Erstmals Bundesplan für SeniorInnen vorgelegt   

erstellt am
16. 03. 12

Umfangreiches Maßnahmenpaket vorgeschlagen
Wien (pk) - Sozialminister Rudolf Hundstorfer hat dem Nationalrat erstmals den Bundesplan für Senioren und Seniorinnen vorgelegt, der auf insgesamt 71 Seiten verschiedenste Maßnahmen zur "Herstellung, Wahrung oder Hebung der Lebensqualität aller älterer Menschen bzw. einzelner Gruppen" vorschlägt. Damit Österreich zeitgerecht auf die tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen, die sich durch den demografischen Wandel ergeben, vorbereitet ist und auch die daraus entstehenden Chancen bestmöglich nutzen kann, wurde dieser Bundesplan entwickelt, erklärt der Sozialminister in seinem Vorwort. In den einzelnen Kapiteln, die thematisch von der gesellschaftlichen und politischen Partizipation älterer Menschen, der ökonomischen Lage, den Problemen am Arbeitsmarkt und im Gesundheitsbereich, Genderfragen, den Generationenbeziehungen, dem Pflegesektor bis zur speziellen Lage von Frauen und MigrantInnen reichen, wird zunächst die Ist-Situation analysiert und daraus werden Ziele und Empfehlungen abgeleitet. Der Plan wurde unter der wissenschaftlichen Leitung von Universitätsprofessor Anton Amann sowie in Zusammenarbeit mit dem Bundesseniorenbeirat und den beiden Präsidenten des Seniorenrats erstellt.

Aufgrund des großen Umfangs an Empfehlungen sollen im Folgenden nur einige wenige exemplarisch hervorgehoben werden. Im Bereich der gesellschaftlichen und politischen Partizipation etwa wird die Verankerung der Teilnahme und des Mitwirkungsanspruchs älterer Frauen und Männer als Bestandteil der politischen Kultur als primäres Ziel angesehen. Im Kapitel "ökonomische Lage, soziale Differenzierung und Generationengerechtigkeit" treten die Autoren für eine Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters durch längeren Verbleib im Arbeitsleben ein. Um dies zu erreichten, müssten aber entsprechende arbeitsmarktpolitische Instrumente entwickelt und Anreize für längeres Arbeiten durch ein konzertiertes Maßnahmenpaket – vom gesellschaftlichen Bewusstseinswandel und dem Bekenntnis einer "Gesunden Arbeitswelt" bis hin zu Änderungen im Pensions- und Arbeitsrecht – geschaffen werden. Wichtig wäre auch die Entwicklung von alters- sowie generationengerechten Arbeitsbedingungen und betrieblichen Gesundheitsstandards.

Weiters sprachen sich die Ersteller des Berichts für folgende Maßnahmen aus: die Sicherstellung des gleichberechtigten Zugangs zu allen Sozial- und Gesundheitsdiensten, unabhängig vom Alter und Geschlecht, die Förderung des Seniorensports, der Ausbau von wohnortnahen, niederschwelligen, barrierefreien Bildungsangeboten für ältere Menschen, die Bekämpfung der Armutsgefährdung (28 % aller alleinstehenden Pensionistinnen sind armutsgefährdet), die Verankerung des Prinzips des "Mainstreaming Ageing" als politisches Leitkonzept, die Entwicklung von seniorengerechten Wohnkonzepten, der Ausbau der Betreuungs- und Pflegedienstleistungen (insbesondere Kurzzeitpflege, Wochenend- und Nachtpflege, Tagesbetreuungsstrukturen etc.), die Umsetzung des barrierefreien Zugangs zu Angeboten der Informations- und Kommunikationstechnologie (PC, Internet, Social Media, Mobiltelefon, Fahrkartenautomaten etc.) sowie die Entwicklung von zielgruppenorientierten Angeboten für ältere Migrantinnen und Migranten.
     
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