Bereits 4,5 Mio. fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln 

 

erstellt am
24. 10. 12

VCÖ fordert bundesweit einheitliches elektronisches Fahrkartensystem
Wien (vcö) - Bereits rund 4,5 Millionen Österreicher über 14 Jahre nutzen öffentliche Verkehrsmittel, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt. Jeder zweite Fahrgast nutzt den Öffentlichen Verkehr selten. Der Tarifdschungel und die in den einzelnen Städten verschiedenen Ticketsysteme ärgern viele Fahrgäste. Der VCÖ fordert anlässlich des derzeit in Wien stattfindenden ITS-Weltkongress eine Modernisierung des Fahrkartensystems in Österreich. Es soll ein österreichweit einheitliches E-Ticketing eingeführt werden.

Immer mehr Österreicherinnen und Österreicher nutzen öffentliche Verkehrsmittel, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt. Im Jahr 2007 fuhren rund vier Millionen Personen über 14 Jahre mit dem Öffentlichen Verkehr. Heuer sind es mit 4,53 Millionen eine halbe Million mehr, macht der VCÖ aufmerksam.

Die Detailanalyse des VCÖ zeigt, dass jeder zweite ein paar Mal im Monat oder seltener mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt. "Die Tarife und die zahlreichen verschiedenen Fahrkartensysteme in Österreich sind für viele, die den öffentlichen Verkehr selten nutzen, verwirrend und unverständlich. Der Tarif- und Fahrkartendschungel kostet dem Öffentlichen Verkehr viele Fahrgäste", so VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer. Die Benützung des Öffentlichen Verkehrs soll durch eine Modernisierung des Fahrkartensystems einfacher werden. "Internationale Beispiele belegen: Wird das bestehende Fahrkartensystem vereinfacht, nimmt die Zahl der Fahrgäste zu", betont VCÖ-Experte Gansterer.

Auch die Schweiz hat das Ende des Papierfahrschein-Zeitalters eingeläutet. Die Schweiz wird bis zum Jahr 2017 ein landesweit einheitliches E-Ticketing einführen. Dänemark hat im Jahr 2011 ein landesweites E-Ticketing-System beschlossen, für das es personalisierte Karten und anonymisierte Prepaid-Karten geben wird.

Der VCÖ fordert für Österreich ein bundesweit einheitliches Elektronisches Ticketsystem. Zentral für die Fahrgäste ist, dass regional unterschiedliche Systeme miteinander kompatibel sind. Der derzeit stattfindende ITS-Weltkongress zeigt, dass mit Hilfe neuer Technologien die Benutzerfreundlichkeit des Öffentlichen Verkehrs für die Fahrgäste deutlich erhöht werden kann. Zudem unterstützt E-Ticketing einen Mobilitätstrend: Das Mobilitätsverhalten wird multimodaler, verschiedene Verkehrsmittel werden auf einer Strecke kombiniert. So sollen mit dem elektronischen Ticketing auch Leih-Fahrräder oder Carsharing genutzt werden können.

Technisch funktioniert E-Ticketing sowohl mit Mobiltelefonen als auch mit Chipkarten. Man braucht lediglich die Chipkarte an einem Lesegerät vorbeiführen. Bei persönlichen Karten erhält man wie bei der Kreditkarte eine monatliche Abrechnung mit den Fahrten, bei einer unpersonalisierten Karte wird der aufgebuchte Geldbetrag einfach abgebucht, wie beispielsweise bei Wertkarten-Handys. "Die Zeit des Anstellens an Fahrkartenschalter oder Automaten ist mit E-Ticketing vorbei. Auch die Ungewissweit im städtischen Öffentlichen Verkehr, welches Ticket zu lösen ist, fällt dann weg", nennt VCÖ-Experte Gansterer weitere Vorteile des E-Ticketings.

 

 

 

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