Wiener Staatsoper trauert um ihren ehemaligen Direktor Claus Helmut Drese  

erstellt am
18. 02. 11

Wien (staatsoper) - "Die Wiener Staatsoper trauert um Claus Helmut Drese, einen großen Theatermenschen, der als Direktor des Hauses bedeutende Impulse gesetzt hat und stets um höchste künstlerische Qualität bemüht war", so der Direktor der Wiener Staatsoper, Dominique Meyer, zum Tod des am 15. Februar 2011 im 89. Lebensjahr verstorbenen ehemaligen Staatsoperndirektors und Regisseurs. Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst, den Drese als Assistent des Musikdirektors Claudio Abbado an die Wiener Staatsoper geholt hatte: "Claus Helmut Drese war für mich der Grandseigneur der Opernintendantenwelt."

Claus Helmut Drese wurde am 25. Dezember 1922 in Aachen geboren und studierte Germanistik, Geschichte, Philosophie und Theaterwissenschaft in Köln, Bonn und Marburg/Lahn. Er wirkte zunächst als Dramaturg und Schauspieler, bevor er Regie zu führen begann. Von 1952 bis 1959 war er Chefdramaturg und Regisseur am Nationaltheater in Mannheim, war bis 1963 Intendant in Heidelberg und übernahm sodann die Leitung des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden. 1968 wurde er Generalintendant für Oper und Schauspiel in Köln, 1975 wurde er Direktor der Zürcher Oper. In seine Zürcher Direktionszeit fallen u. a. ein Aufsehen erregender Monteverdi-Zyklus von Jean Pierre Ponnelle und Nikolaus Harnoncourt sowie der von ihm realisierte Umbau des Opernhauses.

Mit Saisonbeginn 1986 wurde Claus Helmut Drese vom damaligen österreichischen Unterrichtsminister Helmut Zilk zum Direktor der Wiener Staatsoper berufen. Claudio Abbado war bis zum Ende seiner Direktion 1991 der Musikdirektor an seiner Seite. Mit seinem Anspruch, "Ansätze zu einer neuen Ästhetik des Musiktheaters" zu bieten, verbuchte er eine Reihe von Erfolgen. Neben aufsehenerregenden Projekten wie etwa "Il viaggio a Reims" fallen in seine Direktionszeit Produktionen, die sich bis heute im Repertoire der Wiener Staatsoper gehalten haben, wie beispielsweise "L'italiana in Algeri", "Un ballo in maschera", "Elektra", "Don Carlo" oder "Wozzeck". Drese selbst inszenierte im Haus am Ring Glucks "Iphigénie en Aulide" und Mozarts "La clemenza di Tito". Er richtete ein Opernstudio an der Wiener Staatsoper ein und brachte vermehrt Produktionen an anderen Spielstätten wie dem Künstlerhaus-Theater, dem Odeon, dem Ronacher oder der Probebühne der Wiener Staatsoper heraus.

Claus Helmut Drese erhielt im April 1991 die Ehremitgliedschaft der Wiener Staatsoper und beendete seine Direktionszeit mit einer Vorstellung von "Otello" mit Plácido Domingo in der Titelpartie, die mit 101 Vorhängen bejubelt wurde.
     
Informationen: http://www.wiener-staatsoper.at/    
     
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