Österreichischer Städtebund will Katastrophenschutz verstärken   

erstellt am
05. 04. 11

Innsbruck (rms) - Die atomare Katastrophe in Japan hat weltweit Diskussionen um die Sicherheit von Atomenergie und -Kraftwerken angefacht. Auch der Umweltausschuss des Österreichischen Städtebundes - unter der Leitung des stellvertretenden Ausschussobmannes Vizebürgermeister Franz X. Gruber - befasste sich in seiner Sitzung am 04.04. in Innsbruck mit diesem Thema. Als Fachreferent informierte Ao. Univ.-Prof. i. R. Dr. Wolfgang Kromp vom Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften der BOKU Wien über die aktuelle Sicherheitslage in Österreich.

Ebenfalls auf der Tagesordnung des Umweltausschusses standen die Themen Feinstaub und Luftqualität. Dazu referierten verschiedene Experten sowohl aus Berlin als auch aus Südtirol.

Notfallpläne adaptieren
"Die Katastrophe in Japan hat uns verdeutlicht, dass die Bevölkerung auf derartige Extremsituationen zu wenig vorbereitet ist", resümierte Vizebgm. Gruber die Erfahrungen der vergangenen Wochen. "Mit wenigen Ausnahmen wurde das Thema Atomenergie nach Tschernobyl 1986 in der öffentlichen und medialen Wahrnehmung weitgehend ausgeblendet. Für den Städtebund waren diese Ereignisse aber nun der Impuls, etwas zu unternehmen und von den Kommunen und Städten ausgehend Maßnahmen zu setzen."

Der Umweltreferent betonte, dass in Innsbruck natürlich entsprechende Notfallpläne bereitliegen. Trotzdem müssten alle Kommunen ihre Maßnahmenkataloge überarbeiten und adaptieren.

Bewusstseinsbildung für den Ernstfall
Dr. Wolfgang Kromp erinnerte daran, dass rund um Österreich zahlreiche Atomkraftwerke im Katastrophenfall eine ernste Bedrohung darstellen würden. "Ein Großteil dieser Anlagen befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Flüssen - und Flüsse fließen in der Regel entlang seismischer Bruchlinien. Damit befinden sie sich in seismologisch aktiveren Gebieten, auch wenn bei uns starke Erdbeben nur sehr selten vorkommen."

Für den Fachreferenten funktioniert der Katastrophenschutz in Österreich zwar sehr gut, doch die Zivilbevölkerung sei viel zu wenig auf derartige Fälle vorbereitet. Seiner Ansicht nach sei in erster Linie eine umfassende Bewusstseinsbildung und Aufklärung der Bevölkerung durch die Regierung notwendig. Die Kommunen selbst müssten aber "den notwendigen Druck von unten" ausüben, so Dr. Kromp.
     
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