Österreichs Industriemotor läuft immer runder   

erstellt am
29. 03. 12

Bank Austria EinkaufsManagerIndex mit 51,5 Punkten im März zum dritten Mal infolge im Wachstumsbereich – leichte Abnahme des Tempos
Wien (bank austria) - Während die europäische Industrie in den ersten Monaten des laufenden Jahres sehr uneinheitliche Zahlen lieferte, erweist sich die Erholung in der heimischen Industrie hingegen als stabil. „Der Bank Austria EinkaufsManagerIndex ist im März gegenüber dem Vormonat zwar leicht gesunken. Er liegt mit einem aktuellen Wert von 51,5 jedoch weiterhin klar über der Wachstumsmarke von 50 Punkten“, so Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Der Bank Austria EinkaufsManagerIndex zeigt nach der leichten Delle zum Jahresende 2011 mittlerweile bereits den dritten Monat infolge eine Expansion des Industriesektors an. „Dank einer anhaltend günstigen Auftragsentwicklung, insbesondere aus dem Ausland, wurde die Produktion im März abermals kräftig ausgeweitet und zudem Beschäftigung aufgebaut. Die Einkaufspreise zogen wieder sehr stark an, was ein noch kosteneffizientes Lagermanagement ermöglicht hat“, fasst Bruckbauer die wichtigsten Ergebnisse der regelmäßigen Umfrage unter den österreichischen Industrieunternehmen zusammen.

Die Auftragslage hat sich im März weiter verbessert, wenn auch mit einem etwas geringeren Tempo als in den Vormonaten. Unterstützt hat vor allem ein stärkerer Rückenwind aus dem Ausland. „Die Exportaufträge legen seit einigen Monaten wieder stetig zu. Um der gestiegenen Nachfrage nach ’Made in Austria’ nachkommen zu können, haben die heimischen Industriebetriebe im März ihre Produktionsleistung bereits den dritten Monat infolge kräftig erhöhen müssen“, sagt Bruckbauer.

Die Stimmung in der heimischen Industrie hat sich in den vergangenen Monaten kontinuierlich vom Tiefpunkt im Spätherbst erholt. Dennoch ist das Verhalten der Unternehmen angesichts der Rahmenbedingungen in Europa noch von großer Vorsicht geprägt. Das Vertrauen in eine stabile Erholung im Sektor nimmt mittlerweile wieder zu. Die österreichischen Industriebetriebe haben wieder begonnen neue Arbeitskräfte aufzunehmen. „Erstmals im Jahr 2012 hat die Industrie im März wieder Beschäftigung aufgebaut. Die starke Produktionsausweitung in den vergangenen Monaten, die anhaltend gute Auftragslage und die beruhigend hohen Auftragspolster haben die Betriebe am Arbeitsmarkt offensiv werden lassen“, so Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl über die positive Entwicklung der heimischen Industrie. Angesichts der anziehenden Industriekonjunktur sind die Chancen gut, dass noch vor dem Sommer die Trendwende am Arbeitsmarkt einsetzt und sich die Arbeitslosigkeit, die in den vergangenen Monaten nach oben tendiert hat, in der zweiten Jahreshälfte 2012 wieder etwas rückbildet. Insgesamt erwarten die Ökonomen der Bank Austria für das Jahr 2012 eine durchschnittliche Arbeitslosenquote in Österreich von 6,9 Prozent, damit geringfügig über den 6,7 Prozent des Vorjahres.

Angesichts einer starken Aufwärtstendenz der Rohstoffpreise hatten die österreichischen Industrieunternehmen abermals mit kräftig steigenden Einkaufspreisen zu kämpfen. „Im aktuellen Wettbewerbsumfeld sind die heimischen Produzenten nicht in der Lage die stark gestiegenen Kosten für Vormaterialien in vollem Umfang auf die Verkaufspreise zu überwälzen. Die Ertragsseite wurde im März durch die Preistrends erheblich belastet“, analysiert Pudschedl. Um den ungünstigen Preisentwicklungen entgegenzuwirken, zeigt die österreichische Industrie derzeit ein erhöhtes Kostenbewusstsein im Lagerwesen. „Die heimischen Erzeuger haben angesichts der gestiegenen Rohstoffpreise im März die Einkaufsmenge bewusst niedrig gehalten, was zur stärksten Verringerung der Vormateriallager seit über zwei Jahren führte. Auch die Verkaufslager wurden im März etwas abgebaut“, meint Pudschedl. Aufgrund des verstärkten Blicks auf die Kosten haben sich die Lieferzeiten in einem weiter anziehenden Nachfrageumfeld im März erhöht.

Die Industriekonjunktur ist in Österreich nach einem leichten Stottern gegen Ende des Vorjahres mit Beginn 2012 wieder in Fahrt gekommen. „Die auf breiter Basis günstige Entwicklung des aktuellen Bank Austria EinkaufsManagerIndex zeigt, dass der Industriemotor immer runder zu laufen beginnt. Die Drehzahl hat sich im März allerdings etwas verringert, das eingeschlagene Tempo bleibt vorerst noch niedrig. Für die kommenden Monate weist das Indexverhältnis ’Neuaufträge zu Lager’ auf eine anhaltende Stabilisierung der Industrieerholung hin“, sagt Bruckbauer. Seit drei Monaten liegt der Quotient bereits über dem Wert eins – mit steigender Tendenz. Dies ist ein klares Indiz dafür, dass die Stärke der Nachfrage unter Berücksichtigung der vorhandenen Lagerkapazitäten voraussichtlich zu weiteren Produktionsanstiegen im Vergleich zum jeweiligen Vormonat führen wird. „Unsere Prognose eines Industriewachstums um durchschnittlich zwei Prozent im Jahr 2012 ist nach unten hin immer besser abgesichert. Angesichts der fortschreitenden Beruhigung der europäischen Staatsschuldenproblematik und günstiger Daten aus Übersee ist eine positive Konjunkturüberraschung immer wahrscheinlicher. Unsere Wachstumsprognose für die österreichische Gesamtwirtschaft halten wir vorerst unverändert mit 0,8 Prozent bei“, so Bruckbauer abschließend.
     
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