Ergebnisse des oö. Schulpartnergipfels   

erstellt am
29. 04. 11

Linz (lk) - Der standortbezogenen Schulentwicklung (= Spielräume für Verbesserung und mehr Verantwortung am Standort) kommt in Oberösterreich eine große Bedeutung zu. Da es darum geht, die Qualität des Schulwesens nachhaltig zu verbessern und stetig weiterzuentwickeln, gibt der Ansatz der standortbezogenen Entwicklung wichtige Impulse für Veränderungen und unterstützt die Schulleitung und das Lehrerteam vor Ort. Gemeinsam mit allen Schulpartner können somit maßgeschneiderte Lösungen für die jeweilige Schule gefunden werden.

"OÖ Schule Innovativ" legt den Fokus auf standortbezogene Schulentwicklung. Anhand von sechs konkreten Kriterien verpflichten sich die teilnehmenden Schulen zu einem Pfad der kontinuierlichen Verbesserung und Weiterentwicklung. Dieser wird durch Audits in einem Abstand von zwei Jahren permanent evaluiert. Die Schule erhält finanzielle Ressourcen in der eigenen Autonomie und ist selbst für die Erfolge der Umsetzung verantwortlich. Großer Dank und Anerkennung gebührt allen Schulen, die sich auf den Weg zur "OÖ Schule Innovativ" machen.

Qualitätssicherung
Qualitätssicherung und eine permanente Evaluierung der gesetzten Ziele, gemessen nicht am Input sondern an den Wirkungen, sind wichtige Rahmenbedingungen für Erfolg. Auch Schule verfügt über hervorragende Ansätze zur nachhaltigen Evaluierung und Sicherung von Wissen, Kompetenzen und Qualität, die es noch auszubauen und vor den Vorhang zu holen gilt.

Im Rahmen des Zertifikats "OÖ Schule Innovativ" nimmt die Qualitätssicherung eine bedeutende Stellung ein. Aber auch anhand von externen Testungen, internationalen Studien und Vergleichen, nicht zuletzt den beginnenden Bildungsstandards, werden Schulen immer mehr mit den Anforderungen von Feedback und Evaluierung in Kontakt gebracht. Schulen soll daher ein angemessenes Qualitätssicherungsinstrument an die Hand gegeben werden. Es gilt, nachhaltige Begleitung und Unterstützung auf dem Weg zu wertschätzendem Feedback und Evaluierung zu geben.

Steigerung der Attraktivität und des Images des Lehrberufes
Pädagog/innen sehen sich heutzutage mit immer mehr und größeren Anforderungen konfrontiert, die sie alleine zum Teil nicht mehr zu leisten in der Lage sind. Die Erwartungen an die Schule steigen mit der gesellschaftlichen Komplexität, Tempo und Veränderung, ohne die Ressourcen und Handlungsspielräume der Lehrer/innen gebührend in Betracht zu ziehen. Vor diesem Hintergrund steht das Image des Lehrberufs täglich im Scheinwerferlicht.

Der Steigerung der Attraktivität des Lehrberufs kommt daher oberste Priorität zu. Sowohl hinsichtlich angemessener Arbeitsbedingungen, wie insbesondere ein attraktives Dienstrecht, Berufsperspektiven, Durchlässigkeit, Aus-, Fort- und Weiterbildung, moderne Lehrerbildungsinstitutionen und Arbeitsplätze, als auch hinsichtlich gesellschaftlicher Faktoren, wie z.B. einer stärkeren öffentlichen Wertschätzung, Anerkennung von Leistungen und Engagement, müssen noch weitere Anstrengungen unternommen werden, damit künftig die besten und motiviertesten jungen Menschen den Lehrberuf wählen.

Stärkung des sozialen Netzwerkes an der Schule
Immer mehr Anforderungen und Erwartungen werden an das soziale System Schule herangetragen. Immer mehr Aufgaben wandern von den Familien in das Schulsystem und fordern dieses in verstärktem Ausmaß. Die Gesellschaft erwartet vermehrt, dass erzieherische Belange in der Schule betreut und gelöst werden. Pädagog/innen stoßen dabei oft an ihre persönlichen und ressourcenmäßigen Grenzen.

