Einen Jux will er sich machen

 

erstellt am
04. 07. 13
14.00 MEZ

von Johann Nestroy - von 27.07. bis 07.09.2013 in der Bühne Baden
Baden (bühne baden) - Nestroys turbulente Verwechslungskomödie beginnt mit einem folgenschweren Entschluss des biederen Handlungsdieners Weinberl. Er, der gerade von seinem strengen Chef zum Associé befördert wurde und eigentlich am Ziel seiner Träume sein müsste, verspürt den unbändigen Wunsch, sich vor der endgültigen Resignation und sterilen Seriosität verbotenerweise auszuleben. In der Anonymität der Stadt hofft er, sein "Verfluchtekerlbewusstsein" entwickeln zu können. Doch kaum angekommen, gerät Weinberl in eine Spirale von Verwechslungen und Zumutungen, da sich auch sein Chef Zangler dort umtreibt. Weinberl, bald umgeben von zwei reizenden, aber hartnäckigen Frauen, stets die Konfrontation mit Zangler vermeidend, wünscht sich rasch nichts sehnlicher als die Rückkehr in sein biederes Leben.

Johann Nestroy war ein kritischer Beobachter der gesellschaftlichen Zustände seiner Zeit. Seine Stücke sind unter dem Eindruck der Restauration und der Zensur, gegen die er sich auflehnte, entstanden. Die Verwechslungen, Verkleidungen, die turbulente Situationskomik und der Sprachwitz können nicht über den bitteren Unterton des Stücks hinwegtäuschen. In der Inszenierung von Bettina Hering, der Künstlerischen Leiterin des Landestheaters Niederösterreich, wird der Komik genauso wie diesen Zwischentönen nachgespürt. Der junge österreichische Autor Johannes Schrettle hat die Couplet-Texte neu geschrieben, wobei seine individuelle Sicht auf Nestroys Gesellschaftskritik spürbar wird.

Die musikalische Leitung übernimmt der vielseitige Musiker und Komponist Andreas Radovan, der den klassischen Couplets auch eine Reminiszenz an die Revue entgegenstellen wird. Als Weinberl konnte der gebürtige Wiener Dominik Warta gewonnen werden, der lange am Schauspielhaus Graz engagiert war. Dort interpretierte er in der hochgelobten Uraufführung von Daniel Kehlmanns Geister in Princeton die Rolle des Moritz Schlick.

Die Ausstattung übernimmt Manuela Freigang, die als Bühnenbildnerin an vielen großen Häusern, u.a. am Theater Oberhausen, arbeitete.

 

 

 

Informationen: http://www.buehnebaden.at

 

 

 

 

 

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