EU-Emissionshandel

 

erstellt am
04. 04. 13
14.00 MEZ

Überschuss an Emissionszertifikaten in der Kyoto-Periode
Wien (wifo) - Gemäß den am 2. April 2013 veröffentlichten Ergebnissen zum EU-Emissionshandel (EU ETS) war der Zertifikatsüberschuss 2012 für die EU insgesamt und für Österreich (jeweils ohne Luftfahrt) höher als im Vorjahr. 2012 wurden EU-weit Zertifikate im Ausmaß von rund 1.917 Mio. t CO2, den österreichischen Unternehmen von 33 Mio. t zugeteilt; dem stehen CO2-Emissionen von etwa 1.748 Mio. t bzw. 28 Mio. t gegenüber. Die Zertifikatzuteilung überstieg die Emissionen in der gesamten Kyoto-Periode 2008 bis 2012 EU-weit um 266 Mio. t. In Österreich beträgt der kumulierte Allokationsüberschuss in der Kyoto-Periode 10 Mio. Zertifikate.

Mit rund 5 Mio. t (15% der zugeteilten Menge) war der Zertifikatsüberschuss in Österreich deutlich höher als im Vorjahr. Das war vor allem auf den Rückgang der Emissionen im Elektrizitäts- und Wärmesektor sowie auf eine Erhöhung der Allokation im Elektrizitätssektor zurückzuführen.

Für die Kyoto-Verpflichtungsperiode 2008 bis 2012 ergibt sich damit folgendes Bild (Übersicht 1): Nur im Jahr 2008 überstiegen die Emissionen in Österreich die Allokation. Mit dem starken Produktionsrückgang in der Sachgütererzeugung im Zuge der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 nahmen auch die Emissionen in den Emissionshandelssektoren ab; in allen Sektoren mit Ausnahme der Raffinerien und der Nahrungsmittelindustrie ergab sich daher im Jahr 2009 ein Überschuss an Emissionszertifikaten. Auch in den Folgejahren lag die Zuteilung an Emissionszertifikaten über den Emissionen, wenngleich vor allem der Überschuss der güterproduzierenden Unternehmen merklich zurückging. Für 2012, das letzte Jahr der Kyoto-Periode, errechnet sich neuerlich ein hoher Allokationsüberschuss, der sogar jenen des Jahres 2009 übersteigt. Etwa 80% des Zertifikateüberschusses resultieren dabei aus dem Elektrizitätssektor. Dies spiegelt einerseits eine Verschiebung der Elektrizitätserzeugung von kalorischen zu Wasserkraftwerken und zur Nutzung alternativer Energieträger wider. Andererseits wurde die Allokation an den Elektrizitätssektor 2011 und 2012 aufgrund der Kapazitätsausweitung angehoben.

Über die gesamte Kyoto-Periode 2008 bis 2012 beträgt der kumulierte Zertifikatsüberschuss für Österreich 10 Mio. t CO2.

EU-weit zeigen die ersten Analysen der bislang vorliegenden Emissionsmeldungen für die Kyoto-Periode 2008 bis 2012 (ohne Luftfahrt) einen durchschnittlichen jährlichen Überschuss von 3% der Allokation. Kumuliert über die Fünfjahresperiode entspricht dies 266 Mio. Emissionszertifikaten. Die Zertifikate behalten auch in der Post-Kyoto-Periode 2013 bis 2020 ihre Gültigkeit. Ohne entsprechende Reformen des EU-Emissionshandels ist daher auch in dieser Periode mit keiner Knappheit an Emissionszertifikaten zu rechnen.

 

 

 

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