Graz: Meilenstein auf dem Weg zur "Smart City"  

 

erstellt am
23. 01. 13

Graz (stadt) - Mit der Konstituierung eines Lenkungsausschusses zur Koordination aller weiteren Planungsschritte wurde am Nachmittag des 22,01, im Grazer Rathaus ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer „Smart City Graz" gesetzt. In den kommenden Jahren sollen die ersten konkreten Projekte für einen zukunftsbeständigen, emissionsarmen und energieoptimierten neuen Stadtteil umgesetzt werden - mit kräftiger finanzieller Unterstützung der EU und des Bundes.

Bereits im Vorjahr hatte das „Smart City Project Graz-Mitte" Aufsehen erregt, als es vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie zum einzigen österreichischen Leitprojekt für innovative urbane Energietechnologien im Rahmen zukunftsfähiger Stadtentwicklungsprojekte gekürt worden war. Mit dem Plan eines zukunftsbeständigen, energieoptimieren und emissionsarmen Stadtteils rund um den Grazer Hauptbahnhof hatte ein Konsortium von 14 Partnern unter Federführung der Stadtbaudirektion Graz nicht weniger als 4,2 Millionen Euro an Förderung für die Umsetzung eines ersten Demonstrationsprojektes an Land gezogen. Damit wird es jetzt ernst: Im Grazer Rathaus wurde von den 14 Konsortialpartnern gestern Nachmittag ein Lenkungsausschuss konstituiert, in dem die Weichenstellungen für die Umsetzung des Demonstrationsprojektes vorgenommen werden. Bis 2016 oder spätestens 2017 muss dieses Vorhaben in die Realität umgesetzt werden, um die in Aussicht gestellten 4,2 Millionen Euro aus dem Klima- und Energiefonds des Bundes zu erhalten - man hofft aber auf weitere Unterstützungen vor allem von Seiten der EU, die für die kommende Förderungsperiode 2014 bis 2020 einen besonderen Schwerpunkt in Richtung urbaner Räume angekündigt hat.

Bürgermeister Nagl: „Vorzeigeprojekt in ganz Europa!"
Dass Graz bei diesen Förderungen aus Brüssel besonders kräftig zulangen wird, hoffte gestern bei der Konstituierung des Grazer Smart City-Lenkungsausschusses auch Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl, der die Hinwendung der EU zu den urbanen Regionen besonders begrüßte: „In wenigen Jahrzehnten werden die Ballungszentren der Städte bereits bis zu 90 Prozent der Gesamtbevölkerung Europas aufnehmen müssen, da muss man eine zukunftsfähige Entwicklung ermöglichen!" Das Smart City Project Graz-Mitte ist für den Bürgermeister „ein Vorzeigeprojekt nicht nur innerhalb von Österreich, sondern in ganz Europa". Die Vielschichtigkeit des Konsortiums mit seinen 14 Partnern aus Stadt und Holding Graz, AVL List, FIBAG Hans Höllwart, TU Graz, Energie Steiermark sowie Unternehmen aus Technologie und Forschung sowie die handelnden Personen stimmen Nagl für eine optimale Umsetzung der richtungsweisenden Konzepte optimistisch. Auch die Grazer Politik stehe hinter dem Projekt, das ihm persönlich auch als Bürgermeister und verantwortlicher Referent für Stadtplanung und Bauwesen wichtig sei.

Stadtbaudirektor Werle: „Nicht mehr bloß ein zartes Pflänzchen!"
Stadtbaudirektor DI Mag. Bertram Werle bezeichnete die gestrige Konstituierung als „wichtigen Akt", da dem Lenkungsausschuss bei der Realisierung der Smart City eine besondere Rolle zukomme. Die dynamisch wachsende Stadt Graz mit einem Hauptwohnsitz-Zuwachs von mehr als einem Prozent jährlich habe sich für die Zuerkennung von Förderungen bereits gut positioniert, die Stadtbaudirektion sorge für die Rahmenbedingungen zum Gelingen der Smart City vor. „Das Smart City Project Graz-Mitte ist nicht mehr bloß ein zartes Pflänzchen, sondern bereits auf dem Weg, ein stattlicher Baum zu werden", freute sich Werle.

Gesamtes Projektgebiet umfasst 477 Hektar
Projektleiter DI Kai-Uwe Hoffer von der Stadtbaudirektion und der als Projektentwickler tätige Architekt DI Markus Pernthaler stellten den VertreterInnen der Partnerorganisationen dann nochmals die Pläne und nächsten Schritte auf dem Weg zur Smart City Graz vor. Insgesamt umfasst das Projektgebiet 477 Hektar, als erster Smart City-Stadtteil ist die Umgebung des Grazer Hauptbahnhofs im Fokus, wo aus einer Industriebrache ein nachhaltiger und zukunftsbeständiger Stadtteil entwickelt werden soll. Als erste Demonstrationsprojekte sind ein turmförmiges Kompetenzzentrum und ein revolutionäres Auftriebskraftwerk im Gespräch. Über die dafür eingeplanten 25 Millionen Euro hinaus haben potenzielle Investoren bereits weitere Projekte im Gesamtwert von bis zu 100 Millionen Euro in dem Gebiet in Aussicht gestellt.

Weichenstellung für effiziente Umsetzung
Im Lenkungsausschuss für die Grazer Smart City sind alle 14 Konsortialpartner mit Stimmrecht vertreten, hier sollen die Weichen für eine zügige und effiziente Verwirklichung der ehrgeizigen Pläne gestellt werden. Das Gesamtprojekt umfasst eine umweltverträgliche Bereitstellung und Nutzung von Wohnraum, Gebäuden, Verkehr oder Energie ebenso wie die Erprobung technologischer Erneuerungen in der Praxis bis hin zur Serienreife. Begleitet wird das Projekt von einem innovativen Beteiligungsprozess unter Einbindung aller relevanten Akteure im Stadtteil. Weitere Themen sind die Gewinnung und Speicherung umweltfreundlicher Energie, Elektromobilität, Carsharing und viele andere Bereiche zukunftsbeständiger, energieeffizienter und emissionsarmer Stadtentwicklung.

 

 

 

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