. Auch möchte Nemeth die Burgenländerinnen und Burgenländer noch mehr zum Einkaufen im eigenen Land motivieren. „955 Mio oder 79 % des Kaufkraftvolumens der Burgenländer wird im Land ausgegeben. Das hört sich viel an, ist aber verglichen etwa mit der Steiermark (90 %) oder Vorarlberg (94 %) eher bescheiden.“
     
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