Inflation sinkt im Februar 2012 auf 2,6%  

erstellt am
14. 03. 12

Wien (statistik austria) - Die Inflationsrate für Februar 2012 betrug nach Berechnungen von Statistik Austria 2,6% (Jänner 2012 2,8% korrigiert, Dezember 2011 3,2%). Dieses merkliche Nachlassen der Teuerungsdynamik (niedrigster Wert seit Jänner 2011 mit 2,4%) wurde trotz aktuell steigender Preise (Mineralölprodukte +1,8%, Reisen und Unterkunft +4,1%, Nahrungsmittel +0,6% gegenüber Jänner 2012) hauptsächlich durch statistische Basiseffekte (siehe methodische Informationen) bei Mineralölprodukten und Nahrungsmitteln verursacht, deren Preise bereits vor einem Jahr deutlich gestiegen waren. Mineralölprodukte (+11%) blieben im Jahresabstand weiterhin die Hauptpreistreiber; ohne sie hätte die Inflation 2,1% betragen. Ausgaben für Wohnen erwiesen sich ebenfalls als Preistreiber.

Der Indexstand des Verbraucherpreisindex 2010 (VPI 2010) für den Monat Februar 2012 lag bei 104,3. Gegenüber dem Vormonat (Jänner 2012 103,8; korrigierter Wert) stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,5%.

Ausgaben für Tanken, Energie sowie Nahrungsmittel verursachen mehr als ein Drittel der Inflation
Die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie" war Hauptpreistreiber im Jahresabstand (durchschnittlich +3,4%; Einfluss +0,65 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür waren markante Preisanstiege bei der Haushaltsenergie (durchschnittlich +5,2%; Heizöl +15%, Gas +11%, jedoch Strom 0%). Wohnungsmieten stiegen um 4,3%. Die Instandhaltung von Wohnungen kostete durchschnittlich um 2,9% mehr.

Die Preisanstiege in der Ausgabengruppe "Verkehr" (durchschnittlich +3,4%; Einfluss: +0,46 Prozentpunkte) wurden vor allem durch höhere Treibstoffpreise (durchschnittlich +10%) verursacht. Wartung und Reparaturen von Pkw kosteten insgesamt um 4% mehr, neue Pkw um 1% weniger.

In der Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" (durchschnittlich +3,4%; Einfluss: +0,40 Prozentpunkte) erhöhten sich die Preise für Nahrungsmittel um durchschnittlich +2,5% (Fleisch und Fleischwaren +6%, Molkereiprodukte und Eier +5%, Brot und Getreideerzeugnisse +4%, jedoch Obst -14%, Gemüse -1%). Als Preistreiber erwiesen sich weiterhin die alkoholfreien Getränke (durchschnittlich +9,3%; Kaffee +19%).

Für die Preisanstiege in der Ausgabengruppe "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" (durchschnittlich +3,2%; Einfluss: +0,32 Prozentpunkte) waren vorwiegend Teuerungen bei Versicherungsdienstleistungen (+2,8%) sowie bei Schmuck und Uhren (+11%) verantwortlich.

Hauptpreisdämpfer im Jahresabstand war die Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe", deren Preise durchschnittlich um 1,3% unter dem Vorjahr lagen (Einfluss: -0,06 Prozentpunkte). Insgesamt waren Bekleidungsartikel um 3% billiger, Schuhe um 2% teurer als im vergleichbaren Vorjahresmonat.

+0,5% gegenüber Jänner 2012
Die Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" (durchschnittlich +1,1%; Einfluss: +0,13 Prozentpunkte) war Hauptpreistreiber im Monatsabstand. Ausschlaggebend dafür waren

Preiserhöhungen bei Pauschalreisen (insgesamt +5,3%).
In der Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe" (durchschnittlich +1,3%; Einfluss: +0,07 Prozentpunkte) begann nach Auslaufen des Winterschlussverkaufs der Verkauf der Frühjahrs-/Sommerkollektionen 2012. Bekleidungsartikel verteuerten sich deshalb gegenüber dem Vormonat insgesamt um 2%.

Teuerung laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex im Februar 2012: +2,6%
Der Indexstand des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2005) lag im Februar 2012 bei 114,69 (Jänner 2012 114,07; korrigierter Wert). Die harmonisierte Inflationsrate im Jahresabstand betrug 2,6% (Jänner 2012 2,9%, Dezember 2011 3,4%) und war damit genauso hoch wie jene des nationalen VPI. Verbilligungen bei der Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe" verminderten den HVPI (höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI; siehe methodische Informationen). Ebenfalls dämpfend auf den HVPI wirkten Teuerungen für die Instandhaltung von Wohnungen sowie für Versicherungsdienstleistungen (jeweils niedrigere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI). Deutliche Preisanstiege bei der Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" sowie bei Treibstoffen (jeweils höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI) glichen aber die Unterschiede zwischen HVPI und VPI wieder aus.

Teuerung für Pensionistenhaushalte im Februar 2012 bei +2,6%
Die Teuerungsrate des Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH 2010) betrug im Februar 2012 2,6% (Jänner 2012 3,0%; korrigierter Wert, Dezember 2011 3,3%) und war damit genauso hoch wie die allgemeine Inflationsrate. Der Indexstand lag bei 104,7 (Jänner 2012 104,3; korrigierter Wert). Preisanstiege bei der Ausgabengruppe "Gesundheitspflege", bei Sozialschutzdienstleistungen sowie bei Heizöl (jeweils höhere Gewichtsanteile im PIPH) wirkten preistreibend auf den PIPH. Teuerungen bei Treibstoffen, in den Ausgabengruppen "Restaurants und Hotels" sowie "Erziehung und Unterricht" (jeweils geringere Gewichtsanteile im PIPH) schlugen hingegen im PIPH weniger durch als im VPI.

Inflation beim täglichen und wöchentlichen Einkauf über dem Durchschnitt
Das Preisniveau des Mikrowarenkorbes, der vor allem Nahrungsmittel enthält und den täglichen Einkauf widerspiegelt, erhöhte sich im Februar 2012 um 3,3% im 12-Monatsvergleich (Jänner 4,1% korrigiert). Das Preisniveau des Miniwarenkorbes, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und deshalb neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, stieg im Jahresabstand um 4,9% (Jänner 4,9% korrigiert).

Die Korrektur des Jännerwertes bei VPI und PIPH gegenüber den am 29.2.2012 publizierten vorläufigen Werten um jeweils -0,2 Prozentpunkte ist auf technische Verschiebungen zwischen vorläufiger und endgültiger Gewichtung des Warenkorbs 2012 zurückzuführen.
     
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