Der Maler Franz Sedlacek. Chemiker der Phantasie 

 

erstellt am
26. 11. 12

Von 22. November 2012 bis 27. Jänner 2013 in der Landesgalerie Linz
Linz (landesmuseum) - Detailreich und in hoher technischer Virtuosität führt Franz Sedlacek in vielen seiner Werke realistische und phantastische Aspekte zusammen. Dabei gelingt es ihm, dem Unwahrscheinlichen den Anschein großer Wahrscheinlichkeit zu geben, die Basis für herausragende phantastische Bildwelten. In zahlreichen Gemälden nimmt er Anleihen in der Kunst der Romantik, die besonders in den einsamen Rückenfiguren und den atmosphärischen Stimmungen deutlich hervortreten. Indem er die romantischen Anteile - durchaus ambivalent zwischen Technikbegeisterung und Fortschrittskepsis - mit zeitgenössischen Elementen aus Industrie und Technik kombiniert, rückt er stilistisch in die Nähe der Neuen Sachlichkeit.

Franz Sedlacek wurde 1891 in Breslau/Wroclaw geboren und kam mit seiner Familie 1897 nach Linz, wo er 1913 an der Gründung der Linzer Künstlervereinigung MAERZ beteiligt war. Auf Wunsch seines Vaters absolvierte Franz Sedlacek ein technisches Studium und arbeitete ab den 1920er Jahren als Kustos für Chemie im Technischen Museum in Wien. Hier begannen sich die beiden widersprüchlichen Pole seines Lebens herauszubilden, die bürgerliche, angepasste Existenz als Beamter auf der einen und die künstlerische Passion auf der anderen Seite. Seit 1939 war Sedlacek als Soldat der Deutschen Wehrmacht eingezogen, seit 1941 an der Front. Von seinem letzten Einsatz an der Ostfront bei Thorn/Torun kehrte er nicht zurück.

Ohne je eine künstlerische Ausbildung erhalten zu haben, zählte Franz Sedlacek in der Zwischenkriegszeit zu den erfolgreichsten Malern seiner Generation: Anlässlich der Weltausstellung in Barcelona 1929 wurde ihm die Goldmedaille für Malerei verliehen. Der spanische Staat kaufte das ausgezeichnete Gemälde an, erst im letzten Jahr wurde es im Spanischen Nationalmuseum Reina Sofia entdeckt, das es für die Ausstellung in Linz zur Verfügung stellte. Außerdem nahm Sedlacek in den 1930er Jahren an den internationalen Ausstellungen für Malerei in Pittsburgh teil. Im Vergleich zu seinen künstlerischen Erfolgen zu Lebzeiten ließ das Interesse an seinem Werk in den ersten Nachkriegsjahrzehnten deutlich nach, um in den letzten beiden Dekaden wieder kontinuierlich zu steigen.

 

 

 

Informationen: http://www.landesmuseum.at

 

 

 

 

 

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