Universalmuseum Joanneum Graz feiert 200. Geburtstag im Kulturforum in London   

erstellt am
30. 11. 11

London (bmeia) - Das Kulturforum in London präsentierte anlässlich des 200-jährigen Bestehens des Universalmuseums Joanneum Graz zwei außergewöhnliche Projekte. Den Auftakt bildete "The Memory Garden", "Der Garten der Erinnerung", eine Ausstellung über Leben und Wirken der Künstlerin Mela Hartwig-Spira, die am 8. November 2011 eröffnet wurde und noch bis 20. Jänner 2012 in der Galerie des Österreichischen Kulturforums London zu sehen ist.

Die Schriftstellerin Mela Hartwig-Spira zählte in den späten 1920er Jahren zu einer der vielversprechendsten jungen österreichischen Talente. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft und politischen Gesinnung waren sie und ihr Ehemann gezwungen 1938 nach London zu fliehen. Da sie dort nicht mehr in der Lage war, ihre auf Deutsch geschriebenen Texte zu veröffentlichen, wandte sie sich hauptsächlich der Malerei zu. Die Ausstellung zeigt das künstlerische Schaffen Mela Hartwig-Spiras vom Zeitpunkt ihrer Emigration bis zu ihrem Tod im Jahr 1967. In Bildern, Fotos, persönlichen Erinnerungsstücken, Auszügen aus ihren progressiven literarischen Texten wie auch Zeichnungen wird das Leben der Künstlerin nachgezeichnet und den Ausstellungsbesuchern ein einzigartiger, ganz privater Einblick in die Künstlerin und Person Mela Hartwig-Spira geboten.

Das zweite in Kooperation mit dem Universalmuseum Joanneum durchgeführte Projekt führt "From the Euphrates to the Thames and Mur". Bei dieser am 10. und 11. November 2011 am Österreichischen Kulturforum London stattfindenden Konferenz begeben sich die Vortragenden aus Österreich und Großbritannien auf die Spuren der beiden Grazer Orientalisten Joseph von Hammer Purgstall (1774–1856) und Anton Prokesch-Osten (1759–1876).

Im Rahmen dieser zweitägigen Konferenz kommt auch die Jugend zu Wort: Schülerinnen und Schüler der HAK 1 Wels präsentieren Filmbeiträge und eine Fotocollage, die verschiedene Alltagssituationen in unterschiedlichen Kulturen zeigen. Diese sind das Ergebnis einer dreijährigen Projektarbeit zur Förderung von Interkulturalität, die mit einer Ausstellung im Rahmen der regionale08 in der Steiermark gestartet wurde. Schließlich erlebt der Dokumentarfilm „Djavidan – Queen for a Day“, „Djavidan – Königin für einen Tag“ des österreichischen Filmemachers Heinz Trenczak seine englische Erstaufführung. Dieser 23-minütige Film erzählt die außergewöhnliche Lebensgeschichte von Djavidan Hanum (1877–1968), Ehefrau des Kronprinzen von Ägypten, Autorin eines Buches über die wirkliche Welt des Harem und Künstlerin, die ihren Lebensabend in Graz verbracht hat.

Federführend organisiert und kuratiert wurden diese beiden Projekte von Gerhard M. Dienes, dem Verantwortlichen für Auslandskulturprojekte im Universalmuseum Joanneum.
     
zurück