Treffen europäischer Bodenexperten sich in St. Pölten   

erstellt am
08. 06. 12

St. Pölten (nlk) - "Unser Boden ist eine begrenzte Ressource und nicht beliebig vermehrbar. Es geht darum Boden sinnvoll zu nützen und sorgsam zu schützen. Internationaler Austausch und Bewusstseinsbildung sind die Basis für langfristig sinnvolle Aktionen!" stellt Umweltlandesrat Dr. Stephan Pernkopf fest.

Boden zum Begreifen
Die Jahrestagung des Bodenbündnisses europäischer Städte, Kreise und Gemeinden (ELSA) findet heuer in Niederösterreich statt. Über 300 Personen nehmen die Angebote der beiden Veranstaltungstage in St. Pölten und Angern an der March/Zahorska Ves (SK) wahr. Das Tagungsprogramm umfasst unter dem Titel "Boden zum Begreifen" die Bereiche Natur, Kultur und Planung. Experten aus neun europäischen Ländern betonen den Wert des Bodens und seine Bedeutung für die Nachhaltigkeit: "Zentraler Punkt des 'Begreifens' ist die Bewusstseinsbildung durch Lernen und Verstehen. Ziele sind das Sichtbarmachen von grenzüberschreitenden Partnerschaften sowie der Erfahrungsaustausch zwischen Gemeinden und Regionen zur Stärkung des Bodenbewusstseins im Donauraum" heißt es in der von ELSA zur Tagung verfassten "Erklärung von St. Pölten und Zahorska Ves".

Was darunter gemeint ist zeigen unter anderem auch Akteure des Bodenschutz-netzwerks "SONDAR" (Soil Strategy Network in the Danube Region) an Infoständen einer Internationalen Ideen- und Produktschau "Boden zum Begreifen" im Landhausschiff in St. Pölten, wo direkt aus dem Boden gewonnene Erdfarben und Beiträge der Interaktion von Boden und Hochwasser gezeigt werden. Die strategische Projektleitung von SONDAR liegt bei der Abteilung Landentwicklung der NÖ Landesregierung. Das Netzwerk umfasst etwa 15 Partnerorganisationen und wird in mehreren von der EU finanzierten Projekten der territorialen Zusammenarbeit im Donauraum aufgebaut.

Nachhaltiger Erdfarben-Wettbewerb
93 Schulen aus Niederösterreich, Ungarn und der Slowakei haben beim Wettbewerb "Malen mit den Farben der Erde" insgesamt 237 Kunstwerke eingereicht! Für das online-Voting verzeichnete die Wettbewerbs Homepage www.sondar.eu alleine im Monat Mai über 600.000 Webseiten-Aufrufe. Das online-Voting gewannen die MHS Blindenmarkt und die LFS Edelhof. Eine Fachjury wählte insgesamt 24 Werke aus NÖ aus, die nun gemeinsam mit den besten Bildern aus den Nachbarländern in mehreren internationalen Ausstellungen gezeigt werden. Zusätzlich werden unter allen Einreichungen "Begegnungspreise" verlost. Schulen aus der Slowakei, Ungarn und NÖ können so einen interessanten gemeinsamen Tag verbringen.

Bodenerlebnistag
Am zweiten Veranstaltungstag gibt es in Záhorská Ves und Angern an der March einen "Bodenerlebnistag" für Experten und Bevölkerung. Nach der Preisverleihung an die slowakischen Gewinner des Erdfarben-Wettbewerbes und der Ausstellungseröffnung steht ein geführter "Bodenspaziergang" entlang der March sowie "Publikumsmalen mit Erdfarben" und ein nachhaltiges Fußballturnier in der "Scheiberlkistn" am Programm.

Bodenbündnis mit Schwerpunkt in NÖ
Das Europäische Bodenbündnis (European Land and Soil Alliance, ELSA e.V.) mit Sitz in Osnabrück (DE) expandiert mit niederösterreichischer Unterstützung nach Osten. Seitdem das Land NÖ 2003 dem internationalen Bündnis beigetreten ist, kommen mehr als die Hälfte seiner Mitglieder aus NÖ, derzeit sind es 82 (siehe Factbox). Sie arbeiten partnerschaftlich zusammen und nutzen durch Informations- und Erfahrungsaustausch die Synergien des Netzwerks.

Im europäischen Bodenbündnis sind 82 Mitglieder aus NÖ vertreten: 68 Bodenbündnisgemeinden 2 Umweltverbände als Modellregionen (Lilienfeld und Tulln) 6 NGO's (vor allem Bildungseinrichtungen) 5 Firmen ...und das Land Niederösterreich selbst.

Weitere Gemeinden und Organisationen aus Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Moldawien und Unganda haben sich über NÖ Initiative dem Bodenbündnis angeschlossen.
     
Informationen:
http://www.unserboden.at
http://www.sondar.eu
http://www.soilart.eu
http://www.bodenbuendnis.org
   
     
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