BOKUroadkill: Studieren mit Smartphone-App

 

erstellt am
01. 07. 13
14.00 MEZ

Wien (boku) - Die große Herausforderung für Lehrende ist es, bei sogenannten "Massenveranstaltungen", relevante Inhalte interessant zu vermitteln und dabei mit Hunderten von Studierenden zu interagieren und die Lernmotivation hoch zu halten. An der BOKU Wien nutzt man dazu zeitgemäße Technologie: die App BOKUroadkill.

Im Bachelorstudium Umwelt- und Bioressourcen Management (UBRM) an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) bekamen rund 230 Studierende im Fach "Biologie terrestrischer Tiere" die Aufgabe, Sichtungen von auf Straßen getöteten Tieren - sog. roadkills - via speziell dafür entwickelter Smartphone-App (BOKUroadkill) zu melden. Im auslaufenden Sommersemester wurden dabei mehr als 650 Einträge mit über 1500 roadkills gemeldet. Darunter so spektakuläre Tierarten wie Schlingnatter, Skorpion, Smaragdeidechsen, Waldohreule, Wechselkröten und natürlich zahlreiche Igel, Hauskatzen oder Feldhasen. Zusätzlich zu den Fundorten und Tierarten (wenn möglich inkl. Foto) wurden auch noch Infos zur Umgebung, zum Straßentyp und weiteren Parametern abgefragt.

Lehrveranstaltungsleiter Johann Zaller und seine Mitarbeiter Florian Heigl und Benjamin Dauth: "Wir sind begeistert, wie großartig unser Citizen Science Ansatz in der Lehre funktioniert hat. Die Rückmeldungen der teilnehmenden Studierenden waren durchwegs positiv; sie fanden es toll bereits früh im Studium Freilanddaten erheben zu können. Auch unsere Lehrziele konnten wir dadurch quasi spielerisch erreichen: Vertraut-machen mit der Ökologie heimischer Tiere und deren Bedrohungen sowie die Einführung in praktisches wissenschaftliches Arbeiten.“

Die Ergebnisse dieses Lehrprojekts sind auch wissenschaftlich interessant, da es in Österreich lediglich Daten zu im Straßenverkehr getöteten jagdbaren Wildtieren gibt - Angaben zu anderen, zum Teil geschützten Tierarten, fehlen. Mit den erhobenen Daten können besonders neuralgische Straßenabschnitte identifiziert und darauf aufbauend Schutzmaßnahmen entwickelt werden.

„Wir sind daran, diese Erfahrungen in einem internationalen Journal zu veröffentlichen und freuen uns, wenn wir viele NachahmerInnen finden würden" freut sich Johann Zaller, dessen Lehrveranstaltung mit dem BOKU Teaching Award 2013 ausgezeichnet wurde.

 

 

 

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