Mehrsprachigkeit: LR Tommasini stellt Ergebnisse
 und nächste Schritte vor

 

erstellt am
22. 04. 13
14.00 MEZ

Bozen (lpa) - Seit fünf Jahren legt das italienische Schul- und Kulturressort des Landes ein besonderes Augenmerk auf die Förderung der Mehrsprachigkeit. Landesrat Christian Tommasini hat am 20.04. die Ergebnisse von Projekten und Angeboten vorgelegt und auch gleich einen Blick in die (nahe) Zukunft geworfen: auf die Sprachentage am 10. und 11.05. in Bozen.

Zufrieden mit den Ergebnissen der Sprachangebote: LR Tommasini zwischen Schulamtsleiterin Minnei und dem Sprach-Experten Bruno JobZoomansichtZufrieden mit den Ergebnissen der Sprachangebote: LR Tommasini zwischen Schulamtsleiterin Minnei und dem Sprach-Experten Bruno Job

Der Unterricht der Zweit- und Drittsprache an den Schulen, Projekte zum Sprach-Austausch, international anerkannte Zertifizierungen, außerschulische Angebote zum spielerischen Erlernen von Sprachen: Mit all diesen Instrumenten hat das Ressort von Landesrat Tommasini in den letzten fünf Jahren versucht, die Sprachkenntnisse der italienischen Südtiroler zu verbessern. Tommasini zeigte sich im Rahmen einer Pressekonferenz mit den Ergebnissen (nachzulesen auch in der neuesten Nummer der Zeitschrift "Informa") zufrieden: "Ich denke, wir können guten Gewissens behaupten, dass die Phase der Experimente zu Ende ist und wir auf dem richtigen Weg sind, den wir auch in der nächsten Amtszeit beschreiten wollen", so der Landesrat: "Was wir anbieten, funktioniert, wir haben genug Erfahrung gesammelt, wir wissen nun, wie's geht."

Tommasini ist sich auch bewusst, dass nicht allein Schule und öffentliche Einrichtungen das Sprachenlernen fördern können. Der Grundstein dazu werde vielmehr in den Familien gelegt: "Es braucht aufmerksame und aufgeschlossene Eltern, die ein positives Klima der Zweit- und den Fremdsprachen gegenüber schaffen und die ihre Kinder beim Lernen unterstützen, indem sie zuhause auch mit den Sprachen spielen", so der Landesrat.

Was die statistischen Daten betrifft, konnte Tommasini darauf verweisen, dass an allen italienischen Kindergärten auch Deutsch gelernt werden könne, und zwar ab einem Alter von fünf Jahren. 312 Grund- und Mittelschulen haben dazu über Allerheiligen am ersten Sprach-Campus teilgenommen und die Anzahl der an den italienischen Schulen ausgestellten Sprach-Zertifikate hat sich in vier Jahren auf 1831 im Jahr 2012 verfünffacht. Immerhin 88 Prozent der Kandidaten haben übrigens ein solches Zertifikat auch geschafft. Beeindruckend auch der Anstieg jener italienischen Schüler, die sich für ein viertes Oberschuljahr an einer deutschen Schule entschieden haben: Waren es von 2004 bis 2008 noch 14, wurden von 2008 bis 2013 schon 107 gezählt.

Neben den schulischen setzt Tommasinis Ressort auch auf Angebote, die den Austausch zwischen italienischen und deutschen Jugendlichen außerhalb der Schulen fördern sollen (vom Projekt Liberamente über den Zug der Erinnerung bis hin zum Musikfestival Upload), dazu auch Praktika italienischer Berufsschüler in Österreich und Deutschland (allein in diesem Jahr mit 110 Teilnehmern) und eine gezielte Vorbereitung auf die Zweisprachigkeitsprüfung. Mit Sprachpartnerschaften, der Möglichkeit also, sich mit einem freiwilligen Partner suf Deutsch auszutauschen, rundet man das Bild ab und freut sich über nicht weniger als 700 Sprach-Paare.

Landesrat Tommasini, der in der Landesregierung sowohl für italienische Schule als auch Kultur zuständig ist, hat schließlich auch noch einen Blick in die (nahe) Zukunft geworfen und die Sprachentage in Bozen angekündigt. Sie finden am 10. und 11. Mai im Palais Campofranco und im Kulturzentrum Trevi statt und werden ein Bild von den Sprachangeboten vermitteln.

 

 

 

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