Karl: Ärzteberuf noch attraktiver machen   

erstellt am
17. 01. 11

Gesundheitsminister Stöger, Ärztekammer-Präsident Dorner, Rektoren der Medizinuniversitäten und Experten diskutieren über Medizinausbildung in Österreich
Wien (bmwf) - „Mir geht es darum, den Ärzteberuf noch attraktiver zu machen“, so Wissenschafts- und Forschungsministerin Dr. Beatrix Karl. „Dazu müssen wir an zwei Hebeln ansetzen: zum einen bereits im Studium, zum andern im Berufsfeld selbst. Es ist also eine Querschnittsmaterie und ich möchte gemeinsam mit Gesundheitsminister Alois Stöger an der Weiterentwicklung arbeiten“, betont die Ministerin. Daher lädt sie kommenden Donnerstag und Freitag zu einem „Kongress zur Medizinausbildung“ in die Aula der Wissenschaften in der Wiener Wollzeile, um mit zahlreichen Expertinnen und Experten über die Medizinausbildung in Österreich zu diskutieren.

„Ärztinnen und Ärzte sind zentral für die ausgezeichnete Qualität des österreichischen Gesundheitswesens verantwortlich. Daher liegt es in der Natur der Sache, den Beruf weiterzuentwickeln und noch attraktiver zu machen. Die Medizin, aber auch die Wünsche der Menschen, haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Um auf die heutigen Bedürfnisse, sowohl was die Behandlungsqualität als auch den Beruf des Arztes angeht, habe ich die neuen Gruppenpraxen geschaffen. Im Team ist es leichter gute Qualität zu liefern, aber es ist auch möglich in Karenz zu gehen oder Teilzeit zu arbeiten. Das ist besonders für junge Ärztinnen und Ärzte sehr wichtig und macht den Beruf attraktiver. Auch die praktische Ausbildung ist in Gruppenpraxen durch die größere Breite an Fachrichtungen besser“, betont Gesundheitsminister Alois Stöger.

„Wir müssen die Studierenden an den Medunis bestmöglich ausbilden und auf ihren Berufsweg vorbereiten. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist aus meiner Sicht, dass wir ein einjähriges klinisch praktisches Jahr in das Medizinstudium aufnehmen“, unterstreicht Karl. Damit werde einerseits die praktische Ausbildung bereits im Studium in einem mittlerweile internationalen Ausmaß verstärkt, andererseits werden damit für die Absolventinnen und Absolventen auch gleiche Chance gegenüber den im Ausland ausgebildeten Studierenden geschaffen. Im sich sicher in naher Zukunft verstärkenden internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe müsse es das Ziel Österreichs sein, eine ausreichende Zahl an Jungärztinnen und Jungärzten für eine Tätigkeit im Inland zu gewinnen. Es dürfe in Österreich nicht dazu kommen, das es wie im benachbarten Ausland (Deutschland) zu Problemen kommt, frei werdende Stellen - vor allem in ländlichen Gebieten - durch ambitionierte und motivierte Jungärztinnen und Jungärzte zu besetzten.

An der Expertenrunde zur Medizinausbildung in Österreich, die von Vera Russwurm moderiert wird, nehmen unter anderem Gesundheitsminister Alois Stöger, Ärztekammer-Präsident Walter Dorner, die Rektoren der drei Medizin-Unis (Josef Smolle/Graz, Herbert Lochs/Innsbruck, Wolfgang Schütz/Wien) sowie zahlreiche Experten aus dem Inland (u.a. Christiane Spiel, Universität Wien) und Ausland (u.a. Margret Wintermantel, Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz in Deutschland; Hans Hjelmqvist, Mitglied der Schwedischen Ärztekammer; Susanne Suter, Präsidentin des schweizerischen Wissenschafts- und Technologierates) teil.
     
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