Es wird daher immer wichtiger, tragfähige soziale Netze an den Schulen selbst zu spannen und Spezialistinnen und Spezialisten für spezielle Anforderungen einbeziehen zu können. Einerseits gilt es, jene Personen, welche bereits an der Schule hervorragende Unterstützungsarbeit leisten, wie etwa Betreuungslehrer/innen, Schulassistent/innen, Schulpsycholog/innen, Vertrauenslehrer/innen etc., zu stärken und noch besser zu koordinieren und zu vernetzen. Andererseits gilt es, nachhaltige und finanzierbare Unterstützungssysteme an den Schnittstellen zur Schule oder auch basierend auf externen Angeboten zu schaffen, welche in Krisensituationen einbezogen werden können (z.B. Schule und Sozialarbeit (SuSA) präventive Schulsozialarbeit etc.).

Des weiteren gilt es v.a., die handelnden Personen in der Schule selbst so weit aufzubauen und zu befähigen, dass diese langfristig in die Lage versetzt werden, mit den veränderten gesellschaftlichen Anforderungen an das Schulsystem umzugehen. Peermodelle, First-aid-Netzwerke, psychosoziale Netzwerke und spezielle Ausbildungsangebote für Pädagog/innen bilden dazu wichtige Ansätze. Ebenso rundet eine gelebte und wertschätzende Schulpartnerschaft die Tragfähigkeit des Systems ab. Darüber hinaus kann und soll die elterliche Erziehungsverantwortung nicht gänzlich von der Schule übernommen werden.

Schule als Lebensraum
Die Schule steht als täglicher Lebensraum von Schüler/innen und Lehrer/innen sowie als Arbeitsplatz der Pädagog/innen im Zentrum künftiger Planungen. Der Schulraum soll sich als Ort des freudvollen Lernens, des miteinander Arbeitens, der gegenseitigen Unterstützung, der Kreativität und der individuellen Förderungen etablieren. Vor diesem Hintergrund werden sämtliche neue Schulbauvorhaben auf die Schaffung eines "Lebensraum Schule" hin geprüft. Anhand von konkreten Pilotprojekten, wie etwa an der Hauptschule Pregarten, wird gezeigt, dass durch innovative Bau- und Raumnutzungskonzepte neue Möglichkeiten einer modernen und offenen Schule entstehen können. Dadurch werden neue Unterrichtsformen, angemessene Lehrerarbeitsplätze, neue Ganztagsbetreuungsformen und eine gelebte Schulpartnerschaft Schritt für Schritt Realität.

Gesellschaftliche Kompetenzen
Weiters gilt es, auch die gesellschaftlichen Kompetenzen, wie etwa die soziale Kompetenz, den Umgang mit neuen Medien und politische Kompetenz nicht aus den Augen zu verlieren. Fachliche und persönliche Kompetenzen bilden das gesamthafte Können unserer Kinder und Jugendlichen. Im sozialen Bereich werden bereits zahlreiche Initiativen durchgeführt und koordiniert. Dabei seien besonders das Programm "Friedensstifter" der Pädagogischen Hochschule des Bundes, das Coachingzentrum der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz, die Gewaltpräventionsplattform des Landes OÖ uvm. genannt. Medienkompetenz und Medienpädagogik sind in OÖ ganz klar in der Education Group beheimatet.

Neben zahlreichen medienpädagogischen Projekten, Fortbildungsangeboten und Unterrichtsmaterialen, stehen Expert/innen als Berater/innen zur Verfügung und es werden zukunftsweisende Initiativen, wie Media on demand etc., entwickelt und wertvolle Bewusstseinsarbeit geleistet. Die Forderung nach einem eigenen Fach politische Bildung wird erneut gegenüber dem Bund formuliert. Ein demokratisches Grundverständnis und persönliches, kritisches Reflektieren müssen zu den Grundfertigkeiten eigenverantwortlicher Bürger/innen gehören.
     
zurück