Salzburg bei erneuerbaren Energien im europäischen Spitzenfeld   

erstellt am
16. 03. 11

Eisl bietet Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Standorten für die Windkraft an
Salzburg (lk) - Das Unglück im japanischen Atomkraftwerk Fukushima rückt die Frage der Energieversorgung wieder in den Mittelpunkt. Im Land Salzburg kann im Vergleich mit Österreich und der EU mit 40 Prozent ein besonders hoher Anteil am Gesamtenergieverbrauch durch erneuerbare Energie gedeckt werden. Dieser Wert liegt bei 8,5 Prozent im EU-Schnitt, bei zehn Prozent in Deutschland und bei 30 Prozent in Österreich. Der Anteil erneuerbarer Energien konnte in Salzburg in den vergangenen Jahren von 29 Prozent im Jahr 2004 auf 40 Prozent im Jahr 2009 deutlich gesteigert werden. "Das bedeutet: Salzburg ist bei der Nutzung erneuerbarer Energien vorne dabei, wir können und müssen aber noch besser werden", sagte Salzburgs Energiereferent Landesrat Sepp Eisl am 15.03. Als wichtigste Maßnahmen dazu nennt Eisl die Steigerung der Energieeffizienz insbesondere bei beheizten Gebäuden, den Ausbau des Einsatzes von Solaranlagen zur Warmwasseraufbereitung und den Ausbau von Wasser- und Windkraft an geeigneten Standorten zur Stromerzeugung.

"In Salzburg sind wir beim Ausbau erneuerbarer Energien grundsätzlich auf einem sehr guten Weg. Mein Ziel ist ein Anteil von 50 Prozent erneuerbarer Energien in Salzburg bis zum Jahr 2020. Dies ist nur mit einem breiten Mix an erneuerbaren Energieträgern möglich. Bei der Windkraft ist es mir wie bei der Wasserkraft wichtig, den Ausbau an geeigneten Standorten zu forcieren. Am Beispiel des geplanten "Kolo Windpark Thalgau" haben die Projektbetreiber trotz Vorwarnungen durch die Behörden an ihrem Projekt festgehalten. Im Behördenverfahren stellte sich heraus, dass es sich um keinen geeigneten Standort handelt und dies wurde durch alle Instanzen – also von der Bezirkshauptmannschaft, vom Land und vom Verwaltungsgerichtshof – bestätigt. Ich stehe aber der Windenergie weiterhin positiv gegenüber und biete ausdrücklich an, gemeinsam mit Experten Projektbetreiber bei der Suche nach geeigneten Standorten für die Windenergie zu unterstützen", so Landesrat Sepp Eisl.

Das Land Salzburg liegt im Bundesländervergleich bei den Energiekennzahlen im Spitzenfeld Österreichs. Laut Marktstatistik des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie für 2009 ist Salzburg mit 19.490 Euro pro 1.000 Einwohner das Bundesland, das am meisten Förderung für thermische Solaranlagen eingesetzt hat. Erwähnenswert dazu ist noch der Umstand, dass bei der Förderung thermischer Solaranlagen in Salzburg die höchsten Effizienzanforderungen gestellt werden und somit die für die Besitzer wirksamsten und ertragreichsten Anlagen errichtet werden.

Bei den Photovoltaikanlagen ergab der Bundesländervergleich im Jahr 2009 für Salzburg mit 14 kW pro 1.000 Einwohner installierter Anlagenleistung den zweiten Platz hinter Vorarlberg. In dieser Zahl ist die im Jahr 2010 in Betrieb gegangene Photovoltaikanlage am Wildkogel mit einer Leistung von einem Megawatt noch nicht inkludiert.

Weiters werden in Salzburg 80 Prozent der neu errichteten Wohnungen mit Biomasse beheizt. 60 Prozent der neu errichteten Wohnungen sind mit einer thermischen Solaranlage ausgestattet (in vielen Fällen kombiniert mit Biomasse-Heizung).

Kompetente Energieberatung des Landes
Erwirkt wurden diese herausragenden Leistungen Salzburgs durch eine unabhängige und für die Kunden kostenlose, aber sehr kompetente Energieberatung Salzburg. Dort werden durchschnittlich pro Jahr zwischen 2.000 und 3.000 Energie- bzw. Sanierungsberatungen durchgeführt.

"Die beste Energie ist allerdings jene, die wir gar nicht brauchen. Deshalb hat Energieeffizienz für mich höchste Priorität und auch hier kann sich Salzburg sehen lassen. Im Vergleich des Energieverbrauchs zur Wirtschaftsleistung gehört Salzburg weltweit zu den Spitzenreitern industrialisierter Regionen. Während in der EU 7,9 Terajoule Energie pro Million Euro Bruttoinlandsprodukt notwendig sind, liegt dieser Wert in Deutschland bei 6,1 Terajoule und in Salzburg bei 4,6 Terajoule", so Eisl abschließend.
     
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