Seligsprechung: Provikar Lampert zur "Ehre der Altäre" erhoben   

erstellt am
14. 11. 11

LH Sausgruber: "Glaubenszeugnis als Botschaft für Menschenwürde und Freiheit"
Dornbirn (vlk) – Der 1944 durch das NS-Regime hingerichtete Vorarlberger Provikar Carl Lampert ist am 13.11. am Jahrestag seines Märtyrertodes in der Pfarrkirche St. Martin seliggesprochen worden. Das Apostolische Schreiben von Papst Benedikt XVI. wurde stellvertretend vom Präfekt der Selig- und Heiligsprechungskongregation, Kardinal Angelo Amato, verlesen.

Rund 30 Bischöfe bzw. Bischofsvertreter aus dem In- und Ausland, der Botschafter des Heiligen Stuhls in Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen sowie Vertreter des öffentlichen Lebens, darunter sämtliche Mitglieder der Vorarlberger Landesregierung mit Landeshauptmann Herbert Sausgruber an der Spitze, feierten mit den rund 1.700 Gläubigen in der Dornbirner Pfarrkirche St. Martin die Erhebung von Provikar Lampert zur "Ehre der Altäre". "Viele Gläubige erwarteten für Jahrzehnte diesen Augenblick, lange wurde auch darum gebetet", sagte der Feldkircher Diözesanbischof Elmar Fischer.

Das Seligsprechungsverfahren, das die Diözese Feldkirch unter Bischof Klaus Küng eingeleitet hatte, zog sich über dreizehn Jahre. Auf Empfehlung der Kardinalsversammlung der Selig- und Heiligsprechungskongregation Ende Juni hat Papst Benedikt XVI. mit seiner Unterschrift das Martyrium von Provikar Lampert anerkannt.

Dekret an Vorarlberger Jugendliche
Das päpstliche Dekret reichte der Kardinal, nachdem er es vorgelesen hatte, an Vorarlberger Jugendliche weiter zum Zeichen dafür, dass das Glaubensbeispiel vor allem den zukünftigen Generationen gelten soll. "Das Leben und Leiden von Provikar Carl Lampert trägt eine bis heute aktuelle Botschaft von Menschenwürde und Freiheit in sich", betonte Landeshauptmann Herbert Sausgruber. Dazu gehöre, dass nicht die Hingabe ans Negative, die destruktive Emotion und systematische Polarisierung oder gar Hass das Geschehen bestimmen, sondern positive lebensfreundliche Emotion, der Respekt und die sorgende Zuwendung, ein Miteinander und nicht ein Gegeneinander. "Das ist der einzige Weg in eine friedliche Zukunft", so Sausgruber.

Provikar Carl Lampert (1894-1944)
Geboren wurde Carl Lampert 1894 in Göfis. Im Jahr 1918 erfolgte die Weihe zum Priester. Die ersten Jahre als Geistlicher verbrachte er als Kaplan in Dornbirn (bis 1930). Nach Studienjahren in Rom wurde Lampert 1939 zum Provikar der damaligen Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch ernannt. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten geriet Carl Lampert als mutiger Kämpfer für die Rechte der Katholiken rasch ins Fadenkreuz der Gestapo. Mehrmals wurde er in Innsbruck in "Schutzhaft" genommen und 1940 bis 1941 für Monate im KZ Dachau und Sachsenhausen inhaftiert. Nach seiner Entlassung wurde er bespitzelt und beschattet. Es folgte die Verbannung nach Stettin. Im Februar 1943 wird Lampert neuerlich verhaftet und zum Tode verurteilt. Lampert starb am 13. November 1944 in Halle an der Saale durch das Fallbeil.
     
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