Insolvenz der Alpine Bau GmbH

 

erstellt am
20. 06. 13
14.00 MEZ

 Hundstorfer: Wir haben alle Reparaturmaßnahmen eingeleitet
4.905 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind von Insolvenz betroffen
Wien (sk) - Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer hat am 19.06. zusammen mit dem Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS) Johannes Kopf und Zentralbetriebsrat Hermann Haneder den Stand der Dinge in Sachen Insolvenzverfahren bei dem Bauunternehmen Alpine erläutert. "Wir haben zusammen alle Reparaturmaßnahmen eingeleitet. Alle Instrumente, die mir zur Verfügung stehen, werden auch angewendet. Wir müssen aber auf die Bestellung des Masseverwalters und seine Vorgehensweise warten", erklärte Hundstorfer.

Mittlerweile stehe fest, dass 4.905 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Alpine Bau GmbH betroffen sind, davon auch ein kleiner Teil im Ausland. "Ich gehe auch davon aus, dass das so bleibt. Sorgen machen uns allerdings die vielen Zulieferfirmen. Aber auch bei den Zulieferfirmen können wir aktuell nicht sagen, bei wie vielen die Alpine Hauptauftragnehmer ist", führte der Arbeitsminister aus.

Weiters sei der aktuelle Stand, dass die Angestellten ihr Maigehalt ordnungsgemäß bekommen hätten, sowie die Arbeiterinnen und Arbeiter am 15. Juni das letzte Mal bezahlt worden seien. Somit seien der aktuelle Lohn und das Urlaubsgeld ausständig. Durch das Frühwarnsystem seien alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die nächsten 30 Tage vor Kündigung geschützt. Danach werden die jeweiligen Kündigungsfristen für Arbeiter und Angestellte schlagend, erst dann würden die Menschen arbeitslos werden. In der verbleibenden Zeit werde man sich gemeinsam mit dem Masseverwalter, der morgen bekannt gegeben wird, intensiv um eine Lösung bemühen. Für jene, die nicht unmittelbar wieder in Arbeit vermittelt werden können, stehen acht Arbeitsstiftungen in den Bundesländern zur Verfügung.


 

Strache: Österreich braucht Konjunkturpaket
Heimische Arbeitsplätze müssen gerettet werden – Statt Geld in Pleitestaaten zu pumpen muss die eigene Wirtschaft angekurbelt werden
Wien (fpd) - "Österreich braucht jetzt ein Konjunkturpaket um die heimischen Arbeitsplätze abzusichern", forderte der freiheitliche Bundesparteiobmann HC Strache. Nach der Rekord-Pleite der Alpine mit 6.500 Arbeitsplätzen und den Massenkündigungen bei Siemens könnte bald die nächste Groß-Pleite im Handel bei "Daily" in Haus stehen, so Strache, der dies als Ergebnis des wirtschaftspolitischen rot-schwarzen Dornröschenschlafes sieht. "Statt Milliarden auf nimmerwiedersehen in Pleitestaaten zu pumpen, muss unsere eigene Wirtschaft angekurbelt werden", so Strache.

Die Politik könne zwar selbst keine Jobs schaffen, aber sie könne die rechtlichen und fiskalen Rahmenbedingungen für Beschäftigung schaffen und etwa mit Infrastruktur-Projekten zusätzlich aktiv eingreifen, so Strache. Nicht die selbst ernannte "Partei der Arbeit" schaffe Jobs, sondern die Wirtschaft. Und hier besonders die KMU's, betonte Strache, der massive Erleichterungen und Unterstützungen für Wirtschaftstreibende forderte. Dies reiche von Steuererleichterungen, Reduktion der Sozialversicherungsbeiträge, Entrümpelung der Gewerbeordnungen und sonstiger wirtschaftshemmender Vorschriften, bis hin zu gezielten Förderungen und direkten Auftragsvergaben durch die Republik, so Strache.

"Österreich braucht dringend einen neuen Wachstums-Schub, den diese Bundesregierung bedauerlicherweise nicht schaffen wird, da sie untereinander streitet und sich gegenseitig in wichtigen konjunkturbelebenden Maßnahmen blockiert", so Strache. Sich über die Krise hinwegzulächeln und mit dem Zeigefinger auf andere Länder zu zeigen denen es noch schlechter gehe, sei für den heimischen Arbeitsmarkt jedenfalls deutlich zu wenig, befürchtet Strache noch weitere Großpleiten, wenn nicht bald gegengesteuert werde.

"Die tausenden Arbeitslosen der aktuellen Pleiten und Massenentlassungen können sich jedenfalls bei Faymann und Spindelegger bedanken, die tatenlos zugesehen haben und Milliarden Steuer-Euros lieber nach Brüssel geschickt haben, statt das Geld der Österreicher für den Erhalt der heimischen Arbeitsplätze zu verwenden", so Strache.


