Weihe der evangelischen Martin-Luther-Kirche in Hainburg   

erstellt am
27. 04. 11

Wolfgang D. Prix setzt wegweisenden Akzent in der aktuellen Kirchenarchitektur
Hainburg (epd Ö) - Mit der Weihe im Festgottesdienst am 30. April um 14.00 Uhr wird die neue Martin-Luther-Kirche in Hainburg an der Donau feierlich ihrer Bestimmung übergeben. An der Feier im Beisein von Landeshauptmann Erwin Pröll, Architekt Prof. Wolf D. Prix, Generalbischof Milo¨ Klátik (Bratislava) und zahlreichen weiteren Vertretern aus Politik, Wirtschaft und den Kirchen wirken u.a. mit Bischof Michael Bünker, Superintendent Paul Weiland und Pfarrer László Hentschel. Die neue Kirche im Zentrum der historischen Stadt setzt einen besonderen und wegweisenden Akzent der Kirchenarchitektur der Gegenwart. Mit dem aus Hainburg stammenden Architekten Wolf D. Prix (COOP HIMMELB(L)AU) hat sich einer der weltweit renommiertesten Baukünstler Österreichs den architektonischen und künstlerischen Herausforderungen des Kirchenbaus heute gestellt. Die Gesamtkosten der neuen Kirche, die in der Rekordzeit von nur acht Monaten errichtet worden ist, betragen rund 1,4 Millionen Euro.

Mit dem Datum der Weihe erinnert die evangelische Kirche an ein für das Christentum wichtiges Ereignis. Vor genau 1700 Jahren, am 30. April 311, wurde das erste Mal im Edikt von Nikomedia durch Kaiser Galerius die Duldung der Christen im damaligen römischen Reich ausgesprochen. Nicht unwesentliche Vorgespräche dafür dürfte es auch auf der so genannten Kaiserkonferenz in Carnuntum im Jahr 308 gegeben haben.

Die Martin-Luther-Kirche besteht aus einem Gottesdienstraum, einem Gemeindesaal, einem Glockenturm sowie weiteren Büro- bzw. Nutzräumen. Der Kirchenbau wurde auf dem Grundstück einer nicht mehr existierenden Kirche errichtet. Dach und Glockenturm variieren die Formensprache des in der Nähe stehenden romanischen Karners der ehemaligen Martinskirche. Ein Stahldach mit drei großen Lichteinlassöffnungen gibt der Kirche ihr unverwechselbares Erscheinungsbild.

Wolf D. Prix hat beim Entwerfen des Kirchendachs besonderes Augenmerk auf die atmosphärische Beleuchtung des Innenraums gelegt. Für die Kirche steht jede Lichteinlassöffnung für eine Person Gottes und ist so Zeichen der Trinität des christlichen Gottes. Der Gottesdienstraum in Form eines riesigen Tisches symbolisiert die Bedeutung des Abendmahls für die christliche Gemeinde. Sehr offen wirkt die Kirche auf der Seite der Alten Poststraße. Dort lädt ihre gefaltete, vor- und zurückspringende Glasfassade den Besucher, die Besucherin in den hohen Gottesdienstraum ein. Seine Intimität gegenüber der Straße wahrt der Sakralraum durch eine Wand aus Holz, die unmittelbar hinter der Glasfassade steht. Ein erleuchtetes Kreuz, als lichtdurchlässige Aussparung in dieser Wand, projiziert die Botschaft der Kirche in die Stadt.

Altar und Kanzel nehmen Elemente des Kirchenraums auf. So spiegelt der Altar die trinitarischen Lichteinlassöffnungen. Die große Öffnung im unteren Teil symbolisiert das leere Grab und stellt damit zusammen mit dem dahinter stehenden Kreuz der Holzwand die christlichen Hauptthemen Kreuzigung und Auferstehung dar. An den Gottesdienstraum schließt die von Tageslicht durchflutete, glasgedeckte Taufkapelle an. Dahinter liegt der Gemeindesaal. Die beiden Haupträume können zu einem Raum verbunden werden, indem die über die gesamte Breite reichenden Falttüren geöffnet werden.

In der Reformationszeit wurden in der alten Martinskirche evangelische Gottesdienste abgehalten. Hainburg ist heute Teil der evangelischen Pfarrgemeinde Bruck an der Leitha - Hainburg an der Donau. Zur Pfarrgemeinde gehören rund 1800 Mitglieder, etwa 500 davon leben in der Region Hainburg. Für die Durchführung des Kirchenbaus wurde der Verein der Freunde der Evangelischen Kirche in Hainburg an der Donau gegründet.
     
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