Mitterlehner: Neues ERP-Kreditprogramm unterstützt Strukturwandel und macht Unternehmen krisenfester   

erstellt am
20. 12. 11

2012 steht Unternehmen ein deutlich erhöhtes Volumen an zinsgünstigen ERP-Krediten zur Verfügung - Unterstützung gegen eventuelle Kreditverknappung, Fokus auf Innovationen
Wien (bmwfj) - Auf Antrag von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hat der Ministerrat am 20.12. das ERP-Jahresprogramm 2012 beschlossen. "Unter dem neuen Motto 'Unternehmen im Umbau: Neuausrichtung stärken und unterstützen' stellen wir 2012 ein um 35 Millionen Euro erhöhtes ERP-Kreditvolumen von 560 Millionen Euro zur Verfügung", betont Mitterlehner. "Angesichts der Schuldenkrise, der erhöhten Eigenkapitalerfordernisse der Banken und der kommenden Basel-III-Richtlinien gewinnen zinsgünstige ERP-Kredite an Bedeutung. Damit verringern wir das Risiko einer Kreditverknappung und unterstützen gleichzeitig innovative Ausrüstungsinvestitionen und die Entwicklung neuer Produkte für neue Märkte", so Mitterlehner. "Der Fokus auf den Strukturwandel hat sich schon in der Finanzkrise 2009 bewährt und unsere Wirtschaft krisenresistenter gemacht."

Die ERP-Finanzierungen zeichnen sich durch tilgungsfreie Zeiten von zwei Jahren und niedrige Fixzinssätze aus. Abhängig von der Bonität und den Sicherheiten des Unternehmens liegt der Zinsvorteil bei rund zehn Prozent der Kreditsumme. Allein 2011 wurden mit einem ERP-Kreditvolumen von 525 Millionen Euro 960 Projekte unterstützt, womit Investitionen von rund einer Milliarde Euro ermöglicht wurden. Das entspricht einem Investitionsanstieg von neun Prozent gegenüber 2010. In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass das vergebene ERP-Kreditvolumen nicht das Budget belastet, weil ERP-Kredite aus den Rückflüssen eines Sondertopfes vergeben werden, der Österreich von den USA im Rahmen des Marshall-Planes zur Verfügung gestellt wurde. Zudem muss das jeweilige Unternehmen stets eine Bankgarantie bereit stellen.

ERP-Kreditvolumen für Tourismusprojekte deutlich aufgestockt
Die für Tourismusprojekte verfügbaren ERP-Kreditmittel werden 2012 von 33 auf 50 Millionen Euro aufgestockt, was einem Plus von über 50 Prozent entspricht. "Wir starten damit eine Qualitätsoffensive, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Tourismus- und Freizeitwirtschaft zu unterstützen, ihre Innovationsbereitschaft zu stärken und die Konjunkturabhängigkeit zu verringern", so Mitterlehner. Die ERP-Kredite stehen schwerpunktmäßig für den Ausbau der touristischen Infrastruktur sowie für Anlagen, die auf Aktiv- und Erlebnisurlaube ausgerichtet sind, zur Verfügung. Auch dem Trend der Gäste zu gesundheitsbewussterem Leben wird verstärkt Rechnung getragen. "Damit schaffen wir neue Wachstumschancen und unterstützen im Sinne unserer Tourismusstrategie die Saisonverlängerung", erläutert Mitterlehner.

Fortgeführt wird 2012 das ERP-Kleinkreditprogramm, das im Rahmen des Jahresprogramms mit 50 Millionen Euro dotiert ist. Die Bandbreite des Kreditvolumens reicht von 10.000 bis 100.000 Euro. "Davon profitieren gerade kleine Unternehmen und Ein-Personen-Unternehmen. Sie können mit zinsgünstigen ERP-Kleinkrediten ihren Betrieb modernisieren oder erweitern und neue Produkte und Verfahren entwickeln", so Mitterlehner. Die Anzahl der vergebenen ERP-Kleinkredite ist von 551 im Einführungsjahr 2009 auf 700 im Jahr 2011 gewachsen, was einem Plus von 27 Prozent entspricht.

Zusätzlich zur Kreditvergabe in den Sektoren Industrie/Gewerbe, Tourismus, Land- und Forstwirtschaft und Verkehr fließen ERP-Mittel auch in österreichische Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sowie in die Dotation der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung, die Zuschüsse für Forschungsinitiativen vergibt und wichtige Technologieprojekte unterstützt. Derzeit ist der ERP-Fonds mit insgesamt rund 2,8 Milliarden Euro dotiert.
     
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