OÖ Arbeitsmarkt bleibt weiter Wachstumsmarkt  

erstellt am
19. 03. 12

Pühringer: Trotz derzeit schwieriger Situation hat Arbeitsmarkt gute mittelfristige Wachstumschancen
OÖ Arbeitsmarkt bleibt weiter Wachstumsmarkt
Linz (lk) -
"Der Arbeitsmarkt hat in Oberösterreich trotz aktuell schwieriger Situation mittelfristig gute Wachstumschancen", erklärt heute Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer. Der oberösterreichische Arbeitsmarkt startete ungeachtet der zurückhaltenden Wirtschaftsprognosen gut ins Jahr 2012. Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Stellenmarkt entwickelten sich im Jänner positiver als im Jänner 2011.

Laut Angaben des AMS änderte sich diese Situation jedoch im Februar: Die Arbeitskräftenach- frage ging zurück, die Vorgemerkten-Zahlen steigen. Allerdings, wie das AMS klarstellt, auch witterungsbedingt. Dafür spricht auch, dass die Zunahme bei den Arbeitssuchenden vor allem die Bau- und Hilfsberufe betroffen hat. Gleichzeitig stieg aber auch die Zahl der Arbeitssuchenden aus dem Produktionsbereich – ein deutlicher Hinweis darauf, dass die europaweite Konjunkturdelle, mit zeitlicher Verzögerung, auch dem oberösterreichischen Arbeitsmarkt erreicht hat.

"Wichtig bleibt für mich daher, dass wir weiter gezielt und möglichst individualisiert in die aktive Arbeitsmarktpolitik investieren. Dass wir hier auf dem richtigen Weg sind, zeigt, dass auch in den Monaten Jänner und Februar 2012 in Oberösterreich die Vormerkdauer von Arbeitssuchenden mit durchschnittlich 70 Tagen die kürzeste Dauer im Bundesländervergleich war", so Pühringer.

Arbeitsmarkt bleibt weiter Wachstumsmarkt
Trotz Wirtschaftskrise steigt die Zahl der unselbständig Beschäftigten in Oberösterreich kontinuierlich an. Zum Vergleich: Im Juni 2006 wurde erstmals die Schallmauer von 600.000 unselbständig Beschäftigten in Oberösterreich durchbrochen. Was damals noch ein Rekordwert in einem der am Arbeitsmarkt traditionell guten Sommermonate war, war im Jahr 2011 in unsrem Bundesland bereits Jahres-Durchschnitt.

Dieser Trend wird sich nach Berechnungen des WIFO weiter fortsetzen, wenn auch etwas gebremster als in den ersten Jahren des letzten Jahrzehnts. Für den Zeitraum 2010 bis 2016 wird ein durchschnittliches jährliches Plus bei der Beschäftigungsentwicklung von 0,9 Prozent erwartet, was eine weitere Zunahme um etwa 31.800 Arbeitsplätzen bis 2016 bedeutet.

Nach Sektoren gegliedert wird die Beschäftigung in der Sachgüterproduktion stagnieren, während sie im Dienstleistungssektor steigen wird.

"Die Wachstumschancen für unsere oberösterreichischen Betriebe sind mehr als intakt,“ betont WKOÖ-Präsident Dr. Rudolf Trauner. "Viele unserer Branchen sind nach den schwierigen Jahren 2009 und 2010 wieder auf Erfolgskurs. Insofern ist der oberösterreichische Arbeitsmarkt noch immer in einer sehr günstigen Situation, zumal sich unser Bundesland aufgrund der überdurchschnittlichen Wettbewerbsfähigkeit bzw. der zunehmenden Technologie- und Dienstleistungsorientierung auch nach der Krise von der österreichweiten Arbeitslosenquote nachhaltig abgekoppelt hat.

Damit dies auch in Zukunft so bleibt, müssen laut Trauner alle - Land, Sozialpartner und AMS – ihre Kräfte bündeln und mithelfen, die demografiebedingt drohende Personallücke zu schließen. „Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund aber auch Zeitarbeiter oder Teilzeitbeschäftigte zählen zu jenen Chancengruppen, deren Potenzial abgeholt werden muss. Bedenkt man, dass die Arbeitsbedingungen in keinem anderen europäischen Land derart gut sind wie bei uns, werden wir aber hoffentlich auch für qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland ein attraktiver Standort sein“, so der WKOÖ-Präsident.

Erfolgsfaktor Bildung
Insgesamt gehen Wirtschaftsforscher von einem Trend zu Dienstleistungsberufen und zu Berufen mit höheren Qualitätsanforderungen aus. Der Bedarf an akademischen Berufen steigt in Oberösterreich überdurchschnittlich an.

Oberösterreich gehört auch zu den Bundesländern mit hohen Zuwächsen bei Berufen auf Maturaniveau und Handwerksberufen auf Lehr- oder Fachschulniveau.

"Hier wird nicht nur der Strukturwandel in der Wirtschaft deutlich, sondern vor allem dass gute Erstausbildungsangebote ein entscheidender Faktor im Standortwettbewerb sein werden. Hier sind wir in einigen Bereichen absolut wettbewerbsfähig – die Fachhochschule OÖ belegt etwa im Bundesländerranking Platz eins und ist vor allem die forschungsintensivste – in anderen Bereichen bleibt aber noch Handlungsbedarf. Etwa im Bereich jener, die nur Pflichtschulabschluss haben oder nicht einmal diesen. Auch hier müssen wir Arbeitskräftepotenziale heben und diese Menschen bestmöglich für eine Teilnahme am Arbeitsmarkt aufqualifizieren", so Pühringer. 
 
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