175 Jahre US-Österreichische Diplomatische
 Beziehungen

 

erstellt am
25. 02. 13
14.00 MEZ

Ausstellung der US-Botschaft Wien in der Wirtschaftskammer Österreich
Wien (pwk) - Anlässlich der Feierlichkeiten zum 175-jährigen Bestehen der diplomatischen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Österreich ist ab dem 25. Februar bis zum 5. März 2013 eine Ausstellung der US-Botschaft Wien zu diesem Thema in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) zu besichtigen.

Die Themen der Ausstellung
Diplomatische Anerkennung und die Anfänge der bilateralen Beziehungen Auch wenn der Anfang der US-amerikanischen diplomatischen Beziehungen mit Österreich offiziell auf das Jahr 1838 datiert wird, bestanden aufgrund des Interesses der Donaumonarchie an Handelsmöglichkeiten in der Neuen Welt schon Jahrzehnte früher Kontakte zwischen den beiden Ländern. Im Laufe der Geschichte war dieses Verhältnis nicht immer von Harmonie geprägt. Viel wichtiger ist jedoch, dass es sich so entwickelte, dass auch Hindernisse von historischer Auswirkung überwunden wurden.

Der Ausbau der Beziehungen: Immigration Im Jahr 1734 überquerten fünfzig protestantische, aus Salzburg vertriebene Familien in einer zweimonatigen Reise den Atlantik und gründeten in Georgia eine Gemeinde mit dem Namen Ebenezer. Diese Salzburger und ihre Nachfahren spielten eine wichtige Rolle in der Geschichte dieses US-Staates und der Vereinigten Staaten. Sie waren unter den ersten Siedlern in Amerika, die gegen die Sklaverei eintraten und zeichneten sich durch ihren Einsatz und ihren Beitrag zum wirtschaftlichen, sozialen und religiösen Leben aus.

Die Beziehung zur neuen Republik: Der Erste Weltkrieg und die Zwischenkriegszeit In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg verfolgten die USA eine Politik der Konfliktvermeidung bei gleichzeitigen Bemühungen um Frieden. Trotz dieser Strategie sah sich Präsident Woodrow Wilson - mit Verweis auf Deutschlands Verletzung seiner Verpflichtung zur Aussetzung des uneingeschränkten U-Boot-Kriegs - am 2. April 1917 in einer Sondersitzung des US Kongresses gezwungen, seine "War Message" zu verkünden und einen Antrag auf Kriegserklärung gegen Deutschland zu stellen. Vier Tage später wurde diese mit überwältigender Mehrheit vom Kongress verabschiedet. Daraufhin brach Österreich-Ungarn am 8. April 1917 die diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten ab, und acht Monate später, am 7. Dezember 1917, erklärten die USA der Donaumonarchie den Krieg.

Die Schaffung neuer Beziehungen Um langfristig einen neuen Weltkrieg zu verhindern, setzten die USA zum ersten Mal auf Wirtschaftshilfe als strategisches Element ihrer Außenpolitik, und boten Europa signifikante Unterstützung an. Bis Juni 1947, als die UN Hilfs- und Wiederaufbauorganisation ihre Lebensmittellieferungen an Österreich beendete, gaben die Vereinigten Staaten 300 Millionen US-Dollar für Nahrungsmittelhilfe zur Vermeidung einer Hungersnot aus. Am 3. April 1948 unterzeichnete Präsident Harry S. Truman das Gesetz zur Wirtschaftszusammenarbeit, das die Errichtung des Europäischen Wirtschafts-wiederaufbauprogramms (European Recovery Program, ERP) ermöglichte, welches später unter dem Namen "Marshallplan" in die Geschichte einging. Die österreichische Regierung nahm das Angebot zum Beitritt an, worauf am 2. Juli 1948 das betreffende bilaterale Abkommen unterzeichnet wurde. Die US Regierung finanzierte die Lieferung von Lebensmitteln, Maschinen und Rohstoffen nach Österreich. Die Hilfe aus dem Marshallplan für Österreich zwischen Juli 1948 und Dezember 1953 belief sich auf insgesamt 962 Millionen US Dollar - somit war Österreich nach Norwegen der größte Pro-Kopf-Empfänger von ERP Hilfe. Zusätzlich zum ERP wurden überall in Österreich sogenannte "Amerika Häuser" als eine Art "geistiger Marshallplan" errichtet, die als Bibliotheken, Konzertsäle und Kinos fungierten, um so die kulturellen Bande und gemeinsamen Werte zwischen Österreichern und Amerikanern aufzubauen und zu stärken.

Kontinuität und Kooperation Am 15. Mai 1955 waren die USA einer der Signatarstaaten bei der Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrags, der die Besatzungszeit der vier Alliierten beendete und Österreich zu einem freien, unabhängigen und neutralen Staat erklärte. Aufgrund der Neutralität Österreichs fungiert Wien oft als Standort für wichtige internationale Gipfeltreffen und ist offizielle Niederlassung multilateraler und internationaler Organisationen. Neben der bilateralen Botschaft in Österreich unterhält das US Außenministerium hier diplomatische Vertretungen bei den Vereinten Nationen in Wien (UNVIE) und bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

 

 

 

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