Land Tirol erwirbt "Sammlung Wilfried Kirschl"   

erstellt am
15. 11. 11

359 Werke großteils Tiroler KünstlerInnen des 20. Jahrhunderts bald in Landesbesitz
Innsbruck (lk) - Die Sammlung des im Jänner 2010 verstorbenen Malers und Kunsthistorikers Wilfried Kirschl stellt eine für Tirol einzigartige künstlerische Dokumentation dar. 359 Werke von 65 KünstlerInnen sowie den wissenschaftlichen Nachlass eines intensiven Forscherlebens umfasst die „Sammlung Wilfried Kirschl“.

„Es ist uns gelungen, eine der bedeutendsten Sammlungen mit Werken von Tiroler Künstlerinnen und Künstlern des 20. Jahrhunderts zu erwerben und damit für Tirol zu erhalten“, freut sich Kulturlandesrätin Beate Palfrader. Nach dem Ankauf wird die Sammlung der Tiroler Landesmuseen Betriebsgesellschaft überlassen. Damit ist auch ein weiterer Grundstein für die verstärkte Ausrichtung des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum als Haus der Kunst gelegt.

Den Erben dankt Palfrader für die konstruktiven Verhandlungen: „Wir haben eine faire Vereinbarung getroffen, die der Bedeutung der Sammlung und dem Willen von Professor Kirschl entspricht, der seine Sammlung unbedingt als Ganzes erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich sehen wollte.“ Die Schriften werden dem Land von einem der Erben sogar kostenlos überlassen. 1,2 Millionen Euro beträgt der Kaufpreis, was angesichts des möglichen Marktwertes von den in der Vorbereitung eingebundenen ExpertInnen als angemessen und fair erachtet wurde. Land Tirol und die Landesgedächtnisstiftung tragen je die Hälfte der Kosten.

Den Forschungsbereichen von Kirschl entsprechend bilden Albin Egger-Lienz mit 21 Werken und Ludwig Penz mit acht Werken Schwerpunkte der Sammlung. Eine Sonderstellung kommt dem 83 Werke umfassenden Bestand von Carl Moser zu, der eine Gesamtschau über das Schaffen dieses von Wilfried Kirschl wieder entdeckten Künstlers bietet. Diese drei Werkgruppen sind eingebettet in die 116 Titel umfassende Kollektion "Malerei und Grafik in Tirol 1900-1945", die 1973 von Wilfried Kirschl in Wien und Innsbruck gezeigt wurde. Die Kunst nach 1945 ist mit jeweils exemplarischen Werken von Gerhild Diesner, Anton Tiefenthaler, Paul Flora, Peter Prandstetter, Norbert Drexel und anderen Künstlerfreunden des Sammlers vertreten, der auch selbst 22 für sein künstlerisches Schaffen beispielhafte Werke beisteuerte.
     
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