"Alte Spuren Neue Wege Oberösterreich und Südböhmen"   

erstellt am
25. 06. 12

Vorbereitungen für die Oberösterreichische Landesausstellung 2013 voll angelaufen
Linz (lk) - Von grenzüberschreitenden Landesausstellungen geht eine ganz besondere Faszination aus: Nach nicht ganz zwei Monaten haben bereits ca. 90.000 Besucher die diesjährige Landesausstellung unter dem Titel "Verbündet Verfeindet Verschwägert. Bayern und Österreich" besucht. Vor allem das Konzept des Austauschs der Besucher zwischen Bayern und Österreich (man besucht den jeweiligen Nachbarn) geht, wie erste Besucherstromanalysen zeigen, sehr gut auf. Die Besucherinnen und Besucher zeigen sich von den gezeigten Ausstellungen beeindruckt.

Landesausstellung 2013 ebenfalls grenzüberschreitend
Auch die Landesausstellung 2013 wird grenzüberschreitend ausgerichtet. Sie verbindet Oberösterreich und Südböhmen auf kulturellem Gebiet miteinander.

Ausstellungsstandorte sind das Kloster Hohenfurth (Vyssi Brod) und das Regionalmuseum Krumau mit dem Seidl-Atelier und der ehemaligen Synagoge in Krumau (Cesky Krumlov) auf tschechischer Seite sowie zahlreiche Räumlichkeiten der Braucommune Freistadt und den Eybl-Häusern und dem ehemaligen Bürgerspital in Bad Leonfelden.

Für alle vier Standorte wird es ein gemeinsames Ausstellungsticket geben, die Vermarktung der vier Standorte erfolgt ebenfalls im Verbund.

Alte Spuren, neue Wege - Die Kulturgeschichte Oberösterreichs und Südböhmens
Der Titel der Landesausstellung 2013 lautet "Alte Spuren Neue Wege - Oberösterreich und Südböhmen". Je nachdem, in welchem Land man sich befindet, werden die Begriffe "Oberösterreich" und "Südböhmen" in jeweils umgekehrter Reihenfolge verwendet.

Der Titel wurde so ausgewählt, dass er nicht nur den in der Ausstellung gezeigten Inhalten Rechnung trägt, sondern auch im Tschechischen und im Deutschen syntaktisch und semantisch funktioniert.

Gemeinsame Kulturgeschichte als Thema
Die Ausstellung dokumentiert die gemeinsame Kulturgeschichte von Oberösterreich und Südböhmen, die gemeinsame Kulturgeschichte des Landstrichs zwischen Donau und Moldau. Neben dem "Gemeinsamen" wird aber auch auf das "Trennende" nicht vergessen, es sollen zeitgeschichtliche Aspekte genauso einfließen wie auch zeitgenössische und zukünftige Entwicklungen.

Ausgehend vom verbindenden Element der Landschaft, über die Urbarmachung und verkehrstechnische Erschließung der Region im Mittelalter, von den geänderten Herrschaftsstrukturen am Beginn der Neuzeit, dem Sozialwesen an der Salzstraße, und der Gemeinsamkeit in der Kulinarik reflektiert die Ausstellung auch auf Trennendes, wie zum Beispiel die unterschiedliche Staatswerdung mit dem Ende der Monarchie oder dem Eisernen Vorhang.

Flankierende Ausstellungen in der Synagoge von Krumau, im Fotoatelier Seidlhaus, im Schlossmuseum Freistadt oder in den Häusern der Mühlviertler Museumsstraße werfen außerdem ein interessantes Bild auf die Lebensweise und die Alltagskultur der Menschen zwischen Donau und Moldau.

Grenzüberschreitende Kooperationen als Erfolgsgeheimnis
Die Zusammenarbeit zwischen Oberösterreich und Südböhmen auf kulturellem Gebiet wurde bereits mehrfach erfolgreich praktiziert. Im Ausstellungsbereich war es vor allem die gemeinsame Stifter-Ausstellung, die hier als bedeutende Wegmarke gilt.

