Lesespuren - Spurenlesen oder Wie kommt die Handschrift ins Buch?   

erstellt am
16. 09. 11

Wien (wienbibliothek) - Welche Signale setzt der Schriftsteller Franz Innerhofer mit seinen Anstreichungen, wenn er den berühmten "Brief an den Vater" von Franz Kafka liest? Was ergänzt Franz Werfel in seinem expressionistischen Drama "Der Spiegelmensch"? Wo fand Gustav Mahler noch Platz, um in einem Beethoven-Druck dessen Neunte Symphonie neu zu instrumentieren? Wie montierte die Autorin Jeannie Ebner zahllose Zettel in ihre Bibel? Auf welche Art korrigierte Karl Kraus seine literarischen Texte? Und was eigentlich könnte Marilyn Monroe an den von handschriftlichen Kommentaren und eigenhändigen Skizzen überquellenden Regiebüchern Max Reinhardts interessiert haben?

Solche und zahlreiche andere Fragen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung, etwa auch in Bezug auf Themen wie Theater oder Zensur. Gezeigt werden darüber hinaus viele, zum Teil unbekannte Hand- und Arbeitsexemplare von Günther Anders und Hannah Arendt (die in einer Doppellektüre Kant lasen), Elias Canetti, Erich Fried, Franz Grillparzer, Peter Handke, Ernst Jandl, Marcel Prawy oder Peter Weiss. Alles beginnt jedoch mit einem Jubilar: ein annotierter Druck aus dem Jahr 1511, der heuer 500 Jahre alt wird. Der Kreis schließt sich mit annotierten Exemplaren, die Barbara Frischmuth, Walter Grond, Norbert Scheuer und der Bachmann-Juror Hubert Winkels aus ihren Privatbibliotheken zur Verfügung stellen.

Dieses Projekt ist eine Kooperation der Wienbibliothek im Rathaus mit dem Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek.

Ausstellungsdauer: 29. September 2011 bis 27. Jänner 2012
Öffnungszeiten: Mo-Do 9.00-18.30 Uhr, Fr 9.00-16.30 Uhr
     
Informationen: http://www.wienbibliothek.at    
     
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