Leitl: Österreich und seine Betriebe sind verlässliche Modernisierungspartner Russlands   

erstellt am
06. 12. 10

Innovation und Modernisierung gehören sowohl in Österreich als auch in Russland zu den Kernthemen - " Österreichisch-Russischen Geschäftsrat in WKÖ
Wien (pwk) - 30 hochrangige Persönlichkeiten aus der russischen Wirtschaft unter der Leitung des Gouverneur der Region Samara, Wladimir Artjakow, trafen am 06.12. in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) mit österreichischen Unternehmensvertretern anlässlich des "4. Österreichisch-Russischen Geschäftsrates" zusammen. "Unsere beiden Länder, Russland und Österreich, verbindet ein enormes Potenzial miteinander, das wir gemeinsam nutzen wollen und werden", unterstrich Christoph Leitl in seinen Ausführungen. "In beiden Ländern sind Innovation und Modernisierung Kernthemen; dazu werden laufend Anstrengungen unternommen", so der WKÖ-Präsident.

Russland ist erfolgversprechender Markt für Österreich
Der russische Markt bleibt auch weiterhin für österreichische Unternehmen interessant und erfolgversprechend. Mehrere Regionen Russlands, vornehmlich der Süden, haben ambitionierte Pläne zur Steigerung der ausländischen Investitionen und den damit verbundenen Aufbau einer mittelständischen Leichtindustrie. Die vom russischen Staat geförderten Investitionen in Bereichen der Infrastruktur sowie der Energiewirtschaft sind für österreichische Firmen höchst attraktiv. Derzeit bestehen ca.450 österreichischen Firmenniederlassungen in Russland.

Bilateraler Außenhandel zwischen Russland und Österreich boomt
Leitl: "Russland ist für Österreich der elftwichtigste Handelspartner - sowohl auf Exporte als auch auf Importe bezogen. Nach dem krisenbedingten Rückgang der österreichischen Ausfuhren, hat sich der Außenhandel mit Russland heuer wieder mehr als nur erholt." In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres machte der Exportzuwachs im Vergleich zur Vorjahresperiode 29,8% aus (Volumen: 1,7 Mrd. Euro). Die Importe aus Russland stiegen sogar um 58% (Volumen: 1,6 Mrd. Euro). Der größte Teil der Exporte ist den Sektoren Maschinenbau, Anlagen, Kraftfahrzeuge und pharmazeutischen Erzeugnisse zuzurechnen. Importseitig machen mineralische Brennstoffe und Mineralöle mit über 80% den größten Anteil aus. Besonders wichtig wurden in den letzten Jahren russische Gäste für den Tourismusstandort Österreich. Im Vorjahr wurden über 950.000 Nächtigungen russischer Touristen verbucht - vor allem der Wintertourismus boomt diesbezüglich. Der Stand an österreichischen Direktinvestitionen in Russland liegt bei knapp unter 5 Mrd. Euro. Umgekehrt haben russische Unternehmen in Österreich bisher rund 2,5 Mrd. Euro investiert.

Russische Wirtschaft hat sich erholt
Generell stehen die Anzeichen für die russische Wirtschaft gut: so korrigierte etwa der Internationale Währungsfonds das reale Wirtschaftswachstum für 2010 von 4% auf 4,25% nach oben. Für 2011 kann mit einem Wirtschaftswachstum von 5% gerechnet werden. Dieser Zuwachs wird hauptsächlich vom Privatkonsum und in geringem Umfang von steigenden Kapitalinvestitionen getragen werden. Die Inflationsrate hatte mit 8,8% Ende 2009 sogar den niedrigsten Wert seit langer Zeit erreicht und für die ersten sechs Monate 2010 wurde ein Anstieg der Preise um nur 3,5% verzeichnet.

Der "Österreichisch-Russischen Geschäftsrat" hat zum Ziel, einen regelmäßigen Gedankenaustausch zwischen Unternehmern beider Länder zu pflegen, wobei u.a. über Investitionsprojekte, Innovationen und Technologietransfer im Modernisierungsprozess der russischen Wirtschaft und Finanzierungsmöglichkeiten, aber auch über etwaige Hindernisse im bilateralen Wirtschaftsverkehr diskutiert wird. Der nächste "Österreichisch-Russischen Geschäftsrat" soll anlässlich des Staatsbesuchs von Bundespräsident Heinz Fischer im kommenden Jahr in Russland stattfinden.
     
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