Österreichs jüngste Solar-Experten

 

erstellt am
18. 04. 13
14.00 MEZ

TU Wien und HTL Wiener Neustadt präsentieren gemeinsam das Solarenergie- Forschungsprojekt RIOSOLAR.
Wien (tu) - Wie wird sich Photovoltaik und Solarthermie bis 2030 entwickeln? Um das einschätzen zu können braucht man verlässliche Daten darüber, wie gut sich diese Technologien heute tatsächlich im Alltag bewähren – und man braucht Prognosen, wie sie sich in Zukunft verändern werden. Das soll durch das Sparkling-Science-Projekt RIOSOLAR gelingen, bei dem ein Forschungsteam der TU Wien eng mit Schulklassen der HTL Wiener Neustadt zusammenarbeitet. So werden einerseits gemeinsam wertvolle Daten gesammelt und aufbereitet und andererseits Österreichs jüngste Solar-Experten ausgebildet. Gemeinsam mit Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle stellen TU Wien und HTL Wiener Neustadt das Projekt beim „Energietag 2013“ in Wiener Neustadt vor.

Konkrete Fallstudien rund um Wiener Neustadt
Die Zukunft der Energieversorgung hängt stark von der Qualität und den Kosten von Solarthermie und Photovoltaik ab. „Für Prognosen bis ins Jahr 2030 darf man nicht bloß vom heuten Stand der Technik ausgehen. Wir analysieren bisherige Entwicklungen und schätzen das zukünftige Entwicklungspotenzial ab“, sagt Peter Biermayr vom Institut für Energiesysteme und elektrische Antriebe der TU Wien. Parallel dazu erstellen SchülerInnen der HTL Wiener Neustadt Fallstudien über solarthermische Anlagen und Photovoltaikanlagen in ihrer Umgebung.

„Zwei wichtige Indikatoren für die langfristige Bedeutung dieser Technologien sind die energetische Rückzahlzeit und die CO2-Vermeidungskosten“, sagt Peter Biermayr. Die energetische Rückzahlzeit gibt an, wie lange ein System in Betrieb sein muss, um jene Energiemenge nutzbar zu machen, die für seine Herstellung aufgebracht wurde. Die SchülerInnen schätzen diese Größe in ihren Fallstudien ab und stellen die Ergebnisse Werten aus der Literatur gegenüber. Das Forschungsteam an der TU Wien bekommt so sehr praxisnahe Daten, die dann für Studien und Zukunftsprognosen verwendet werden.

Erste Ergebnisse
Das Projekt RIOSOLAR startete im September 2012 und wird zwei Jahre dauern. Erste Ergebnisse sind bereits sichtbar: „Seit einigen Jahren sind deutliche Marktrückgänge im Bereich der Solarthermie und ein beispielloses Marktwachstum im Bereich der Photovoltaik zu beobachten“ sagt Peter Biermayr. Die beiden Technologien stehen im direkten Wettbewerb um verfügbare Flächen. Photovoltaik wurde seit 2006 um zwei Drittel billiger, während der Preis von Solarthermie-Anlagen weitgehend konstant blieb.

Die Energetischen Rückzahlzeiten von Photovoltaik und Solarthermie sind stark vom Standort abhängig: Die Rückzahlzeiten von PV-Anlagen mit monokristallinen Silizium-Zellen bewegen sich in Südspanien oder Süditalien in der Größenordnung von 1,7 Jahren, in Österreich brauchen die selben Anlagen hingegen etwa 2,7 Jahre. Die Werte von Solarthermie-Anlagen bewegen sich in der selben Größenordnung, hängen allerdings auch stark davon ab, wie die erzeugte Wärme genutzt wird.

Energietag 2013
Die HTL Wiener Neustadt erklärt „Energieeffizienz und Erneuerbare Energien“ zum neuen Ausbildungsschwerpunkt und veranstaltet am 18. April den „Energietag 2013“ ein. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle diskutiert im Rahmen der Veranstaltung mit ExpertInnen aus Wissenschaft und Forschung über Energie- und Klimaziele. Weitere Inhalte des Energietages sind Fachvorträge zu den Themen Energieeffizienz und Erneuerbare Energien für Unternehmen, Privatpersonen, Behörden und Gemeinden, eine Fachausstellung mit namhaften Unternehmen der Branche aus dem In- und Ausland und eine Schüleruniversität für die 7. und 8. Schulstufe. Als besondere Attraktion können am Schulgelände verschiedene Elektrofahrzeuge getestet werden.

Peter Biermayr sieht im RIOSOLAR-Projekt klare Vorteile für beide Seiten: Die TU Wien erhält wertvolle wissenschaftliche Unterstützung, an der HTL Wiener Neustadt werden mit Hilfe der TU Wien die SolarexpertInnen von morgen ausgebildet, die schon heute pfiffige und unkonventionelle Ideen in das Forschungsprojekt einbringen können.

Das detaillierte Programm des Energietages: http://www.htlwrn.ac.at/index.php/htl-aktuell/256-energietag-2013

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