Mailath: Wir wollen Brücken bauen zur alten Heimat

 

erstellt am
17. 04. 13
14.00 MEZ

Jewish Welcome Service bringt 70 Personen aus 6 Nationen nach Wien
Wien (rk) - Im Rahmen des "Jewish Welcome Service" sucht die Stadt Wien aktiv Kontakt zu jüdischen EmigrantInnen und Überlebenden des Holocaust. Tausende Vertriebene und ihre Nachkommen wurden in den letzten dreißig Jahren auf diesem Weg nach Wien geholt. "Die Stadt Wien versteht diese Einladung nicht nur als Geste der Versöhnung, sondern auch als Bemühung, die Erinnerung wach zu halten an das wohl dunkelste Kapitel der österreichischen Geschichte", erklärte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny am 16.04. bei einem Empfang für die jüdischen Gäste des "Jewish Welcome Service" im Wiener Rathaus.

"Wir wollen möglichst vielen Vertriebenen und Überlebenden die Gelegenheit geben, ihre alte Heimat zu besuchen und ihren mitgereisten Kindern die Stadt zu zeigen, in der sie ihre Kindheit und Jugend verbrachten. Wir wollen Brücken bauen - auch zur nächsten Generation - und den jüdischen Gästen zeigen, dass das Wien der Gegenwart so sehr ihr zu Hause ist, wie es das für Hunderttausende ihrer Vorfahren vor dem Nationalsozialismus war", so Mailath.

"Mit dieser Einladung zeigt die Stadt Wien, wie wichtig ihr die öffentliche Wahrnehmung und die Annerkennung des Leides der Holocaust-Überlebenden und ihrer Familien sind", so Susanne Trauneck, Generalsekretärin des Jewish Welcome Service.

Bis 21. April 2013 ist der "Jewish Welcome Service Vienna" Gastgeber einer Gruppe von Jüdinnen und Juden, die in ihrer Jugend aus Österreich vertrieben wurden. Die Gäste - insgesamt 70 Personen, darunter auch viele Kinder und Enkelkinder - kommen diesmal aus den USA, Israel, Argentinien, Mexico, Australien und England. Im Rahmen des Aufenthalts stehen auch Besichtigungen jüdischer Einrichtungen, eine Stadtrundfahrt sowie Besuche im Rathaus und im Bundeskanzleramt auf dem Programm. Darüber hinaus wird im Institut für Wissenschaft und Kunst in der Berggasse die jüdische Komponistin Erika Fox über ihre Wiener Wurzeln erzählen ("Music from the Roots" - eine Veranstaltung der Frauen AG der österreichischen Gesellschaft für Exilforschung).

Der Jewish Welcome Service
1980 wurde die Organisation auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Leopold Gratz und des Stadtrates Heinz Nittel gemeinsam mit dem 2007 verstorbenen Leon Zelman gegründet. Präsident ist der jeweilige Bürgermeister der Stadt Wien. Weitere Aufgaben neben dem Besuchsprogramm sind die Unterstützung von Gedenk -und Erinnerungsinitiativen sowie Information und Service für jüdische Wien-BesucherInnen. Darüber hinaus organisiert der "Jewish Welcome Service" auch Einladungen für die jüngere Generation. Finanziert wird die Tätigkeit des "Jewish Welcome Service" von der Stadt Wien, mit Unterstützung der Republik Österreich.

Seit 2012 unterstützt der Wiener Städtische Versicherungsverein, Hauptaktionär der Vienna Insurance Group, die Arbeit des Jewish Welcome Service. Neben der Förderung von kulturellen und sozialen Projekten sieht sich der Wiener Städtische Versicherungsverein als Brückenbauer zwischen Kulturen und Generationen. Das Thema der Vertreibung und Rückkehr findet sich auch in seiner Geschichte. So waren Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus ihre Heimat Österreich verlassen mussten, maßgeblich am Wiederaufbau und nachhaltigen Erfolg des Unternehmens beteiligt.

 

 

 

Informationen: http://www.jewish-welcome.at/

 

 

 

 

 

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