"Standpunkt Liesing"

 

erstellt am
17. 05. 13
14.00 MEZ

Frischer Wind für einen traditionellen Industriestandort
Wien (rk) - Stadt Wien - Magistratsabteilung 21 (Stadtteilplanung und Flächennutzung), Wirtschaftsagentur Wien und Wirtschaftskammer Wien beschreiten seit 2011 neue Wege: Gemeinsam haben sie die Marke "Standpunkt Liesing" ins Leben gerufen. Mit modernen, ressourcenschonenden Technologien wird ein traditionelles Industriegebiet zu einem smarten, innovativen Betriebsstandort der Zukunft. Unterstützt wurden sie dabei vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Ziel ist, Liesing langfristig als attraktiven Betriebsstandort zu sichern, Betriebsflächen optimal zu verwerten, Betriebe individuell zu unterstützen und betriebliche Kooperationen zu fördern. Erste Erfolge sind bereits sichtbar.

Liesing hat als Industriestandort eine lange Tradition. Bereits 1828 eröffnete Braun&Wagenmann in der Siebenhirtenstraße einen Betrieb zur Produktion von Spiritus und Branntwein. Mittlerweile sind rund 560 Unternehmen (vom EPU bis hin zum Großbetrieb) auf dem rund 240 Hektar großen Betriebsgebiet angesiedelt. Die Branchenvielfalt reicht von Baugewerbe, Energieversorgung, Erzeugung & Verarbeitung über Forschung & Entwicklung, Informations- und Kommunikationstechnologie bis zu Logistik & Spedition. In den letzten Monaten haben sich weitere Unternehmen wie die Blau GmbH, OBO Bettermann Austria GmbH, Future Grow GmbH sowie weitere Firmen aus den Branchen Maschinenbau und Elektrotechnik, Recycling und ein Dienstleistungsunternehmen angesiedelt. Zusätzlich haben einige Firmen ihr Betriebsgebiet am Standort erweitert. "Mithilfe eines breitgefächerten Maßnahmenpakets, das den hohen ökologischen und sozialen Anforderungen Wirtschaftstreibender unterschiedlichster Branchen Rechnung trägt, erhalten und sichern wir mitten in der Großstadt ein attraktives, modernes Betriebsgebiet. Gerade in einer wachsenden Stadt, wo Platz Mangelware ist, ist der "Standpunkt Liesing" ein starkes und nachhaltiges Bekenntnis zur Wirtschaft. Das ist gut für die Entwicklung der Stadt, die hier zahlreichen Branchen einen attraktiven Ort für Ansiedlungen und Erweiterungen bieten kann, das ist gut für den Bezirk und dessen Entwicklung", so Vizebürgermeisterin Renate Brauner, Stadträtin für Finanzen und Wirtschaft.

Verkehrsleitsystem und Masterplan zur Standortentwicklung
In den letzten Monaten wurde am Standpunkt ein Verkehrsleitsystem umgesetzt. Es ist das Ergebnis einer Forderung der am Standort ansässigen Unternehmen; einerseits zur besseren Orientierung und andererseits zur stärkeren Identifikation mit dem Betriebsgebiet. Vorerst wurden sechs Orientierungstafeln an wichtigen Haupteinfahrts-und Kreuzungspunkten aufgestellt. Die öffentliche Anbindung ist essentiell für das Betriebsgebiet. Daher ist der U-Bahn-Anschluss am "Standpunkt Liesing" ein absoluter Wettbewerbsvorteil für ansässige Unternehmen.

