TU Wien vergibt Porsche-Preis an Magnus MackAldener

 

erstellt am
07. 06. 13
14.00 MEZ

Wien (tu) - Der Porsche-Preis der TU Wien ist eine Auszeichnung für besondere Leistungen in der Kraftfahrzeugentwicklung. Am 7. Juni 2013 wird er für ein kompaktes Abgasnachbehandlungssystem vergeben.

Die gesetzlichen Grenzwerte für LKW-Abgase werden immer strenger, daher sind neue Ideen für die Abgas-Nachbehandlung gefragt. Magnus MackAldener und sein Team von der Firma Scania hat auf diesem Gebiet besondere technische Leistungen vorzuweisen: Durch eine extrem kompakte Konstruktionsweise braucht das Abgasnachbehandlungssystem von Scania genauso wenig Platz wie die Vorgängersysteme, erfüllt aber die EURO VI-Abgasnorm für schwere Nutzfahrzeuge. Magnus MackAldener erhält dafür von der TU Wien am 7. Juni den Porsche-Preis. Alle zwei Jahre wird diese mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung für besondere Leistungen in der Kraftfahrzeugtechnik vergeben.

Strengere Vorschriften, bessere Abgasnachbehandlung
Seit 1. Jänner 2013 gilt europaweit die extrem strenge EURO VI-Abgasnorm bei der Typprüfung, die eine weitere Halbierung des Schadstoffausstosses und erstmals auch eine Begrenzung der Partikelanzahl vorschreibt. Schwere Nutzfahrzeuge müssen daher mit sehr effektiven Partikelfiltern ausgestattet werden, genau wie das bei Diesel-PKWs bereits der Fall ist.

Je früher die neue Norm eingehalten wird, umso stärker profitiert die Umwelt. Kraftfahrzeughersteller sind bemüht, bereits vor Gesetzwerdung der neuen Abgasnorm technische Lösungen zu schaffen und anzubieten. Dabei stößt man allerdings häufig auf Platzprobleme: "Die neuen Abgasnachbehandlungssysteme müssen zwar eine wesentlich bessere Wirkung haben als die alten, sollen aber mit dem selben Platz auskommen, weil man sonst die Konstruktion der Fahrzeuge für die diversen Aufbauten wie Ferntransport oder Baustellen-LKW ganz neu auslegen müsste", erklärt Prof. Bernhard Geringer vom Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der TU Wien.

Mehrstufiges System
Das ist MackAldener und Scania durch eine Kombination mehrerer Nachbehandlungs-Maßnahmen gelungen - und zwar bereits ab 2011, also zwei Jahre vor Inkrafttreten der strengen EURO VI-Grenzwerte - konnte das System kundenseitig zur Anwendung kommen. Die Abgase gelangen zunächst in einen Diesel-Oxidationskatalysator und einen Dieselpartikelfilter. Danach werden Stickoxide durch selektive katalytische Reduktion (SCR) reduziert - mit Hilfe der Harnstoff-basierten Flüssigkeit "AdBlue", die dafür auf spezielle platzsparende Weise zerstäubt und verdampft werden muss. Ammoniakschlupf Katalysatoren verhindern abschließend einen unerwünschten Ammoniakausstoß. Je nach Motorleistung und Kundenwunsch können aus diesen Komponenten unterschiedliche Gesamtsysteme zusammengestellt werden.

"Eine besondere Herausforderung für Scania war es, die Flüssig-AdBlue-Dosiereinheit im knapp bemessenen Raum unterzubringen", sagt Bernhard Geringer. Die Flüssigkeit "AdBlue" muss im Modul verdampft werden, damit im SCR Kat die Stickoxide reduziert werden können. Dafür müssen die Tröpfchen normalerweise eine lange Wegmischstrecke zurücklegen. Durch ein innovatives Design von Verdampfungsflächen konnte diese komplizierte Einheit im Scania-Abgasnachbehandlungssystem auf engstem Raum untergebracht werden.

Magnus MackAldener
Magnus MackAldener promovierte 2001 an der Königlich Technischen Hochschule in Stockholm im Fach Maschinenbau. Seither arbeitete er beim schwedischen Fahrzeughersteller Scania in unterschiedlichen Bereichen: Er beschäftigte sich mit Motoren, mit Fahrgestellen, mit Treibstoffzufuhr. Derzeit ist er Senior Manager für Treibstoffnachbehandlung und Motorenentwicklung.

Porsche-Preis der TU Wien
Der mit 50.000 Euro dotierte Porsche-Preis der Technischen Universität Wien wird im Abstand von zwei Jahren an Personen verliehen, die sich durch besonders herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Kraftfahrzeugentwicklung ausgezeichnet haben. Gestiftet wurde der Preis 1976 von Frau Kommerzialrat Louise Piech-Porsche.

 

 

 

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