Gezielte Behandlung von Krankheiten   

erstellt am
15. 06. 12

Medizintechnik-Innovation: Mikroreaktor aus OÖ erleichtert gezielte Behandlung von Erkrankungen wie Krebs
Linz (lk) - In einem Kooperationsprojekt des Gesundheits-Clusters haben drei Unternehmen und eine universitäre Forschungseinrichtung einen Kapillarreaktor entwickelt, der die Herstellung von Nanopartikeln zum gezielten Transport von Wirkstoffen im Körper ermöglicht. Dies ist mit so genannten Nanocarriersystemen möglich. Sie binden einen medikamentösen Wirkstoff an sich und bringen diesen direkt zum gewünschten Wirkungsort. Anwendungsgebiete können beispielsweise Krebsbehandlung, Lungenhochdruck oder Impfstofftransport sein.

Der Kapillarreaktor: Derzeit müssen die flüssigen Bestandteile der in diesem Projekt untersuchten Nanopartikel manuell mittels Pipette vermischt werden und die Herstellung ist nur in kleinsten Mengen von 1-2 ml möglich. Mit dem Kapillarreaktor ist es gelungen, bis zu 1 Liter Nanosuspension pro Stunde herzustellen und gleichzeitig die Reproduzierbarkeit deutlich zu verbessern - mehr Produkt, höhere Qualität.

Aufgaben der Projektpartner: Der Projektkoordinator ONE-A Engineering (OÖ) war für die technische Umsetzung des Kapillarreaktors verantwortlich. Die Karl-Franzens-Universität Graz (Stmk.) implementierte den Reaktor in ihr Labor und führte die praktischen Testreihen und Stoffbestimmungen durch. Ergänzend wurde am RCPE (Stmk.) der Entstehungsprozess der Nanopartikel erforscht, um den besten Weg für die Vergrößerung des Prozesses (Scale-up) zu finden.

Die Firma Prager Elektronik (NÖ) installierte ein softwaregestütztes Messsystem zur Beurteilung der Qualität der produzierten Nanopartikel und künftigen Online-Detektion der Partikelgrößen. Der Mehrwert für Oberösterreich: Mit dieser innovativen Technologie des Kapillarreaktors konnte die ONE-A Engineering aus OÖ bereits zum zweiten Mal ihr Potenzial auf dem Gebiet der Nanotechnologie aufzeigen. "Gerade kleine und mittelständische Unternehmen punkten immer wieder mit besonderen Innovationen oder Nischenprodukten und zeigen so, was in unseren heimischen Betrieben steckt. Mit diesem Cluster-Kooperationsprojekt stärken wir nicht nur die Wirtschaftlichkeit unseres Standorts, sondern verbessern vor allem nachhaltig die Patientenversorgung", so Wirtschafts-Landesrat Viktor Sigl.

Unterstützung durch den Gesundheits-Cluster: Der Gesundheits-Cluster (GC) ist eine Initiative des Landes Oberösterreich, eingebettet in die Clusterland Oberösterreich GmbH, und vernetzt derzeit rund 220 Partnerunternehmen. Im vorliegenden Projekt unterstützte der GC die Projektpartner bei der Erstellung des Förderantrags, der Abwicklung der Einreichung, der Begleitung während der Projektrealisierung sowie der Erstellung des Endberichtes.
     
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