Unter Einbindung mehrerer GrundstückseigentümerInnen und ansässiger UnternehmerInnen wurde an einem fundierten Masterplan gearbeitet. Er sieht vor, dass nachhaltig gewirtschaftet wird, öffentliche Freiräume aufgewertet werden und das Verkehrskonzept auch an alternative Angebote angepasst wird. Dieser Masterplan dient der Stadt Wien als Planungsbasis zur Standortentwicklung und empfiehlt im Bereich Raumplanung die Sicherung des Industrie- und Gewebestandortes und die Stärkung seiner Wettbewerbsfähigkeit, die Steigerung der Attraktivität als Wirtschaftsstandort, die Erhaltung der strukturellen Breite der ansässigen Wirtschaft, die Förderung von ressourcenschonendem Wirtschaften und die Restrukturierung von Industriebrachen. "Wir wollen den ansässigen und künftigen Betrieben die Sicherheit geben, dass der von ihnen gewählte Standort langfristig ihren Anforderungen entspricht. Auch Arbeitsraum ist Lebensraum. Deshalb setzen wir alles daran, die Freiraumqualitäten für die rund 7.000 Menschen, die in diesem Gebiet arbeiten, stark zu verbessern. Etwa wenn es darum geht, die Mittagspause im Freien verbringen zu können oder schnell von A nach B zu kommen. Gleichzeitig wollen wir bei den Unternehmen im Sinne der Energieeffizienz Bewusstsein dafür schaffen, dass sich Vernetzung und Kooperationen bezahlt machen können." so Vizebürgermeisterin und Planungsstadträtin Maria Vassilakou.

Quartiersmanagement am "Standpunkt Liesing"
Wesentlich für das Funktionieren des Standorts ist die Etablierung des Quartiersmanagements. Es fungiert als zentrale Drehscheibe für Kooperationsstärkung, Informations- und Beratungsleistungen sowie Innovationsentwicklung. Ein besonderer Fokus liegt in der Bereitstellung von Beratungsleistungen für umweltschonende Maßnahmen. Beispielsweise bei der Errichtung von Photovoltaik-Anlagen und innovativen Gebäudesanierungen, bei der Installierung von Einkaufsgemeinschaften hinsichtlich nachhaltiger Beschaffung oder bei der Einrichtung eines UmweltexpertInnennetzwerkes.

Das Quartiersmanagement ist Anlaufstelle für ansässige Unternehmen, aber auch für standortsuchende UnternehmerInnen. "Es ist besonders erfreulich, dass die Betriebe bereits jetzt schon wirtschaftliche Vorteile durch die Arbeit des Quartiermanagements erzielen", berichtet Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien und ergänzt "so klären im Rahmen des kostenlosen "Betriebs-Checks" ExpertInnen in betriebsübergreifenden Umweltberatungen, welches Potenzial für Kooperationsprojekte in den jeweiligen Betrieben steckt." Als eine gelungene Kooperation nennt Jank auch den Zusammenschluss von Betrieben, die zum Beispiel gemeinsam Facility Management-Dienstleistungen vornehmen. Generell ist für Jank die Weiterentwicklung der Industriestandorte in Wien von entscheidender Bedeutung: "Wien ist mehr als nur Tourismus, Wohnort oder Dienstleistungszentrum - wir brauchen hier auch moderne, smarte und multifunktionale Gewerbe- und Industriezonen, wo Betriebe und Logistiker perfekte Rahmenbedingungen vorfinden. Diese Zonen ermöglichen eine positive Entwicklung des Produktionsstandorts und sind damit entscheidende Faktoren im nationalen und internationalen Standortwettbewerb sowie bei der Sicherung des Wohlstands in der gesamten Region."

Landmark als neues Wahrzeichen in Liesing
Durch die Errichtung des "Landmarks" wird am "Standpunkt Liesing" auch architektonisch ein markantes Zeichen gesetzt. Direkt vor der U6-Station Perfektastraße bildet ein aus Containern gebautes, imposantes "L" in Form des Logos das Wahrzeichen für den Standort und bereichert somit den "Standpunkt Liesing" um eine bauliche Dimension. Das Landmark ist Kontakt- und Berührungspunkt zwischen Quartiersmanagement, ansässigen Unternehmen, InteressentInnen und AnrainerInnen. In unmittelbarer Nähe zum Landmark können sich Interessierte beim verglasten Ausstellungscontainer jederzeit einen Überblick über das Gesamtprojekt und aktuelle Aktivitäten sowie kulturelle Interventionen vor Ort verschaffen. "Betriebsübergreifendes Bewusstsein und gemeinsame Aktivitäten der Stadt Wien, der Wirtschaftsagentur Wien und der Wirtschaftskammer Wien zur Steigerung von energieeffizienter und ressourcenschonender Arbeit lohnen sich sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch", zeigen sich Brauner, Vassilakou und Jank abschließend überzeugt.

 

 

 

Informationen: http://www.standpunkt-liesing.at

 

 

 

 

 

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