Für die Vorbereitung der grenzüberschreitenden Landesausstellung 2013 wurde die Zusammenarbeit nun auf weitere wichtige Institutionen und Partner ausgedehnt.

Die Projektsteuerung und Koordination auf tschechischer Seite obliegt der Regionalentwicklungsagentur RERA, vertreten durch Dr. Jiri Vlach und der Kulturverwaltung des südböhmischen Kreisamts unter Frau Ing. Kamilla Hrabaková.

Auf oberösterreichischer Seite liegt das Projektmanagement in bewährter Weise bei der Direktion Kultur beim Amt der Oö. Landesregierung. Partner sind weiters die zuständigen Organe der vier Ausstellungsgemeinden, die Braucommune Freistadt und das EUREGIO Regionalmanagement Mühlviertel.

Kooperationen im touristischen Bereich gibt es weiters zwischen dem Oberösterreich Tourismus und der Südböhmischen Tourismuszentrale sowie zwischen den Wirtschaftskammern auf beiden Seiten.

Im touristischen Bereich mündet diese Zusammenarbeit vor allem in die Erstellung und Vermarktung gemeinsamer touristischer Packages und die Etablierung von Kooperationen in der Gastronomie. Zudem sollen auch die Angebote der Freizeitregion Lipno (Moldau-Stausee), der Stadt und der Region Freistadt sowie der Kurverwaltung Bad Leonfelden entsprechend mitvermarktet werden.

Ein umfassendes Rahmenprogramm wird auch bei dieser Landesausstellung wieder die Möglichkeit eröffnen, dass sich die Ausstellungsregion ihren Gästen mit all ihrer kulturellen Vielfalt präsentiert.

Investment, Wertschöpfung und Nachnutzung
Insgesamt wird auf oberösterreichischer Seite in die bauliche Sanierung und Adaptierung der Eybl-Häuser sowie in die museale Adaptierung des ehemaligen Bürgerspitals in Bad Leonfelden ein Betrag von rund 4,5 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln investiert.

Davon Stammen 2.312.495,00 Euro aus dem Kulturressort der Oö. Landesregierung, weitere 512.063,00 Euro aus dem Wirtschafts- und Tourismusressort, sowie 761.771,00 Euro aus dem Gemeinderessort der Oö. Landesregierung und 180.000,00 Euro aus dem Bauressort der Oö. Landesregierung. Die Stadtgemeinde Bad Leonfelden bringt einen Finanzierungsanteil in der Höhe von rund 770.000 Euro ein, darin inkludiert ist auch der Ankauf der Liegenschaften.

Für die bauliche Sanierung und Adaptierung verschiedener Gebäudeabschnitte in der Braucommune Freistadt im Hinblick auf die Landesausstellung wird ein Betrag von rund 4 Millionen Euro aus Landesmitteln investiert. Die Braucommune Freistadt investiert weitere 5 Millionen Euro aus eigenen Mitteln in betriebsbedingte Umbauten, die die Wettbewerbsfähigkeit der Brauerei auf Jahrzehnte sichern.

Die Nachnutzung erfolgt in Bad Leonfelden in Form eines bereits seit langem geplanten Stadtmuseums im Bürgerspital, weiters in Form eines Mehrzweck- und Veranstaltungssaals, der auch von der Landesmusikschule mitbenützt werden kann sowie einer Unterbringung des Tourismusbüros und in Form einer kulturellen Mischnutzung (Archiv, Probenräumlichkeiten, Brauhausgalerie etc.) in Freistadt.

Aus diesem Gesamtinvestment von 8,5 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln und 5 Millionen Euro aus dem Cash-Flow der Brauerei ergibt sich für den Bezirk Freistadt und den Bezirk Urfahr-Umgebung eine Wertschöpfung von rund 80 Millionen Euro.

Die grenzüberschreitende Landesausstellung 2013 ist damit nicht nur ein bedeutendes Kulturprojekt sondern auch ein großer wirtschaftlicher Impuls für das Mühlviertel.
     
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