Heeresgeschichtliches Museum restituiert Ölgemälde

 

erstellt am
27. 02. 13
14.00 MEZ

Wien (hgm) - Am 26.02. wurden seitens des Heeresgeschichtlichen Museums / Militärhistorischen Instituts (HGM/ MHI) drei Ölgemälde an die Israelitische Kultusgemeinde in Vertretung der rechtmäßigen Erben nach Albert Klein übergeben. Die betreffenden Exponate waren im Zuge der Provenienzforschung des HGM/ MHI zu seinen Sammlungen aufgefunden worden und aufgrund Ihrer Provenienz unmittelbar im Sinne des Bundesgesetzes über die Rückgabe von Kunstgegenständen aus den Österreichischen Bundesmuseen und Sammlungen (BGBl. I Nr. 181/1998, i.d.F. BGBl. I 117/2009, Kunstrückgabegesetz) als bedenklich eingestuft worden.

Der am 31. Mai 1873 in Varsany (heutiges Ungarn) geborene und zumindest bis zum 25. März 1942 in Wien gemeldete Albert Klein wurde von den nationalsozialistischen Machthabern aufgrund seines Glaubens verfolgt, konnte jedoch mit seiner Frau Sidonie zunächst nach Budapest (Ungarn) und von dort im Jahre 1944 nach Kalinciakovo (Slowakei) fliehen. Die näheren Umstände seiner Flucht konnten leider aufgrund der schlechten Quellenlage nicht vollständig recherchiert werden. Aus einer seinerzeitigen Niederschrift des damaligen Heeresmuseums geht jedoch hervor, dass Albert Klein noch vor seiner Flucht nach Ungarn, am 20. September 1939 dem Museum folgende drei Gemälde veräußerte:

K. W. Prochazka: Portrait eines unbekannten Oberst
Öl auf Leinwand auf Karton, 42 x 34 cm

Carl Atzker: Portrait Erzherzog Friedrich von Österreich
Öl auf Leinwand, 53 x 44 cm

Adolf von Schallberg: Portrait Kaiser Franz Joseph I. von Österreich
Öl auf Leinwand, 240 x 158 cm

Der Kunstrückgabebeirat sah auf Grund des Sachverhaltes den Tatbestand des § 1 Abs. 1 Zif. 2 Kunstrückgabegesetz erfüllt und empfahl dem Bundesminister für Landesverteidigung und Sport (BMLVS) spruchgemäß die Übereignung an die Rechtsnachfolger von Todes wegen nach Albert Klein. Nach sehr aufwändigen Recherchen gelang es insbesondere aufgrund der Zusammenarbeit mit der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, die rechtmäßigen Erben nach Albert Klein zu eruieren.

Bei der Übergabe an die Vertreterin der Israelitischen Kultusgemeinde, Karen Szyjowicz B. A., zeigte sich Direktor Ortner erfreut und betonte, dass es keinesfalls darum gehen würde, etwas vermeintlich „Gutes“ zu tun, sondern vielmehr im Sinne von Wiedergutmachung vergangenen Unrechts korrekt und damit auch und vor allem im Sinne des Restitutionsgesetzes zu handeln.

 

 

 

Informationen: http://www.hgm.or.at

 

 

 

 

 

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