 

Bucher fordert Wirtschaftskrisenprogramm und Arbeitsplatz-Gipfel
Reaktionszeit von SPÖ und ÖVP gleicht einer griechischen Landschildkröte - rasche Hilfestellung für die knapp 5.000 Alpine-Mitarbeiter und Vorsorgepaket für die Zulieferer
Wien (bzö) - Angesichts der Insolvenz des Salzburger Baukonzerns Alpine forderte BZÖ-Bündnisobmann Abg. Josef Bucher ein rasch greifendes Wirtschaftskrisenprogramm mit deutlichen Signalen für eine positive Entwicklung in der österreichischen Wirtschaft und einen Arbeitsplatz-Gipfel. "Genug all der schönen Worte a la Faymann, Spindelegger, Hundstorfer und Co, jetzt wollen wir sie in die Praxis umgesetzt wissen, denn bis heute gibt es kein echtes Regierungskonzept zur Bekämpfung der Arbeitsplatz- und Wirtschaftskrise. Diese Regierung ist hilf-, ahnungs- und kopflos und vor allem die Reaktionszeit von SPÖ und ÖVP in diesem Bereich gleicht einer griechischen Landschildkröte", so Bucher weiter. Seit Jahren habe das BZÖ vor der Arbeitsmarktkrise gewarnt, Faymann, Spindelegger und Hundstorfer seien hingegen nur als hauptberufliche Beschöniger aufgetreten.

Trotz einer "massiven Anhäufung von Problemen" und einer täglich immer schwieriger werdenden Situation in der österreichischen Wirtschaft - da die öffentlichen Aufträge aufgrund des Bankenrettungspakets beinahe gegen null gefahren wurden - ist die Regierung nach wie vor zu keinem vernünftigen und lösungsorientierten Schritt imstande", sagte Bucher und weiter: "Im Umfeld des Alpine-Desasters muss es neben einer raschen Hilfestellung für die unmittelbar leidtragenden knapp 5.000 Mitarbeitern auch ein Vorsorgepaket der Regierung für die 1.400 Zulieferer geben, falls auch diese in den Insolvenz-Strudel gezogen werden", forderte Bucher.

Zur dramatischen wirtschaftlichen Situation in Österreich meinte der BZÖ-Bündnisobmann, dass die beängstigende Arbeitslosigkeit, die Pleiteserien, die sinkenden Exporte und die hohen Steuern zu noch "größeren unlösbaren Problemen" in der österreichischen Wirtschaft führen werden. "Spätestens jetzt muss aber dieser explosiven Situation mit konkreten Plänen entgegengesteuert werden."


 

Lugar: Finanzwirtschaft hat die Realwirtschaft ruiniert!
Heimische Bauwirtschaft durch Investitionen der öffentlichen Hand rasch stützen
Wien (stronach) - "Die Alpine-Pleite zeigt deutlich, dass die überbordende Finanzwirtschaft schließlich die Realwirtschaft ruiniert", erklärt Team Stronach Klubobmann Robert Lugar. Denn nach den Bankenpleiten mussten die Geldinstitute ihre Eigenkapitalquote erhöhen. "Zu rasch", so Lugar, "denn die Kreditgeschäfte wurden drastisch reduziert." Unmittelbar leidtragende seien die Arbeitnehmer und einmal mehr wohl die Steuerzahler angesichts von Bundeshaftungen von rund 150 Mio. Euro.

Die Alpine-Pleite zeige: "Österreich und Europa machen ihre Hausaufgaben nicht." Deshalb fordert Lugar: "Wir müssen zurück zur Realwirtschaft, Betriebe fördern, unser Sozial- und Gesundheitssystem reformieren - und Arbeit im eigenen Land fördern!" Angesichts der möglichen weiteren Pleiten im Sog der Alpine sei es ein Gebot der Stunde, die heimische Bauwirtschaft durch Investitionen der öffentlichen Hand rasch zu stützen. "Denn eine stabile Wirtschaft ist das Fundament des sozialen Friedens", erinnert Lugar. Angesichts der drohenden Insolvenzen samt tausenden zusätzlichen Arbeitslosen verlangt Lugar, "dass die Regierung mit unseren Steuergeldern den Menschen im eigenen Land hilft, statt andere Pleiteländer zu unterstützen!"


 

Kaske: AK ist gerüstet, Löhne und Gehälter der ArbeitnehmerInnen durchzusetzen
Wien (ak) - "Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Alpine werden ihre offenen Forderungen erhalten", sagt AK Präsident Rudi Kaske. Im Insolvenzschutzverband für ArbeitnehmerInnen (ISA) von Arbeiterkammer und Gewerkschaft laufen alle Informationen über die Dienstnehmerdaten und die offenen Forderungen zusammen. Das ISA Büro Wien wird die Forderungen für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Gericht und beim Insolvenz-Fonds geltend machen. Gemeinsam mit den Gewerkschaften werden mit den ISA Büros aller Länder-Arbeiterkammern Betriebsversammlungen an allen Standorten organisiert; die Termine werden über die Betriebsräte koordiniert. Auf diesen Betriebsversammlungen werden die Beschäftigten durch die ExpertInnen der AK und der Gewerkschaften über alle Schritte des Insolvenzverfahrens informiert. "Jetzt zeigt sich auch wieder, wie wichtig ein ausreichend dotierter Insolvenz-Entgelt-Fonds ist. Eine Senkung der Beiträge ist der absolut falsche Weg. Wer den Fonds schwächt, schwächt die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer", sagt Kaske.

