Lehrer, Stipendien, Matura

 

erstellt am
14. 06. 13
14.00 MEZ

LRin Kasslatter Mur bei Ministerin Carrozza
Rom/Bozen (lpa) - Landesrätin Sabina Kasslatter Mur ist am 13.06. in Rom erstmals mit Bildungsministerin Maria Chiara Carrozza zusammengetroffen. Die Liste der dabei deponierten Anliegen war eine lange: von mehr Spielraum bei der Ausbildung der Lehrpersonen über die Anerkennung von Studientiteln bis hin zur Besteuerung von Stipendien und zur Gestaltung der Matura in Südtirol.

Mit ihren Amtskollegen der anderen Regionen hatte Kasslatter Mur Gelegenheit die Unterrichtsministerin und deren politische Linie kennenzulernen. "Der Fokus der Ministerin liegt, wie sie betont hat, in erster Linie auf der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und der Schaffung neuer Jobs", so die Landesrätin nach dem heutigen Treffen, das sie vor allem dazu genutzt hat, die Anliegen der Südtiroler Schul- und Bildungspolitik zu deponieren. So hat Kasslatter Mur etwa eine Ausweitung der Zuständigkeiten der Universität in Brixen bei der Ausbildung der Lehrpersonen gefordert. "Derzeit sehen die staatlichen Vorgaben einen Multiple-Choice-Quiz als Aufnahmetest vor, mit dem aber in keinster Weise festgestellt werden kann, ob Kandidaten fürs Unterrichten geeignet sind oder nicht", so die Landesrätin.

Kasslatter Mur hat von der Ministerin zudem gefordert, die Verhandlungen mit Österreich rund um den Notenwechsel zur Anerkennung von Studientiteln wieder aufzunehmen. "Eigentlich hätte dies schon im Jänner der Fall sein sollen, bis dato liegen die Verhandlungen um eine aktuelle Anpassung aber auf Eis", so die Landesrätin, die auch ein weiteres Thema zur Sprache gebracht hat, das in Südtirol unter den Nägeln brennt: die Besteuerung von Studienstipendien. "Diese Besteuerung ist absolut sinnlos und läuft dem Zweck einer Studienbeihilfe zuwider", so Kasslatter Mur.

Gefordert hat die Landesrätin auch eine für jeden Schultyp landesweit zentral festgelegte schriftliche Maturaprüfung in der Zweitsprache. "Derzeit entscheidet darüber die Prüfungskommission an jeder einzelnen Schule", so Kasslatter Mur, die ergänzt: "Dadurch fehlt uns jede Chance, die Zweitsprachkenntnisse an den verschiedenen Schulen zu vergleichen." Letzte Forderung war schließlich jene nach einer Reform der Mitbestimmungsgremien in der Schule, nachdem die derzeitigen nicht mehr zeitgemäß seien.

Ministerin Carrozza hat zugesagt, im Gespräch zu bleiben und Südtirol einen Besuch abzustatten. "Sie will unser Bildungssystem kennenlernen und spätestens im September wird sie zudem am Innovation Festival in Bozen teilnehmen", so die Landesrätin abschließend.

 

 

 

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