Die Großinsolvenzen Konsum und Maculan waren Auslöser den ISA als gemeinsamen Verein von Arbeiterkammern und Gewerkschaften ins Leben zu rufen. Die ISA Büros sind in allen Länderkammern eingerichtet und arbeiten zusammen, um betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer länderübergreifend zu betreuen.


 

Brauner: Wien hilft mit Arbeitsstiftungen
Durch Weiterbildungsmaßnahmen neue Zukunftsperspektiven für ArbeitnehmerInnen bei Insolvenz oder Konkurs von Unternehmen
Wien (rki) - Die Wirtschaftskrise macht auch vor den Toren Wiens nicht halt. Erst jüngst sind Unternehmen unterschiedlicher Branchen in die Schlagzeilen gekommen, die in größerem Umfang Personal abbauen müssen, über die Insolvenz eröffnet wurde bzw. die in Konkurs gingen. Die MitarbeiterInnen sind von diesen wirtschaftlichen Schwierigkeiten besonders betroffenen, geht es für sie doch oft um den Jobverlust.

"Wien bietet in diesen Fällen konkrete Hilfe an: Wenn ein Unternehmen gezwungen ist, Personal abzubauen, steht in Wien der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds, kurz waff, mit dem Instrument der Arbeitstiftung bereit. Gekündigte oder von Jobverlust bedrohte MitarbeiterInnen bekommen in diesem Rahmen die Möglichkeit, sich beruflich neu zu orientieren und werden bei berufsbezogener Weiterbildung auch entsprechend unterstützt und begleitet", erläutert Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Renate Brauner.

Für MitarbeiterInnen aus insolventen Unternehmen finanziert das Land Wien die gesamte Betreuung in der Stiftung inklusive Aus- und Weiterbildungskosten. Für TeilnehmerInnen aus insolventen Unternehmen wird die gesamte Stiftungsteilnahme inklusive Aus- und Weiterbildung (im Durchschnitt Euro 7.500 pro TeilnehmerIn) vom Land Wien finanziert.

Viele Unternehmen zeigen soziale Verantwortung, indem sie bei nicht verhinderbaren Kündigungen mit dem waff kooperieren und Stiftungsplätze für diese MitarbeiterInnen finanzieren. Daraus erhalten die TeilnehmerInnen im Rahmen der Arbeitsstiftung auch ein Budget für Aus- und Weiterbildung (die Höhe richtet sich nach dem individuellen Weiterbildungsbedarf). Die Aus- und Weiterbildung von Wiener TeilnehmerInnen fördert das Land Wien mit bis zu 1.700 Euro pro Person.

Alle StiftungsteilnehmerInnen bekommen während der Stiftungsteilnahme "Stiftungsarbeitslosengeld", das dem Arbeitslosengeld entspricht und vom AMS finanziert wird, mit dem der waff bei diesen Aktivitäten engstens kooperiert.

Hilfe für hunderte Betroffene in Wien
"Wir können Betroffenen mit diesen Maßnahmen, die in Wien als einziges Bundesland eine ständige Einrichtung sind, konkrete Hilfe anbieten und ihnen eine Zukunftsperspektive geben. Auch bei der Insolvenz von Alpine werden wir versuchen, die MitarbeiterInnen so aufzufangen und ihnen neue Möglichkeiten aufzeigen", so Brauner.

Bei den Stiftungsmaßnahmen kooperiert der waff eng mit den BetriebsrätInnen und den Gewerkschaften, um gute Lösungen zu erzielen. Aktuell werden 759 WienerInnen, die aufgrund von Personalabbaumaßnahmen ihren Job verloren haben, in Stiftungsmaßnahmen betreut. Davon sind 332 Frauen (43,74%) und 427 Männer (56, 26%). 38 Personen nehmen aktuell an verschiedenen Insolvenzstiftungen teil (17 Frauen, 21 Männer).

Werden Unternehmen in großen Branchen insolvent, wie z. B. aktuell in der Baubranche oder im Elektrohandel, so finden die MitarbeiterInnen in der Regel rasch wieder einen Job. Umso wichtiger ist es für die restlichen MitarbeiterInnen, mit Weiterbildungen oder Umschulungen wieder eine Chance zu bekommen. Je spezifischer nämlich die Branche bzw. der Tätigkeitsbereich, umso so schwieriger ist es, wieder eine den Qualifikationen entsprechende Arbeit zu finden (Beispiel: PorzellanmalerInnen). Da ist die berufliche Neu- und Umorientierung in der Stiftung der erste und wichtigste Anker.

 

 

 

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